Gründung "Energiegemeinschaft Stanzertal"
Wenn Energie eine Gemeinschaft eint
- Stanz ist Vorreiter im Bereich Energiewende auf Gemeindeebene. Die "Energiegemeinschaft Stanzertal" arbeitet schon intensiv an Projekten.
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Die "Energiegemeinschaft Stanzertal" wurde im Februar gegründet: Stanzer können selbst zu Energie-Produzenten oder Verbraucher werden.
STANZ. In vielen Bereichen ist die Gemeinde Stanz im Mürztal Vorreiter, wenn es um die Steigerung der Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität der Gemeinde geht, um den Abwanderungs- und Ausdünnungsprozess in ländlichen Regionen zu stoppen. Aktuellstes Projekt der Gemeinde: die "Energiegemeinschaft Stanzertal". Der Verein wurde vor kurzem gegründet, Obmann ist der Stanzer Sven Aberle.
Energieproduzent -und Verbraucher
Alle Stanzer können künftig zum Energieproduzenten werden und Strom, Wärme und Kälte produzieren und verkaufen oder aber auch "nur" bzw. vor allem Verbraucher sein. Um loszulegen, fehlen noch einige Verordnungen – der Verein arbeitet aber schon an einigen konkreten Projekten. Stanz ist eine der ersten Kommunen in Österreich, die an einer so komplexen Energiegemeinschaft arbeitet.
Vereinsgründung
Seit dem 14. Februar gibt es offiziell den Verein "Energiegemeinschaft Stanzertal". Das Interesse der Bevölkerung, Teil dieses europaweiten Vorzeigeprojekts zu sein, ist groß. "Es gibt das große Ziel der Regierung, bis 2030 die Energiewende zu schaffen und ausschließlich Erneuerbare Energieträger einzusetzen. Ich denke, dieses Thema sollte man nicht nur der großen Politik überlassen, sondern auch in kleinen Kommunen Möglichkeiten überdenken, wie man einen Beitrag leisten kann", sagt Sven Aberle, Obmann des Vereins "Energiegemeinschaft Stanzertal". Er hat nicht nur beruflich mit Elektro-Wirtschaft zu tun hat, sondern ist auch privat ein Vorreiter in der Nutzung von erneuerbaren Energien.
- Das Interesse am Verein "Energiegemeinschaft Stanzertal" ist groß. Hier ein Bild von einer Informationsveranstaltung noch vor der Vereinsgründung.
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Regionale Energie-Ressourcen
Der Verein arbeitet bereits intensiv an verschiedensten Projekten rund um die nachhaltige Nutzung regionaler Energie-Ressourcen. Über 50 Mitglieder sind beim Verein bereits dabei. "Wir beraten die Mitglieder, wie sie erneuerbare Energie-Anlagen verwirklichen können, was sie beachten müssen und wie es mit Förderungen ausschaut. Der Großteil der Mitglieder besitzt bereits eine Fotovoltaik-Anlage oder interessiert sich für eine. Wir haben aber auch viele, die als Verbraucher agieren wollen", erklärt Aberle. Das Gesetz für die Organisation von kommunaler Energiegemeinschaft gibt es seit letztem Sommer. "Es fehlen aber noch die Rahmenverordnungen dafür", so Aberle weiter.
- Symbolbild: Auf dem Dach der Volksschule und Mehrzweckhalle ist eine Fotovoltaik-Anlage geplant. Bürger können sich mit dem Kauf von Anteilen daran beteiligen.
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Große Fotovoltaik-Anlage geplant
Im Rahmen der Energiegemeinschaft plant die Gemeinde Stanz auf dem Dach der Volksschule und Mehrzweckhalle eine Fotovoltaik-Anlage. Bürger können sich mit dem Kauf von Anteilen daran beteiligen. "Wir arbeiten gerade verschiedene Finanzierungsmodelle aus. Für alle, die zu Hause nicht die Möglichkeit haben, erneuerbare Energie-Anlagen zu installieren, ist das eine ideale Beteiligungschance", so Aberle. Im Sommer soll die Anlage montiert werden und im Herbst in Betrieb gehen.
- Symbolbild: Auch die Kleinwasserkraft will die "Energiegemeinschaft Stanzertal" ausbauen. Derzeit wird das Potenzial der Bäche erhoben.
- Foto: Kleinwasserkraft Österreich
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Ausbau Kleinwasserkraft
Weiteres großes Vorhaben, noch bevor es mit der "eigenen" Strom-Produktion und Konsumation losgeht, ist der Ausbau der Kleinwasserkraft. "Früher gab es viele Mühlen hier. Das zeigt, dass wir Bäche mit hoher Leistungsfähigkeit haben", betont Aberle. Der Verein ist gerade dabei, das Potenzial der Bäche zu erheben. Ziel für heuer ist noch die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen mit dem E-Werk Kindberg bezüglich Netzzugang sowie die Realisierung eines eigenen Tarifes mit dem E-Werk.
- Der Stanz Bürgermeister Fritz Pichler betont: "Wir werden seitens der Gemeinde alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Energieprojekt voranzutreiben".
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"Gemeinsam zukunftsfit"
Begleitet wird das Projekt von Rainer Rosegger von "SCAN - Agentur für Markt- und Gesellschaftsanalytik". "Wir müssen gemeinsam schauen, wie wir zukunftsfit werden. Es ist wichtig, dass Menschen Teil einer solchen Energiewende sind", betont Rosegger, der bereits bei der Ortsneugestaltung wesentlich an der Umsetzung beteiligt war.
"Wollen resilienter werden"
"Wir versuchen, uns ein Stück weit von Marktausschlägen abzukoppeln – wollen resilienter werden. Mit der Gründung der 'Energiegemeinschaft Stanz' wollen wir unabhängiger werden und weg von fossiler Energie kommen. Wir nutzen in Stanz bereits Biomasse und Fotovoltaik-Anlagen. Holz hätten wir in Stanz genug, um uns selbst versorgen zu können. Wir werden seitens der Gemeinde alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Energieprojekt voranzutreiben", betont der Stanzer Bürgermeister Fritz Pichler.
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