Tourismus-Chefin Isabella Painhapp
"Das Murtal braucht mehr Selbstvertrauen"
- Isabella Painhapp (Mitte) mit ihrem Team und Vorsitzenden Michael Hausleitner.
- Foto: Erlebnisregion Murtal
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Isabella Painhapp führt seit einem Jahr den Tourismusverband Murtal als Chefin an, zieht im Gespräch eine erste Bilanz, hat Tipps für Frauen in Führungspositionen und verrät ihre Geheimtipps für die Region.
MURTAL. "Die Mischung macht´s" lautet ein Slogan der Erlebnisregion Murtal. Isabella Painhapp führt den Tourismusverband seit exakt einem Jahr als Geschäftsführerin an. Sie erzählt, wie das Motto umgesetzt wird, wie die Zusammenarbeit im Team funktioniert und was die Spezialitäten der Branche sind.
- Welcher ist Ihr Lieblingsplatz im Murtal?
Isabella Painhapp: Das habe ich früher ganz einfach beantworten können. Mittlerweile variiert es immer mehr, da ich immer neue Plätze kennenlernen darf. Früher war es die Ruine Eppenstein, weil ich sie mit meiner Heimat verbinde. Mittlerweile würde ich auch den Ingeringsee oder generell unsere Bergseen nennen. Das sind echte Ruheoasen, die man bei uns so vielleicht nicht erwartet. In zwei Monaten könnte es aber schon wieder ein neuer Platz sein.
- Wie lautet Ihre persönliche Bilanz nach einem Jahr als Geschäftsführerin?
Die fällt sehr positiv aus. Ich war ja schon vorher im Team und habe schon vieles gekannt. Aber es kommen trotzdem neue Dinge dazu. Wir haben sehr viel entwickelt und einige Ziele erreicht. Vieles geht Schritt für Schritt. Wir sind jedenfalls als Team super aufgestellt und unsere Betriebe entwickeln sich in eine gute Richtung.
- Sie haben Ihr Team angesprochen, das rein aus Damen besteht.
Ja, wir sind operativ zehn Damen und werden von den drei Herren im Vorstand ergänzt. Die Zusammenarbeit ist super. Obwohl wir auf mehrere Büros aufgeteilt sind, ist der Zusammenhalt extrem gut.
- Ist der Tourismus generell eine frauenlastige Branche?
In unserer Region auf jeden Fall! Wir haben auch in der Steiermark viele weibliche Kolleginnen, aber ich würde es trotzdem nicht verallgemeinern. Es passt thematisch einfach gut, ist aber keine rein spezifische Frauen-Branche.
- Welche Tipps haben Sie für Frauen in Führungspositionen?
Ich glaube, es ist wichtig, von diesem Branchendenken wegzukommen. Frauen können überall erfolgreich sein und führen - man muss diese Vorurteile aufbrechen. Ein weibliches Problem ist es, dass manche sich zu wenig zutrauen. Man wächst immer mit den Herausforderungen. Man muss seine Stärken sehen und auch mal ins kalte Wasser springen. Und es gehört Mut zur Lücke dazu: Man kann ruhig sagen, wenn man etwas nicht kann. Es braucht keinen Drang zum Perfektionismus.
- Isabella Painhapp führt die Erlebnisregion an.
- Foto: Erlebnisregion Murtal
- hochgeladen von Stefan Verderber
- Gerade eben sind die Winterzahlen veröffentlicht worden mit einem Plus von 8 Prozent bei den Nächtigungen im Murtal.
Ja, damit sind wir sehr glücklich. Wir hatten im Sommer einen kleinen Rückgang aufgrund der fehlenden Airpower, sind sonst aber sehr gut aufgestellt. Generell wollen wir weiterhin die Randsaisonen weiter stärken.
- Was wäre das Murtal ohne Red Bull Ring und die Airpower?
Das ist schwer zu sagen. Was wäre Schladming ohne die Skipiste? Der Ring gehört einfach dazu und ist eine große Stärke, aber nicht unsere einzige. Insgesamt hat das Murtal richtig viel zu bieten. Wir haben auch viele Ausflugsziele abseits davon, sind eine sehr kontrastreiche Region. Wir merken auch an den Gästen: Es ist nicht nur der Red Bull Ring, der zieht. Aber natürlich bringen die Events zusätzliche Aufmerksamkeit.
- Was würde das Murtal noch brauchen?
Mehr Selbstbewusstsein! Wir sehen teilweise nicht, in welcher schönen Region wir leben. Es gibt Gäste, die zwei Wochen hier bleiben und jeden Tag etwas Neues sehen.
- Und zum Abschluss bitte noch einen Geheimtipp im Murtal?
Der Granitzenbachweg an einem heißen Sommertag - da fühlt man sich wie in einem Märchenwald. Oder auch eine Wanderung in den Wölzer Tauern in der Pusterwalder Gegend. Da kann es passieren, dass man in der wunderschönen Landschaft ganz alleine für sich ist.
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