Energiebericht Steiermark 2025
Grüne Energie am Vormarsch, fossile Abhängigkeit bleibt
- Bei der Wind- und Wasserkraft waren im Jahr 2024 deutliche Zuwächse in der Primärenergieerzeugung zu verzeichnen.
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Öl, Gas, Fernwärme und Erneuerbare: Wie steht es um die steirische Performance im Energiebereich? Wie entwickelt sich der Verbrauch und wo steht das Bundesland beim Anteil der Erneuerbaren Energien? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der neue Energiebericht Steiermark 2025, den das Land nun veröffentlicht hat. MeinBezirk hat sich diesen angesehen und fasst für dich die wichtigsten Entwicklungen zusammen.
STEIERMARK. Die gute Nachricht vornweg: Der Energieverbrauch ist in der Steiermark im Jahr 2024 gesunken. Und zwar um 0,5 Prozent von 176,4 im Jahr 2023 auf 175,5 Petajoule – und das bei leicht wachsender Wirtschaftsleistung, denn das steirische Bruttoregionalprodukt stieg 2024 um vier Prozent.
Erfreulich ist die generelle Entwicklung beim Energiemix: So sanken der Erdöl- und der Erdgasverbrauch um 4,8 beziehungsweise 2,4 Prozent, während der Anteil der erneuerbaren Energien auf über 40 Prozent (plus 8,4 Prozent) gestiegen ist.
Stand: 2024
| Sektor | Endenergieverbrauch in Petajoule |
|---|---|
| Energetischer Endverbrauch | 175,5 |
| Produzierender Bereich | 66,6 |
| Verkehr | 48,2 |
| Dienstleistungen | 11,5 |
| Private Haushalte | 44,6 |
| Landwirtschaft | 4,5 |
Quelle: Energiebericht 2025, Land Steiermark
Steirische Haushalte senken Energieverbrauch
Interessant dabei: Die Reduktion beim Energieverbrauch ergab sich nicht durch Einsparungen im Bereich der produzierenden Industrie, der Landwirtschaft oder dem Dienstleistungssektor, welche allesamt mehr Energie verbrauchten, sondern in erster Linie durch die privaten Haushalte. Diese senkten den Energieverbrauch 2024 um 5,8 Prozent von 47,3 auf 44,6 Petajoule. Auch im Verkehr gab es übrigens ein kleines Minus zu verzeichnen.
Die positive Entwicklung bei den Privathaushalten wird laut Bericht in erster Linie mit der wärmeren Witterung begründet. Zum anderen macht sich hier die fortschreitende Sanierung älterer Gebäude in der Steiermark bemerkbar. So wird darauf verwiesen, dass nur noch rund jeder fünfte Haushalt mit Kohle, Öl und Erdgas heizt – im Jahr 2000 lag der fossile Anteil noch bei über 50 Prozent. Parallel dazu gewinne die Fernwärme weiter an Bedeutung, wobei auch hier der Ausbau biogener Energieträger voranschreitet.
- Die Fernwärme ist auf dem Vormarsch, Öl- und Gasheizungen sind in der Steiermark immer seltener zu finden.
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Stand: 2024
| Energieträger | Endenergieverbrauch (in PJ) | Veränderung 2023–2024 |
|---|---|---|
| Elektrische Energie | 37,7 | +2,4 % |
| Fernwärme | 10,2 | +8,0 % |
| Umgebungswärme | 4,2 | +3,9 % |
| Biomasse | 39,2 | +2,3 % |
| Brennbare Abfälle | 1,5 | -21,6 % |
| Erdgas | 27,6 | -2,4 % |
| Öl | 51,7 | -4,8 % |
| Kohle | 3,5 | +2,3 % |
| Gesamt | 175,5 | -0,5 % |
Quelle: Energiebericht 2025, Land Steiermark
Hohe Abhängigkeit fossiler Energieimporte
Um den Gesamtenergiebedarf der Steiermark zu decken, waren im Jahr 2024 Energieimporte in der Höhe von 143,5 Petajoule erforderlich, wobei der Großteil (117,4 Petajoule) auf Träger wie Kohle, Öl und Gas entfiel. In erster Linie wird also fossile Energie importiert.
Und wie sieht es nun mit der Energie aus, die hierzulande produziert wird? Ein Blick in den Bericht zeigt, dass erneuerbare Energieträger auf dem Vormarsch sind. Dass die Steiermark auch als grünes Herz Österreichs bezeichnet wird, spiegelt sich demnach im hohen Anteil der Biomasse wider. Dieser betrug im Jahr 2024 rund 63 Prozent. Mit knapp 20 Prozent liegt die Nutzung der Wasserkraft an zweiter Stelle und unterstreicht damit laut Energiebericht die Bedeutung für die Steiermark. Die Photovoltaik liegt im Jahr 2024 mit einem Anteil von 6,6 Prozent knapp vor der Umgebungswärme (5,3 Prozent). Die Windenergie macht weiterhin nur einen geringen Anteil aus und lag 2024 bei 2,7 Prozent.
- Im Jahr 2024 wurden rund 180 MW an Photovoltaikkapazität neu installiert, was zu einer Rekorderzeugung von etwa 5,5 Petajoule führte.
- Foto: Caspar Rae / Unsplash
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Ein neuer Höchststand wurde bei der Stromerzeugung erzielt: Dank des starken Ausbaus der Photovoltaik sowie vorteilhafter Wind- und Wasserbedingungen stieg der Anteil erneuerbarer Energien an der Strombereitstellung auf 63,6 Prozent.
Steiermark auf Zielpfad?
Für die Klima- und Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) zeige der Bericht jedenfalls deutlich, dass sich die Steiermark weiterhin auf einem „guten Weg“ befinde.
„Gleichzeitig bleibt noch viel zu tun. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien muss konsequent vorangetrieben werden, um unsere Klima- und Energieziele zu erreichen. Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur – insbesondere in den Bereichen Netzausbau, Energiespeicherung und Versorgungssicherheit.“
Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Energiebericht 2025
Zum Hintergrund: Im Rahmen der steirischen Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 plus (KESS 2030 plus) wurden unter anderem folgende Ziele festgelegt:
- den Energieverbrauch in Bezug zum Basisjahr 2020 bis 2030 um 17 Prozent zu reduzieren,
- den Anteil der erneuerbaren Energie bis 2030 auf 55 Prozent zu erhöhen und
- den Anteil von Erneuerbaren bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen.
- Die Steiermark befindet sich laut Energie- und Klimalandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) auf einem „guten Weg“, hat aber dennoch viel zu tun.
- Foto: Jorj Konstantinov
- hochgeladen von Antonia Unterholzer
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