Horror-Szenario Flugzeugentführung
Großübung der Polizei am Flughafen Graz
- Was wie eine Szene aus einem Thriller anmutet, war eine Großübung der Polizei am Grazer Flughafen.
- Foto: Flughafen Graz
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Rund 500 Personen probten am Dienstag am Flughafen Graz den Ernstfall. Im Fokus stand ein fiktives Terror-Szenario, das die Zusammenarbeit von Polizei, Spezialeinheiten und weiteren Einsatzorganisationen auf die Probe stellte. Im Gegensatz zu den üblichen Katastrophenübungen lag der Schwerpunkt dieses Mal auf einer Flugzeugentführung und den polizeilichen Maßnahmen, um eine solche komplexe Bedrohung zu bewältigen.
FELDKIRCHEN BEI GRAZ. Der Flug der Airline "Neuroline" von Graz nach Tomorrow Town soll zu Mittag starten. Nachdem die Passagiere an Bord gegangen sind, geschieht das Unvorstellbare: Mehrere Täter entführen das Flugzeug und nehmen die Passagiere als Geiseln. Was klingt, wie das Drehbuch eines neuen Hollywood-Streifens, war am Dienstag Szenario für die Großübung "Alpha 9" der Polizei am Grazer Flughafen. Insgesamt 500 Personen – von Polizei und Cobra über Feuerwehr, Flughafen und Airline bis hin zum Kriseninterventionsteam – waren an der Übung beteiligt.
- Rund 500 Personen waren am Dienstag an der größten Einsatzübung in der Geschichte des Grazer Flughafens beteiligt.
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Polizeiarbeit und Kommunikation im Fokus
Alle zwei Jahre werden auf internationalen Flughäfen Einsatzübungen durchgeführt, um die Notfallplanung zu überprüfen. Während am Grazer Flughafen in den vergangenen Jahren mehrheitlich Katastrophenszenarien wie etwa Flugzeugabstürze mit großem Feuerwehr- und Rettungseinsatz durchgespielt wurden, lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der polizeilichen Arbeit und der Kommunikation zwischen Behörden, Einsatzorganisationen, Fluglinie und Flughafen.
„Die heutige Übung am Flughafen Graz hat verdeutlicht, wie unerlässlich eine enge Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte in einem Ernstfall ist. Unsere oberste Priorität ist der Schutz der Bevölkerung und dafür müssen wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Solche Übungen sind ein zentraler Bestandteil unserer Sicherheitsstrategie, um im Ernstfall schnell und koordiniert reagieren zu können.“
Gerald Ortner, Landespolizeidirektor
Es handle sich um hochkomplexe Einsatzlagen, wo die Polizei und ihrer Partner in außergewöhnlicher Form gefordert seien, pflichtete Kurt Kornberger, Standortkommandant des Einsatzkommandos Cobra Süd, bei. „Dabei sind Koordination und Zusammenarbeit wesentlich, um mehr als die Summe der einzelnen Fähigkeiten zu erreichen und dadurch ein noch höheres Maß an Sicherheit zu gewährleisten.“
- Die Großübung stellte eine logistische Herausforderung dar, mussten doch rund 500 Teilnehmende bei laufendem Flugbetrieb koordiniert werden.
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Logistische Herausforderung
Für den Flughafen Graz stellte die Übung eine logistische Herausforderung dar. Schließlich mussten rund 500 Teilnehmende bei laufendem Flugbetrieb koordiniert werden. Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Graz Airport, zeigte sich dennoch sehr zufrieden: „Die Notfallübung ist sehr erfolgreich abgelaufen. In den kommenden Wochen werden wir gemeinsam mit unseren Partnern die Übung aufarbeiten, um neue Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen“, so Grimus. Ein besonderer Dank gelte dem Team sowie den Partnern, die eine Übung in dieser Größenordnung erst ermöglicht habe.
„Als größte Airline am Standort arbeiten wir erfolgreich mit dem Flughafen Graz zusammen. Da Sicherheit die oberste Maxime im Luftverkehr ist, haben wir uns im Rahmen unserer engen Partnerschaft gerne an der Übung beteiligt“, erklärt dazu Eurowings-Kapitän Alexander Gsteu, der die Eurowings-Maschine gerne für die Übung zur Verfügung stellte.
Das weitere Übungsszenario
Und wie ging die Übung nun nach Bekanntwerden der Flugzeugentführung weiter? Vom Flughafenpersonal wurden sofort die zuständigen Sicherheitsbehörden und Einsatzorganisationen sowie alle internen Stellen alarmiert. Als verantwortliche Sicherheitsbehörde übernahm die Landespolizeidirektion Steiermark den Einsatzstab und stellte den behördlichen Einsatzleiter. Gemeinsam mit der Verhandlungsgruppe Süd und dem EKO Cobra wurde mit den Tätern verhandelt und weitere Maßnahmen gesetzt. Es kam zu Verletzten und zur Freilassung einiger Entführungsopfer. Die Lage spitzte sich zu, eine Erstürmung des Flugzeugs wurde notwendig.
Wie gut, dass es sich bei diesem Horrorszenario nur um eine Übung handelte. Die Erkenntnisse darauf sollen jedoch im Falle des Falles helfen, gut gerüstet zu sein.
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