14.09.2016, 13:28 Uhr

Das ist unsere neue Lernkultur

Von nichts kommt nichts. Das dachten sich 138 Feldbacher und nahmen am zweitägigen Bildungssymposium teil.

Gelungene Bürgerbeteiligung – die "Schule der Zukunft" nimmt Formen an.

Was ist denn nun diese "neue Lernkultur", dieser breite Begriff, der als Essenz jener Schule der Zukunft fungieren soll, die Bürgermeister Josef Ober seit Monaten unermüdlich propagiert? Der Frage gingen 138 Bürger in einem öffentlichen Workshop, dem Bildungssymposium, auf den Grund.

Innovative Pädagogik

Die "neue Lernkultur" lässt sich nicht in wenige Sätze komprimieren. Sie ist eine Grundhaltung, die selbst in die kleinsten Winkel des Bildungssystems hineinwirkt. "State of the art" sei diese Art des Lernens und Lehrens, meint Susanne Herker, Expertin für innovative Pädagogik an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz. Es handle sich um ein Prinzip, das vom Schüler ausgehe, das die Stärken jedes einzelnen Kindes im Blick habe. Schüler würden Verantwortung für den eigenen Lernprozess übernehmen, man gestehe ihnen Freiraum zu, etabliere aber klare Strukturen und Verbindlichkeiten. Pädagogen helfen beim Lernen, vermitteln geeignete Methoden, etwa für das Zeitmanagement, geben Feedback, fordern dieses aber auch ein, sehen die Heterogenität im Klassenzimmer als Chance.
Neben Herker hatten auch die Teilnehmer am Symposium einiges beizutragen. Hier ein Auszug aus dem reichhaltigen Potpourri von Ideen, Wünschen und Anregungen der Arbeitsgruppen: Mut für Veränderung, mehr Wertschätzung und Begeisterung für den neuen Weg wurden gefordert. Es brauche die "besten Lehrkräfte", aber auch eine intensive Elternarbeit, damit diese wieder "Vertrauen in das Feldbacher Schulsystem bekommen." Dies beginne schon im Kindergarten, für den man sich mehr Wertschätzung wünsche. Des Weiteren würden neue Raumstrukturen benötigt, auch in Hinblick auf eine mögliche Ganztagsschule. Mit der Wirtschaft solle es engere Kooperationen geben, meinten einige der anwesenden Feldbacher.
Neues Lernen braucht entsprechenden Raum, also offene Lern- und Ruhezonen sowie Grünflächen, sprich eine lernfördernde, "flexible" Umgebung mit bester Ausstattung. Dass die Gebäude in der Ringstraße, wo ein gemeinsamer Campus für alle Pflichtschüler der Gemeinde entstehen soll, nicht nur saniert, sondern umgebaut werden müssen, darüber waren sich letztlich alle einig.

Wie es weiter geht

Josef Ober, der sich ob der regen Bürgerbeteiligung begeistert zeigte, möchte nun zügig voranschreiten. Die Ergebnisse der zwei arbeitsreichen Tage werden zusammengefasst und an den Landesschulrat geschickt. Es folgen weitere Expertenvorträge und Besuche diverser Modellschulen – dem pädagogischen Detailkonzept soll dann die konkrete Raumplanung folgen. Zuvor muss jedoch das Land grünes Licht geben.
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