Stahl Judenburg
"Die Aussicht ist definitiv positiv"

Heinz Kettner: "Wir gehen gestärkt in die Zukunft."
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Heinz Kettner zieht nach einem Jahr als Geschäftsführer der Stahl Judenburg positive Bilanz über Entwicklung, Kurzarbeit und "Green Steel".

MeinBezirk.at: Herr Kettner, um wie viele Jahre sind Sie im vergangenen Jahr älter geworden?
Heinz Kettner (lacht): Ich habe definitiv ein paar graue Haare bekommen. Im Ernst: Ich habe viele Erfahrungen sammeln und eine neue Sicht auf das Gesamtunternehmen gewinnen können, manche Dinge habe ich mir auch anders vorgestellt. Man ist Kommunikator, Verbinder und Vorbild in einem und muss die Schritte mit Bedacht setzen. Man kann mit einem positiven Beispiel etwas bewirken. Wir sind trotz Ups und Downs gut durchgekommen.

Wie lautet Ihre Bilanz als Geschäftsführer?
Wir haben auch in der gesamten Gruppe eine Umstrukturierung hinter uns und in Judenburg trotz wirtschaftlicher Herausforderungen zwei große Investitionen (Anm.: Hochleistungsbearbeitungszentrum und vollautomatischen Verpackungsroboter) abschließen können. Es hat sich herausgestellt: Wir sind ein gut aufgestellter Mittelständler, der seine Identität nie verloren hat, eingebettet in einen Familienkonzern. Die neue Strategie war ein Kraftakt und wir haben das als Team geschafft. Es gibt jetzt viel positiven Rückenwind.

Wie hat die Stahl Judenburg ein Jahr mit vielen Herausforderungen gemeistert?
Durch einen ganz starken Zusammenhalt der gesamten Belegschaft. Wir haben eine sehr positive wirtschaftliche Entwicklung. Wir hatten ab dem ersten Quartal bis September eine gute Auslastung. Dann ist die Chipkrise auch zu uns gekommen. Im Oktober haben wir gelitten, für die Hälfte der Belegschaft mussten wir Kurzarbeit beantragen. Bereits im November ging es wieder aufwärts und jetzt wurde die Kurzarbeit mit Ende Dezember wieder beendet. Seit 1. Jänner ist kein Mitarbeiter mehr in Kurzarbeit. Im Gegenteil, wir produzieren derzeit an einigen Anlagen wieder im Vier-Schicht-Betrieb.

Hat sich die Strategie mit Fokus auf "Lenkung" und "CNC-Fertigung" bezahlt gemacht?
Ja, definitiv! Die Lenkung ist zu unserem größten Volumsgeschäft geworden. Der Bereich ist nicht tangiert von der E-Mobilität. Auch Elektroautos brauchen eine Lenkung. Der CNC-Bereich geht durch die Decke. Da produzieren wir nahezu in Vollauslastung und suchen Fachkräfte. Die Strategie funktioniert sehr gut - es geht in die richtige Richtung.

Was hat sich in puncto "Green Steel" getan?
Die Planung des gemeinsamen Projektes mit den Standortnachbarn ist abgeschlossen, im Frühjahr wird eine neue Photovoltaikanlage auf unserem Dach installiert. Zudem haben wir zu 80 Prozent auf LED-Beleuchtung umgestellt, der Rest ist in Arbeit. Und unsere Vormaterial-Anlieferungen aus der eigenen Gruppe in Deutschland werden zu 100 Prozent mit der Bahn getätigt.

Derzeit haben wir eine spezielle Situation am Arbeitsmarkt - wie wirkt sich das auf die Stahl Judenburg aus?
Es ist schwierig, Mitarbeiter zu finden. Es fehlen Fachkräfte für die CNC-Fertigung und in der Produktion. Wir richten unseren vollen Fokus auf die Lehrlingsausbildung.

In der Stahl Judenburg werden stets neue Anreize für Lehrlinge geschaffen.
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Die Stahl Judenburg gilt als Vorzeige-Arbeitgeber - was wird künftigen Mitarbeitern geboten?
Danke! Wir bieten unseren Mitarbeitern eine Gewinnbeteiligung, honorieren ihre Verbesserungsvorschläge und schaffen immer neue Anreize für unsere Lehrlinge. Zudem setzen wir laufend Initiativen für die betriebliche Gesundheit. Zuletzt haben wir zwei Automaten mit warmen Essen rund um die Uhr von Murtal Catering installiert. Das kommt sehr gut an.

Können Sie einen Ausblick auf das Jahr 2022 wagen?
In den nächsten Monaten sind wir sehr gut ausgelastet - in allen Bereichen. Danach ist eine Prognose schwierig. Die Bereiche Maschinenbau und Hydraulik sind jedenfalls sehr robust. Die Tendenz ist also steigend. Für das Gesamtjahr ist die Aussicht definitiv positiv.

Wie lautet Ihr persönliches Resümee als Geschäftsführer?
Das Jahr war sehr fordernd und emotional. Jetzt werden wir gestärkt mit diesen Erfahrungen in die Zukunft gehen und sind gewappnet für viele Herausforderungen. Ich bin sehr stolz, Teil einer so engagierten und motivierten Truppe sein zu dürfen.

Info

Die Stahl Judenburg gehört zur GMH-Gruppe und beschäftigt in Judenburg rund 430 Mitarbeiter. Das Kerngeschäft ist mit rund 80 Prozent Anteil die Automobil- und Nutzfahrzeug-industrie.
Heinz Kettner wurde mit 1. Jänner 2021 als Geschäftsführer bestellt. Er stammt aus der Gaal und lebt jetzt in Spielberg. Kettner ist seit über 20 Jahren in der Stahl Judenburg GmbH beschäftigt, die letzten 15 Jahre davon leitete er die Blankstahlproduktion.
Derzeit werden in Judenburg unter anderem CNC-Fachkräfte, Produktionsmitarbeiter und Lehrlinge gesucht.

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