Kunst als politisches Statement
Wissenschaft als Politikum

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Der Kurator Hubert Thurnhofer organisiert 2021 fünf virtuelle Ausstellungen mit dem Ziel, Kunst als politisches Statement zu positionieren. Jede Ausstellung ist einem Thema gewidmet, zu dem der Kurator einen Essay vorgibt. Die aktuelle Ausstellung – online auf kunstsammler.at und im Print in der Kunstzeitschrift VERNISSAGE 352 – ist dem Thema „Wissen und Schaffen“ gewidmet. Es geht um die Frage, ob Wissenschaft und Kunst in Zeiten wie diesen noch frei schaffen können.  Sehr leicht können Wissenschaft und Kunst von der Politik und ihren Interessen instrumentalisiert werden. Alfred Melchert, Silvia Ehrenreich und Christine Nyirady haben sich dem Problem gewidmet.

Alfred Melchert: Wissenschaft hinkt der Wirklichkeit immer hinterher, ist es doch ihre Aufgabe, die vorgefundene Wirklichkeit einer (Er)Klärung zuzuführen. Kunst hingegen kann die Wirklichkeit antizipieren. Ihre Kraft schöpft sie gerade aus den Krisen, Corona lässt sie nicht verdorren, sondern erblühen.
Kurz vor und während der Corona Ära ist eine Reihe von Werken entstanden, die nur deswegen entstehen konnten, weil ich in meinem Schaffen vollkommen frei bin! So frei, wie es die Kunst eben sein sollte. So wie auch die Wissenschaft frei sein sollte.
Oftmals stellt es sich anders dar: der Kunst- oder Wissenschaffende ist "part of the game", sklavisch abhängig von Auftraggebern und Käufern und kann seine Kreativität nur in einem schmalen Korridor verlaufen lassen. Kein Vorwurf, denn wenn man davon lebt, muss man auch davon leben können.
Bild zur Ausstellung: Brave New World, Mischtechnik auf Leinwand, 120x160 cm

Silvia Ehrenreich: Bei Umwelt- und humanitären Themen stoßen Politik und Wissenschaft immer wieder an ihre Grenzen. Der Stein des Weisen liegt jedoch in einem unerschöpflichen Universum von Möglichkeiten. Eine Sensibilisierung, Offenheit und das Vorstoßen nach der Suche des „Geistes des Wesentlichen“ ist in Zeiten wie diesen unumgänglich. Achtsamkeit, Respekt - Humanität müssen künftig unbedingt gelebt werden, um das unnatürlich ausgelegte Gedankengut umzuformen und einen natürlichen Kreislauf gewähren zu können.
Zur Zeit lautet das Lebensmotto vieler: „Augen zu und durch“ und „ohne Rücksicht auf Verluste“ - und man stellt fest „Nachher is ma immer g´scheiter“.
Ob wissenschaftlich belegt oder nicht - egal - extreme Situationen bringen immer wieder Neues ans Licht und verändern die Lebenssituationen und somit die Zukunft. Geburt - Tod - Geburt war und ist jeher der Kreislauf des Lebens.
In meinem Werk „Metamorphose“ habe ich diverse Metaphern zum Thema Veränderungen des Lebens in Verbindung mit der Umwelt und beeinflusst von Corona bearbeitet.
Bild zur Ausstellung: Metamorphose, Radierung / Tusche auf Papier, 29,5 x 41,5 cm

Christine Nyirady: Vögel waren im Alten Rom die Überbringer von Nachrichten der Götter. Auguren waren Spezialisten in der Interpretation von Vogelflügen. Die Deutungsregeln waren das Geheimwissen der Auguren, die mit ihren Auslegungen wichtige politische Entscheidungen beeinflussten. Die Rolle der Auguren übernehmen heute Lobbyisten. Doch nicht Flugbewegungen der Vögel sind heute Gegenstand ihrer Deutungshoheit, sondern die Ausbreitung besonderer Viren, bekannt als „Corona“.
Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat sich schon früh mit Vögeln beschäftigt und 1965 ein Buch mit dem Titel „Vogelflug“ publiziert. Bis heute erforschen Wissenschafter das Phänomen der Vogelschwärme und ihrer inneren Regeln, die zum Inbegriff der Schwarmintelligenz wurden. Forschungen und Entwicklung basieren schon lange nicht mehr auf Erfindungen solitärer Genies, sondern auf kollektiver Arbeit. Linux und Wikipedia sind Beispiele dafür, dass Schwarmintelligenz zu herausragenden Ergebnissen führen kann. Die Politik, insbesondere die Demokratien dieser Welt, sollten davon lernen.
Bild zur Ausstellung: Vogelflug, Aquarell auf Papier, 12 x 9 cm

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