pfingstART Weiz 2022
Kunst, Literatur, Philosophie und Neue Töne
- Künstler Walter Kratner und Literaturwissenschaftlerin Dr. Sonja Kaar (re.) im Gespräch mit H. C. Artmanns Witwe Rosa Pock-Artmann (Mitte).
- Foto: Monika Wilfurth
- hochgeladen von Monika Wilfurth
„Ende der Träume“ war das Motto des pfingstART Weiz 2022.
Kurator und Künstler Walter Kratner präsentierte ein hochkarätiges Kulturprogramm und seine Kunstinstallation „Landschaft“ in der Weizbergkirche. „Das Bild einer Landschaft, die nicht nur eine Seelenlandschaft sondern auch eine politische Landschaft darstellt“, so Kratner im ORF-Interview. Der Künstler Werner Schimpl beschäftigte sich mit der Dialektik von Innen und Außen und umhüllte das Taufbecken der Basilika mit der Installation „Sicherheiten – sich erheitern“.
Im Zentrum stand der Dichter H. C. Artmann, der heuer 101 Jahre alt geworden wäre. Seine Witwe Rosa Pock-Artmann las aus ihren Büchern im Kulturkeller am Weizberg, dessen Wände von der Künstlerin Stefanie Brottrager mit Zitaten aus Rosa Pocks Buch „Wir sind Idioten“ bemalt wurden. Nach der Lesung erzählte die Veza-Canetti-Preisträgerin im Interview mit Walter Kratner und der Weizer Literaturwissenschaftlerin Sonja Kaar aus ihrem Leben, und warum ihr Schrift und Sprache sowie zwischenmenschliche und soziale Themen wichtig sind.
Danach folgte eine szenische Lesung mit Tönen und Geräuschen mit dem Schauspieler Walter Prettenhofer und dem Musiker Benno Koloska.
Sonja Kaar ist eine wahre Expertin, wenn es um den Dichter H. C. Artmann geht. Gemeinsam mit Marc-Oliver Schuster hat sie im Sommer 2021 das Buch „H. C. Artmann & Berlin“ herausgegeben.
Berlin - die Stadt, in der H. C. Artmann seine beste Zeit erlebte.
„Die österreichische Avantgarde fand in Berlin große Anerkennung. Die Autoren konnten wichtige Kontakte knüpfen. Auch der österreichischer Schriftsteller, Komponist und bildende Künstler Gerhard Rühm war einer der ersten, die nach Berlin gingen“, so Sonja Kaar.
Gerhard Rühm, 92 Jahre alt und wie Artmann Gründungsmitglied der „Wiener Gruppe“, kam auf Einladung von Sonja Kaar nach Weiz. Im Rahmen des Pfingstart-Festivals sprach er im Interview von seiner Begegnung mit H. C. Artmann in Berlin, den Anfängen in den 50-er Jahren und über die das erzkonservative Österreich zu dieser Zeit.
Auch der Maler, Grafiker und Schriftsteller Uwe Bremer reiste aus Deutschland an und erzählte im Interview mit Walter Kratner aus seinem Leben im Berlin der 60-er Jahre. Uwe Bremer zeigte zudem in einer Ausstellung im Kunsthaus neue Holzschnitte zu unveröffentlichten Texten aus seiner gemeinsamen Berliner Zeit mit H. C. Artmann.
Abschließend gab es eine humorvolle, szenische Lesung mit Musik von Paul Skrepek und Wolfgang Vincenz Wizlsperger.
Weitere Programmpunkte waren zwei Abendkonzerte in der Taborkirche in Weiz. Im ersten Konzert entführte die vielseitigen Cellistin Sophie Abraham die Besucher in ein virtuoses Klangerlebnis.
Mit dem zweiten Abendkonzert am Mittwoch, 18. Mai 2022 um 19:30 Uhr, klang das Pfingstart-Festival 2022 bei Tango-Musik mit Akkordeonist Klaus Paier und der Cellistin Asia Valcic aus.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.