Brennerachse
Wirtschaftskammer Tirol warnt vor weiteren Verzögerungen
- Wirtschaftskammer-Präsidentin warnt vor weiteren Verzögerungen beim Ausbau der Brennerachse.
- Foto: MeinBezirk/Maximilian Sprenger
- hochgeladen von Thomas Geineder
Die Wirtschaftskammer Tirol fordert Tempo beim Ausbau der Brennerachse. Weitere Verzögerungen gefährden laut WK den Wirtschaftsstandort.
TIROL. Die Diskussion um neue Verzögerungen beim Ausbau der Brennerachse sorgt in Tirol für Kritik. Hintergrund sind mögliche Verschiebungen bei mehreren Großprojekten entlang des Brennerkorridors. So könnte der deutsche Nordzulauf laut aktuellen Einschätzungen erst nach 2050 fertiggestellt werden. Auch beim Brennerbasistunnel steht eine Verschiebung der Fertigstellung auf 2034 im Raum. Zusätzlich soll laut Wirtschaftskammer Tirol nun auch der Ausbau der Unterinntalbahn zwischen Radfeld und Kufstein/Schaftenau aus Budgetgründen erst 2039 umgesetzt werden.
„Kein falsches Signal aus Wien“
Die Tiroler Wirtschaftskammer warnt eindringlich vor weiteren Verzögerungen. WK-Präsidentin Barbara Thaler betont, dass der Brennerbasistunnel nur gemeinsam mit funktionierenden Zulaufstrecken seinen Zweck erfüllen könne:
„Wer den Brennerbasistunnel ernst nimmt, darf bei den Zulaufstrecken nicht auf die Bremse steigen.“
Sie fordert von der Bundespolitik und den Nachbarstaaten die Einhaltung der Zeitpläne, verbindliche Finanzierungszusagen sowie schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Österreich dürfe nicht einerseits von Deutschland mehr Tempo verlangen und gleichzeitig eigene Projekte verschieben. Der Brennerbasistunnel sei laut Thaler das Herzstück einer der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen und entscheidend für Güterverkehr, Tourismus, Industrie und stabile Lieferketten.
Forderung nach europäischer Gesamtstrategie
Die Wirtschaftskammer Tirol verlangt deshalb, den Brennerkorridor als europäisches Gesamtprojekt zu behandeln. Neben leistungsfähigen Schienenstrecken brauche es ausreichend Terminal- und Umschlagkapazitäten sowie eine grenzüberschreitende Steuerung zur Kontrolle der Fortschritte. „Unsere Betriebe brauchen verlässliche Verkehrsachsen, keine offenen Zeithorizonte“, erklärt Thaler. Nur mit einem raschen Ausbau könne die Schiene eine echte Alternative zum Straßenverkehr werden. Für Tirol gehe es dabei nicht nur um Verkehrspolitik, sondern auch um Standort- und Lebensqualität sowie um das Vertrauen in politische Zusagen.
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