Bürgermeisterinterview
Reinhard Reisinger: Als Quereinsteiger zum Ortschef

Reinhard Reisinger vor dem Brunnen gegenüber des Gemeindeamts. Ein Schmuckstück der neuen Ortsgestaltung 1996 bis 1997.
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  • Reinhard Reisinger vor dem Brunnen gegenüber des Gemeindeamts. Ein Schmuckstück der neuen Ortsgestaltung 1996 bis 1997.
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Mit 26 Jahren stieg Reinhard Reisinger in die Politik ein. 30 Jahre lang ist er nun schon Bürgermeister der Gemeinde Spital am Semmering.

61,9 Prozent bei der Gemeinderatswahl, die Zweidrittelmehrheit. Wem haben Sie zuerst von Ihrem Erfolg erzählt?
REINHARD REISINGER: Zuerst habe ich meine Frau angerufen und gesagt, 'du musst mich noch fünf Jahre entbehren'. Mit einem Zugewinn habe ich nicht gerechnet, Ziel war es, die neun Mandate zu halten. Ich habe mich sehr über das Ergebnis gefreut, dass es nach 30 Jahren noch funktioniert und die Leute anerkennen, was man gemacht hat. Sonst wäre ich doch relativ zerstört gewesen.

30 Jahre Kommunalpolitik. Was war das aufregendste politische Ereignis in dieser Zeit?
Mit Sicherheit meine erste Wahl. Durch meine Tätigkeit als Gemeindebediensteter seit 1981 für das Meldeamt hatte ich durch die Gemeindeverwaltungsdienstprüfung zwar Ahnung, ansonsten war ich aber ein Quereinsteiger. Ich war auch nicht im Gemeinderat. Damals suchte die SPÖ rasch einen Ersatz für den Spitzenkandidaten. Der Mandatsstand zu dieser Zeit war eher zum Fürchten – SPÖ sieben Mandate, ÖVP sechs Mandate und eine Namensliste zwei Mandate. Es hat auf Anhieb funktioniert und wir konnten neun Mandate holen. Seit 2005 bin ich auch Standesbeamter.

Wird das die letzte Amtsperiode von Bürgermeister Reinhard Reisinger werden?
Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden. Ich bin 57 Jahre und habe über 30 Jahre auf dem Buckl; da fangen andere erst an.

Die prägendsten Projekte in Ihrer bisherigen Amtszeit?
Das war die Erneuerung der Ortsdurchfahrt und die neue Ortsgestaltung 1996 bis 1997, vom finanziellen und arbeitsmäßigen Aufwand her. Natürlich zählen auch der Bau der drei Straßentunnel der Semmering-Schnellstraße dazu. Bevor der Teilabschnitt eröffnet werden konnte, gab es jahrelangen Streit. Ich kann mich erinnern, dass wir eine Gemeinderatssitzung auf der Straße abgehalten und uns für den Bau ausgesprochen haben. 12.000 Pkw und 2.000 LKW sind vor der Fertigstellung durchschnittlich pro Tag durch unseren Ort gepresst. 1971 wurde der Bau verordnet, offizielle Verkehrsfreigabe war 2003. Ein weiteres prägendes Projekt ist der Bau des Semmeringbasistunnels – so große Baustellen hat nicht jede Gemeinde.

Welche Eigenschaften sollte ein Bürgermeister haben?
Man muss die Leute mögen und umgänglich sein. Auch mit einem Arbeitstag von 18 Stunden muss man umgehen können, weil man ja auch einen Hauptberuf hat. Mir war es immer wichtig, dass ich mich nicht nur kurz anschauen lasse bei einer Veranstaltung, sondern ich mich hinsetze und mit den Leuten rede. Da bleibt man dann ab und zu auch ein bisschen zu lange sitzen.

Haben Sie ein Lieblingsplatzerl in der Gemeinde?
Das ist der Reinhard Reisinger-Platz beim Riegelweg. Die Anrainer hatten sich damals so über die Erneuerung der Straße gefreut, dass sie ein Überraschungsfest organisiert und diese Tafel aufgestellt haben. Das war eines meiner ersten Projekte.

Auf was sind Sie besonders stolz?
Auf unser reges Vereinsleben. Vereine sind für das Zusammenleben das Wichtigste in einer Gemeinde, wenn das nicht richtig funktioniert, gibt es nur Verwaltung und das heißt dann nichts. Auch ich war schon immer ein 'Vereinsmeier'. Ich bin schon seit 40 Jahren Rennsekretär und Schriftführer in unserem Wintersportverein mit 1.000 Mitgliedern.

Reinhard Reisinger vor dem Brunnen gegenüber des Gemeindeamts. Ein Schmuckstück der neuen Ortsgestaltung 1996 bis 1997.
Seit 30 Jahren sein Büro als Bürgermeister von Spital.

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