Mehr Mut zum Weltfrauentag
Was bekannte Steirerinnen ihrem jüngeren Ich raten würden
- Von Frau zu Frau: Was würdest du deinem jüngeren Ich gerne sagen? Welchen Rat würdest du ihm geben?
- Foto: Unsplash/Maria Budanova (Pristavskaya)
- hochgeladen von Sarah Konrad
Was würden erfolgreiche Frauen ihrem jüngeren Ich heute raten? Zum Weltfrauentag haben vier Steirerinnen innegehalten – und ihre ganz persönlichen Botschaften formuliert. Es geht um Mut, Gelassenheit, Selbstvertrauen und darum, Gleichberechtigung neu zu denken.
STEIERMARK. Frauen und Männer sind in der Steiermark auch 2026 noch nicht gleichberechtigt. Das belegen aktuelle Zahlen von Land, Wirtschaftskammer und AMS. Die Frage, ob es den Weltfrauentag noch braucht, stellt sich also nicht. Doch an diesem 8. März soll nicht eine weitere Statistik im Mittelpunkt stehen. Statt Defizite aufzuzählen, geht es um Mut. Fünf Frauen aus der Steiermark erzählen, welchen Rat sie heute ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg geben würden – und geben damit auch anderen etwas mit.
„Hör auf dich ständig zu hetzen“
Nicht einen, sondern gleich drei Tipps würde Katrin Fischer, Geschäftsführerin der Female Leadership Initiative (Felin) Steiermark ihrem jüngeren Ich geben. „Erstens, hör auf, dich ständig zu hetzen. Du wirst noch so viele Jahre haben, um zu wachsen. Du musst nicht jetzt schon alles wissen, alles können, alles erreichen. Zweitens, geißel dich nicht für jeden Fehler. Du darfst lernen, ohne dich dafür zu bestrafen. Und drittens, Widerspruch kostet zwar Sympathiepunkte, aber das ist der Preis für ein Leben, das dir gehört.“
- Katrin Fischer ist Geschäftsführerin von Felin. Was sie ihrem jüngeren Ich gerne sagen würde: "Hör auf, dich ständig zu hetzen. Du wirst noch so viele Jahre haben, um zu wachsen. Du musst nicht jetzt schon alles wissen, alles können, alles erreichen."
- Foto: Fabsab Media
- hochgeladen von Sarah Konrad
Gelassenheit statt Perfektion
Einen Rat, den sie selbst erst als Erwachsene wirklich verinnerlichte, würde Daniela Grabovac ihrem jüngeren Ich gerne mitgeben: „Du musst nicht perfekt sein.“ Was einfach klingt, sei für viele Frauen ein täglicher Kraftakt. „Wir befinden uns oft in diesem Rad, alles perfekt machen zu wollen. Beruflich, privat – überall 100 Prozent. Aber alles geht sich nicht aus.“ Der Anspruch, ständig funktionieren zu müssen, nehme die Luft zum Atmen. Sich einzugestehen, dass nicht immer alles gelingen müsse, sei ein „Balsam für die Seele“, sagt die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark. Mit einer gewissen Gelassenheit an Dinge heranzugehen, tue unglaublich gut.
- "Du musst nicht perfekt sein", diese Botschaft würde Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, ihrem jüngeren ich gerne senden.
- Foto: Prontolux
- hochgeladen von Sarah Konrad
Jeder Schritt erfüllt einen Zweck
Kurz und klar formuliert es Martina Schröck: „Sei zufrieden mit jedem Schritt, den du gesetzt hast – er erfüllt einen höheren Zweck.“ Ihr eigener Weg ist geprägt von Veränderung. Erste berufliche Erfahrungen sammelte die gebürtige Bruckerin in der Volkshilfe, später schlug sie eine politische Laufbahn ein. Nach ihrem Rückzug aus der Politik übernahm sie die Leitung des FAB, dem Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung. Dort setzt sie sich für arbeitssuchende Menschen mit Lebenserfahrung und für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche ein. Ende Mai 2025 wurde Martina Schröck zudem zur Obfrau der VinziWerke Österreich gewählt. Jeder habe sie weitergeführt – manchmal anders als geplant, aber immer in die richtige Richtung.
- "Sei zufrieden mit jedem Schritt, den du gesetzt hast – er erfüllt einen höheren Zweck", sagt Martina Schröck, Obfrau der VinziWerke Österreich.
- Foto: Robert Sommer
- hochgeladen von Sarah Konrad
Gleichberechtigung geht in zwei Richtungen
Mit fast 35 Jahren Erfahrung im feministischen Bereich weiß Michaela Gosch, Geschäftsführerin der Frauenhäuser Steiermark, wie viel erreicht wurde – und wie viel noch zu tun bleibt. Ihrem jüngeren Ich würde sie vor allem eines sagen: Gleichberechtigung darf nicht einseitig gedacht werden. „Wir haben lange versucht, dorthin zu kommen, wo Männer schon sind – das zu erreichen, was sie schon erreicht haben. Aber es geht auch darum, Männer dorthin zu bringen, wo wir Frauen schon längst sind.“
- Frauenhäuser-Geschäftsführerin Michaela Gosch ist davon überzeugt, wenn Gleichberechtigung gelingen soll, darf sie nicht einseitig gedacht werden.
- Foto: MeinBezirk/Verena Kriechbaum
- hochgeladen von Verena Kriechbaum
Was sie damit meint: „Dass Männer auch weinen, ihre Emotionen zeigen und zum sozialen Zusammenhalt in der Familie, ja sogar in der Welt beitragen dürfen. Kurz, dass sie das ‚dürfen‘, was auch Frauen ‚dürfen‘.“ Der Kampf könne nur gelingen, wenn beide Seiten bereit seien, die Welt der jeweils anderen zu verstehen.
„Bleibe mutig! Es lohnt sich“
Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler wiederum geht es in ihrer Botschaft an ihr jüngeres Ich um Mut und darum, sich etwas zu trauen. „Liebe Nora, du bist 15 Jahre alt und erlebst gerade mit dem ersten Lerncafé, das du gegründet hast, dass du etwas zum Besseren bewegen kannst. Vertraue dieser Spur! Traue dir zu, Verantwortung zu unternehmen und bleibe mutig! Es lohnt sich. Für dich und für andere. Denn die Welt braucht Frauen, die sich in die vorderste Reihe trauen und Entscheidungen treffen: in der Politik, in der Gesellschaft, in Unternehmen.“
- "Traue dir zu, Verantwortung zu unternehmen und bleibe mutig! Es lohnt sich. Für dich und für andere", würde Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler ihrem 15-jährigen Ich heute sagen.
- Foto: Harald Eisenberger
- hochgeladen von Sarah Konrad
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.