Judenburg
Die partielle Sonnenfinsternis im Sternenturm auf 42 Metern erlebt
- Am Sternenturm konnte man die partielle Sonnenfinsternis auf 42 Metern beobachten.
- Foto: MeinBezirk/Angelika Brunner
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Kaum ein Platz bot sich besser an, die Sonnenfinsternis zu beobachten, als der Sternenturm in Judenburg.
JUDENBURG. Der Sonnenfinsternis-Hotspot bot am Mittwoch mit „Eclipse, Show & Sundowner“ über den Dächern der Bezirkshauptstadt das perfekte Programm zu diesem Ereignis. Rund 60 Gäste bestaunten, nach einer Show im Planetarium, das beeindruckende Ereignis in 42 Metern Höhe.
Partielle Finsternis
Kurz vor Sonnenuntergang schob sich der Mond vor die Sonne und ließ von ihr in Österreich nur noch eine schmale Sichel übrig. Es war die stärkste Sonnenfinsternis, die hierzulande seit jener vom 11. August 1999 zu sehen war. Anders als damals wurde es in Österreich allerdings nicht vollständig dunkel. Während Teile Spaniens, Islands und Grönlands in der Totalitätszone lagen, blieb die Finsternis hierzulande partiell.
- Rund 60 Gäste hatten die Möglichkeit dieses besondere Ereignis über den Dächern von Judenburg zu erleben.
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Wann begann die Finsternis
In Wien begann das Himmelsschauspiel um 19:22 Uhr, zwei Minuten später war es auch im Westen Österreichs soweit. Um 20:14 Uhr wurde die maximale Bedeckung in Wien erreicht, um 20:17 in Bregenz. Je nach Standort verschwanden rund 90 Prozent der Sonnenscheibe hinter dem Mond. Im Westen ließ sich der Verlauf etwas länger verfolgen, weil die Sonne dort später untergeht.
Keine Sonnenkorona sichtbar
In der sogenannten Totalitätszone verschwand die helle Sonnenscheibe vollständig hinter dem Mond. Dadurch wurde die Korona sichtbar, die äußere Atmosphäre der Sonne. Österreich liegt außerhalb dieser Zone. Selbst bei einer Bedeckung von fast 90 Prozent ist der verbleibende Teil der Sonnenscheibe noch so hell, dass die Sonnenkorona nicht sichtbar wurde.
Ein düsterer Sonnenuntergang
Statt einer schwarzen Sonnenscheibe mit leuchtender Korona erwartete Österreich daher ein anderes Bild: eine immer schmalere, zum Horizont sinkende Sichel. Die Astrophysikerin Eva Weiler vom Austrian Space Weather Office der Geosphere Austria beschreibt den Eindruck als "einen düsteren Sonnenuntergang".
- Diese jungen Damen versorgten die Gäste mit Getränken.
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Wertvolle Daten
Während Österreich einer partiellen Finsternis entgegenblickte, waren zahlreiche Forschungsteams entlang der Totalitätszone unterwegs. Denn trotz moderner Satelliten sind totale Sonnenfinsternisse für die Sonnenphysik noch immer von besonderem Wert.
Das liegt vor allem an der Korona. Normalerweise wird die vergleichsweise schwache Strahlung der Sonnenatmosphäre vom millionenfach helleren Licht der sichtbaren Sonnenoberfläche überstrahlt. Schiebt sich der Mond exakt davor, wirkt er für kurze Zeit wie eine nahezu perfekte natürliche Blende.
Gerade der Übergangsbereich zwischen Sonnenoberfläche und unterer Korona lässt sich dann besonders gut untersuchen. Dort spielen sich dynamische Prozesse ab, die unter anderem für den Sonnenwind und koronale Massenauswürfe von Bedeutung sind. Bei solchen Ausbrüchen werden große Mengen Sonnenplasma samt Magnetfeld ins All geschleudert. Treffen sie auf die Erde, können sie Polarlichter auslösen, in stärkeren Fällen aber auch Satelliten sowie Kommunikations- und Stromnetze beeinträchtigen.
Wann finden die nächsten Sonnenfinsternisse in unserer Nähe statt?
Diese Ereignisse kann man sich für die kommenden Jahre und Jahrzehnte für Kontinentaleuropa vormerken:
2.8.2027: totale Finsternis in Südspanien, Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel. In Luxor wird eine Rekorddauer von bis zu 6 Minuten und 23 Sekunden erreicht, das ist die zweitlängste totale Finsternis des 21. Jahrhunderts.
26.1.2028: ringförmige Sonnenfinsternis (mittig, aber nicht voll verdeckt) in Spanien und Portugal. Besonders lange Dauer: zehn Minuten.
13.7.2075: ringförmige Finsternis in Südostösterreich, Südfrankreich, Italien, Osteuropa.
3.9.2081: totale Sonnenfinsternis in Österreich.
Dann kamen die Perseiden
Mit dem Sonnenuntergang war der astronomische Abend aber noch lange nicht gelaufen. In der Nacht auf Donnerstag erreichte auch der Perseiden-Meteorschauer seinen alljährlichen Höhepunkt. Die Bedingungen waren aufgrund des Neumonds besonders günstig. Ab etwa 23 Uhr bis zur Morgendämmerung waren unter guten Bedingungen zahlreiche Sternschnuppen zu sehen . Dafür brauchte es weder Finsternisbrille noch Teleskop – am besten aber einen möglichst dunklen Ort und etwas Zeit, damit sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen konnten.
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