MeinBezirk & Wavect setzen KI-Schwerpunkt
Kinder, KI, Ferienzeit - ein paar Tipps
- Künstliche Intelligenz (KI) und der heimische Nachwuchs. Tipps und Regeln für einen positiven Umgang.
- Foto: SCCH
- hochgeladen von Elisabeth Klein
Sommerferien, die Lieblingszeit aller Schülerinnen und Schüler, ist angebrochen. Die "Freizeit ohne Ende" bringt aber auch Gefahren mit sich, vor allem in der technischen Entwicklung. Kinder "sprechen" immer öfter mit der KI und sollten daher klare Regeln für den Umgang mit der KI beachten. Die von der EU-Kommission beauftragten Experten empfehlen, den Zugang zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren in allen Mitgliedsländern zu beschränken.
INNSBRUCK. Österreichs Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren nutzen zu 94 Prozent die Künstliche Intelligenz. Mit 24 % liegt ChatGPT an der Spitze, WhatsApp, AI Meta oder Gemini bieten ebenfalls Informationen im Tausch gegen "Privates".
MeinBezirk hat gemeinsam mit Kevin Riedl, IT-Experte der Software-Agentur Wavect in Ampass einige wichtige Tipps für den richtigen Umgang des Nachwuchses mit der KI. Das Wichtigste in Kürze: keine Daten verraten, keine Geheimnisse teilen und klare Regeln aufstellen.
- Christof Jori, Kevin Riedl und Katharina Jovovic von wavect.
- Foto: Studio Matphoto
- hochgeladen von Georg Herrmann
Tipps
Persönliche Daten
Riskant „Ich heiße Anna, bin 12 Jahre alt, gehe in die Schule XY und brauche Hilfe mit ...“
Besser „Ich bin Schülerin und brauche eine einfache Erklärung zu diesem Thema, ohne persönliche Daten zu nennen.“
Warum wichtig: Kinder sollten KI-Tools niemals mit vollständigem Namen, Schule, Wohnort, Telefonnummer, Fotos oder anderen sensiblen Informationen füttern.
Freundschafts- oder Beziehungsprobleme
Riskant „Mein Freund / meine Freundin hat ... Was soll ich tun?“ mit echten Namen, Screenshots oder privaten Details.
Besser „Welche allgemeinen Möglichkeiten gibt es, mit Streit unter Freunden umzugehen?“
Warum wichtig: Private Konflikte sollten nicht mit echten Namen oder persönlichen Details in KI-Tools eingegeben werden. Besser sind allgemein formulierte Fragen.
Faktencheck
Riskant Eine KI-Antwort ungeprüft für ein Referat, eine Präsentation oder eine Hausaufgabe übernehmen.
Besser „Nenne mir drei Punkte, die ich danach mit verlässlichen Quellen überprüfen soll.“
Warum wichtig: KI kann überzeugend klingen, auch wenn Informationen falsch, veraltet oder unvollständig sind. Kinder sollten lernen, KI-Antworten immer kritisch zu prüfen.
Deepfakes und manipulierte Inhalte
Riskant Ein Bild, Video oder eine Sprachnachricht sofort glauben und weiterleiten.
Besser „Woran kann ich erkennen, ob ein Bild, Video oder eine Sprachnachricht manipuliert wurde?“
Warum wichtig: Gerade Kinder und Jugendliche begegnen online zunehmend manipulierten Bildern, Stimmen und Videos. Ein gesunder Zweifel ist ein wichtiger Schutz.
KI gemeinsam erleben
Der Umgang mit der KI soll gemeinsam erlebt werden. Erziehungsberechtigte und Kind sollen sich über Gefahren, Erfahrungen und Ergebnisse austauschen und dadurch gemeinsam die wichtigsten Regeln für den KI-Umgang definieren. Gemeinsam sollen die Fragen Wann darf KI genutzt werden? Wofür ist KI erlaubt? Welche Themen sind tabu? Wann muss ein Erwachsener mitlesen oder helfen? beantwortet werden. Kevin Riedl nennt ein praktisches Beispiel: "Wenn eine KI Angst macht, Druck erzeugt, sehr persönliche Fragen stellt oder unangenehme Inhalte liefert, sollten Kinder die Nutzung sofort beenden."
- Auch in manchen Spielsachen befindet sich bereits KI
- Foto: Tatiana Diuvbanova / Shutterstock
- hochgeladen von Georg Herrmann
Neugier erlauben, Sicherheit lernen
KI muss nicht grundsätzlich verboten werden, betont Roíedl weiter. "Kinder brauchen Begleitung, klare Grenzen und die Fähigkeit, Antworten kritisch zu hinterfragen. Das zielt ist, den Kindern nicht Angst der vor KI machen, sondern einen sicheren, bewussten und verantwortungsvollen Umgang lernen", erklärt Kevin Riedl abschließend.
Kevin Riedl ist Geschäftsführer der Wavect GmbH aus Tirol. Wavect entwickelt Softwareprodukte und KI-nahe Anwendungen für Unternehmen, Startups und technische Teams. Das Unternehmen beschäftigt sich in kostenlosen Bildungsformaten auch mit digitaler Kompetenz für Kinder, Jugendliche und Eltern.
EU-Experten empfehlen Social-Media-Verbot bis 13
Die von der EU-Kommission beauftragten Experten empfehlen, den Zugang zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren in allen Mitgliedsländern zu beschränken. Die Bevölkerung ist ebenfalls für eine strikte Alters-Regel. In ihrem Bericht empfiehlt das Gremium, den Zugang zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren in allen Mitgliedsländern zu beschränken. Die Nutzung sozialer Netzwerke und anderer digitaler Dienste sollte bis zu dieser Altersgrenze nur unter Aufsicht der Eltern oder in einem pädagogischen Kontext sowie jedenfalls zeitlich begrenzt erfolgen. Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage befürworten zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer EU-weite Social-Media-Beschränkungen für Kinder und Jugendliche. Die Befragten zeigten sich auch besorgt über die Risiken, denen Kinder in sozialen Medien ausgesetzt sind, wie Cybermobbing, sexuelle Ausbeutung oder Kontakt mit schädlichen Inhalten wie Gewalt, Selbstverletzung oder Extremismus, teilt die APA in einer Aussendung mit.
- 2023: Die Schülerinnen und Schüler des Programmierkurses „Coding4Kids“ in Innsbruck gemeinsam mit Generalsekretärin-Stv. Mariana Kühnel (hinten, 5.v.r.), Projektleiter Mario Eckmaier (hinten, 4.v.r.), IC-Spartenobmann Dietmar Hernegger (hinten, r.) und WK Tirol-Direktorin Evelyn Geiger-Anker (2.v.l.) und den beiden Trainern Kevin Riedl (l.) und Christof Jori (r.).
- Foto: FACTOR/Caro Doll
- hochgeladen von René Rebeiz
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