In der Steiermark
Diese Organisationen profitieren vom Engelhorn-Erbe
- Millionenerbin Marlene Engelhorn hat einen Bürgerrat eingesetzt, um 25 Millionen Euro aus ihrem Vermögen zu verteilen.
- Foto: Lorena Sendic Silvera
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50 Bürgerinnen und Bürger, sechs Wochenenden, 25 Millionen Euro: Der "Gute Rat für Rückverteilung" hat eine finale Entscheidung getroffen, was mit dem Geld der Millionenerbin Marlene Engelhorn passieren soll. Am Dienstag wurde die finale Liste jener 77 Organisationen veröffentlicht, auf die 25 Millionen Euro aufgeteilt werden. Auch steirische Vereine sind darauf zu finden.
STEIERMARK. Ein Rat, bestehend aus 50 Bürgerinnen und Bürgern, die die österreichische Bevölkerung repräsentieren sollen, hat sich zwischen März und Juni an sechs Wochenenden getroffen, um zu tagen. Aufgabe war es, zu entscheiden, wie das Vermögen von Millionenerbin Marlene Engelhorn verteilt werden soll. Zur Unterstützung gab es Inputs zur Vermögensverteilung und zum Thema Rückverteiltung. Dazu gehörten auch Informationen, welche Art von Unterstützung überhaupt sinnvoll ist und wie man diese nachhaltig gestalten kann.
Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden nun die Ergebnisse des "Guten Rates der Rückverteilung" präsentiert. Insgesamt 77 Organisationen dürfen sich österreichweit über den unerwarteten Geldsegen freuen. Es handelt sich dabei um Einrichtungen aus den Bereichen Klima und Umwelt, leistbares Wohnen, Gesundheit und Soziales sowie Integration und Bildung.
- Die rund 25 Millionen Euro werden auf insgesamt 77 Organisationen verteilt, die sich mit den Themen Klima und Umwelt, leistbares Wohnen, Gesundheit und Soziales sowie Integration und Bildung beschäftigen.
- Foto: pixabay/moerschy – Symbolbild
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Ausgewählte steirische Organisationen
Ein genauer Blick auf die Liste zeigt, dass auch steirische Vereine und Organisationen vom "Guten Rat für Rückverteiltung" ausgewählt wurden:
Diese steirischen Organisationen dürfen sich über einen unerwarteten Geldsegen freuen:
"Freude ist riesengroß"
"Allein schon die Tatsache, dass wir als Empfänger für einen Teil des Geldes in Betracht gezogen worden sind, ist eine unglaubliche Wertschätzung unserer Arbeit. Die Freude, dass wir es nun tatsächlich in die Liste jener Organisationen geschafft haben, die in den kommenden Jahren finanzielle Unterstützung bekommen werden, ist natürlich riesengroß", betonen Hannes Royer und Maria Fanninger, das Gründerduo des Vereins "Land schafft Leben", welcher für Bewusstseinsbildung rund um Lebensmittelproduktion und Ernährung steht.
"Wir zeigen den Menschen, wie sich ihr Essen auf Mensch, Tier, Umwelt und ihre eigene Gesundheit auswirkt, und geben ihnen so die Möglichkeit, bewusst zu konsumieren."
Maria Fanninger und Hannes Royer, Gründer-Duo von "Land schafft Leben"
- Maria Fanninger und Hannes Royer sind völlig überwältigt, dass der Verein "Land schafft Leben" vom Guten Rat ausgewählt wurde.
- Foto: Land schafft Leben
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Ideen, wie die 418.000 Euro, die der Verein in den kommenden Jahren als finanzielle Unterstützung erhalten soll, verwendet werden, gibt es bereits einige. Insbesondere sollen bestehende Projekte weiter ausgebaut werden. Als Beispiel nennt das Gründerduo die Erweiterung des Bildungsschwerpunktes. So möchte man dafür sorgen, dass alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von Herkunft und Elternhaus – in der Schule Zugang zu Ernährungsbildung sowie zu einer ausgewogenen Mahlzeit bekommen. Ein weiteres Ziel ist es, Lebensmittel aus nachhaltigen Produktionssystemen zur einfacheren und logischen Wahl werden zu lassen – "unter anderem, indem wir noch mehr Wissen zum Essen in die Medien bringen", betonen Royer und Fanninger. Bei all diesen kleinen Schritten helfe die finanzielle Unterstützung durch den "Guten Rat" enorm.
Mehr Geld für Gewaltprävention
Ebenfalls in die Liste des "Guten Rates" zur Rückverteilung hat es der Verein Frauenhäuser Steiermark geschafft. Bei Geschäftsführerin Michaela Gosch ist die Freude groß, da der Verein beziehungsweise das Thema Gewaltschutz durch diese Entscheidung "als wesentlicher Faktor für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit erkannt und unterstützt werden".
"Das Recht auf Gewaltfreiheit ist ein Grundrecht und wesentlicher Bestandteil für sozialen Frieden. Frauenhäuser wiederum sind wesentlicher Bestandteil des Gewaltschutzes und der Gewaltprävention. Ich denke dass der Gute Rat diesen Konnex hergestellt und erkannt hat, dass die Arbeit von Frauenhäuser sehr gut in die Grund-Idee der Rückverteilung passen."
Michaela Gosch, Verein Frauenhäuser Steiermark
Das Geld werde laut Gosch in unterschiedliche Präventionsprojekte fließen. Es gehe vor allem auch darum, Frauen, die von Gewalt betroffen sind, rechtzeitig zu erreichen, sodass diese aus einer Gewaltbeziehung aussteigen, bevor sie eskaliert oder sich im allerbesten Fall erst gar nicht auf eine Beziehung mit gewaltvollen Dynamiken einlassen.
- Das Recht auf Gewaltfreiheit ist ein Grundrecht und wesentlicher Bestandteil für sozialen Frieden.
- Foto: lofilolo/panthermedia
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Wichtige Spritze für Megaphon
Auch Sabine Gollmann, Leiterin des Megaphon in der Caritas Steiermark freut sich über den unerwarteten Geldsegen. "Dies ist ein einzigartiger Vorgang, und wir freuen uns über das Vertrauen, das der Rat uns entgegenbringt. Wir machen die Straßenzeitung, um Menschen in Not auf Augenhöhe zu unterstützen und freuen uns, dass dies gewürdigt wird", so Gollmann in einer ersten Reaktion. Die Situation sei aktuell jedoch alles andere als einfach. Die Verkäuferinnen und Verkäufer würden täglich erleben, dass die Menschen sparen müssen. Der Verkauf gehe seit 2023 spürbar zurück, was das Projekt insgesamt stark treffe, da es sich zum Großteil aus den verkauften Zeitungen finanziere.
"Gerade in der jetzigen Situation ist diese Zusage deshalb unglaublich motivierend und eröffnet eine Perspektive für die kommenden Jahre."
Sabine Gollmann, Leiterin des Megaphon in der Caritas Steiermark
Zur Info:
Wie die Projektleiterin des Guten Rates Alexandra Wang am Dienstag erklärte, werden die insgesamt 24.946.000 Euro nicht auf einmal, sondern großteils über mehrere Jahre hinweg verteilt. Damit soll eine gewisse Planbarkeit für die unterstützten Initiativen sichergestellt werden. Die gesamte Liste der Organisationen findest du auf der Website "Guter Rat".
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