Hitzeproblem Asphalt
Hohe Bodenversiegelung verschärft Hitzebelastung
- Insgesamt ist in der Steiermark bereits eine Fläche von 401 Quadratkilometer durch Gebäude- und Verkehrsflächen versiegelt.
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Die Hitzewelle hat die Steiermark erreicht. Die Versiegelung von Böden mit Asphalt und Beton verschärft das Hitzeproblem. Es braucht rasche Entsiegelungsmaßnahmen in den Städten und Gemeinden. Zudem ruft der VCÖ die Bevölkerung auf, Straßen und Plätze, die Hitze-Hotspots sind, online auf einer Hitzekarte einzutragen.
STMK. Asphalt heizt sich in der Sonne auf über 60 Grad auf. Zwei Fußballfelder – so groß war die Fläche, die in der Steiermark zwischen 2015 und 2020 im Schnitt täglich für Gebäude, Straßen und Parkplätze mit Asphalt und Beton versiegelt wurde, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt. Hitzewellen werden in Zukunft durch den Klimawandel zunehmen.
Hitze-Stau
"Während unverbaute Böden, wie beispielsweise Wiesen, Regenwasser aufnehmen und bei Hitze die Umgebung kühlen, heizen mit Asphalt oder Beton versiegelte Flächen die Umgebung massiv auf. Große Pkw-Abstellplätze bei Supermärkten und Einkaufszentren sind Asphaltwüsten, die Hitze-Stau verursachen, ebenso städtische Straßen, wo es keine Bäume und keine Grünflächen gibt."
VCÖ-Expertin Lina Mosshammer
"Der Straßenraum in den Städten und Gemeinden ist rasch an die Erderhitzung anzupassen. Konkret heißt das mehr schattenspendende Bäume, mehr Grünflächen und verstärkte Entsiegelung", erklärt VCÖ-Expertin Mosshammer.
- So sollte jeder großflächige Pkw-Abstellplatz mindestens einen Baum pro Stellplatz aufweisen und Asphalt oder Beton möglichst durch versickerungsfähige Oberflächen ersetzt werden.
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Während bei asphaltierten Parkplätzen kein Wasser versickern kann, können bei festem Kiesbelag immerhin 40 Prozent des Wassers versickern und bei Rasengittersteinen sogar 85 Prozent. Wasser, das im Boden versickert, verdunstet an heißen Tagen und kühlt dadurch die Umgebung ab.
Gesundheitliche Folgen
Hitze ist eine große Gesundheitsgefahr vor allem für chronisch kranke Menschen sowie für ältere Menschen. Sie können dann beispielsweise Gehsteige, die in der prallen Sonne liegen, nicht benützen, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.
In Jahren mit besonders heißem Sommer gibt es mehr Hitzetote als Verkehrstote. In Österreich war das beispielsweise im Jahr 2018 der Fall, als 409 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden, die Hitze aber sogar 550 Menschen das Leben kostete.
- Aufgrund der Erderhitzung wird die Zahl der Hitzetage in Österreich künftig weiter zunehmen.
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Hitze-Hotspots melden
Man möchte gemeinsam mit der Bevölkerung aufzeigen, wo es in den Städten und Gemeinden Hitze-Hotspots gibt. Auf der VCÖ-Website www.vcoe.at können Straßen und Plätze, wo es an Hitzetagen unerträglich heiß wird, in der Hitzekarte markiert werden.
Der VCÖ leitet die von der Bevölkerung gemeldeten Hitze-Hotspots an die zuständigen Behörden in den Städten und Gemeinden weiter.
Aufruf zur Entsiegelung
Auch außerhalb der Städte und Gemeinden sind Entsiegelungsmaßnahmen wichtig. Überbreite Freilandstraßen können beispielsweise rückgebaut und ein Grünstreifen heraus gefräst werden. Das Straßennetz in der Steiermark weist bereits eine Gesamtlänge von rund 24.400 Kilometer aufweist.
"Jeder weitere Ausbau des bereits sehr dichten Straßennetzes bedeutet, dass weitere Böden versiegelt werden und im Kampf gegen die Hitzebelastung verloren gehen", drängt VCÖ-Expertin Mosshammer auf einen sorgsamen Umgang mit der wertvollen Ressource Boden.
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