Kaum eine Party ohne "Alk"
- Einen bewussten Umgang mit Alkohol samt sozialpädagogischer Betreuung lernt die Jugend im Lokal "Times" in Gleisdorf.
- Foto: Auszeit Gleisdorf
- hochgeladen von Ulrich Gutmann
Gehört zur Party dazu: Laut Studie trinken nur 15 Prozent der Jugend
keinen Alkohol. Ein bewusster Umgang gehört gelehrt. Ein gutes Beispiel bietet hier die Jugendsozialeinrichtung "Auszeit Gleiszeit".
Ab wann darf man welchen Alkohol trinken, welchen Alkohol dürfen Jugendliche konsumieren und in welche Lokale dürfen sie fortgehen? Dies und noch weiteres regelt das Jugendgesetz, das mit 1. Jänner in Kraft getreten ist. Um in Erfahrung zu bringen, wie weit die neuen Regelungen im Bewusstsein von Jugendlichen und ihren Eltern angekommen sind, startete die WOCHE gemeinsam mit dem Jugendressort Steiermark und dem renommierten Meinungsforscherinstitut "m(Research" eine große Umfrage.
Befragt wurden konkret ca. 1.200 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren bzw. Eltern von Jugendlichen in diesem Alter. In punkto Alkohol wissen Jugendliche als auch Eltern großteils Bescheid, welcher Alkohol ab 16 und welcher mit 18 erlaubt ist und wo dieser konsumiert werden darf. Klarheit herrscht bei Bier, Wein und Sprudelweine und dass diese ab 16 Jahren konsumiert werden dürfen. Uneinigkeit gab es bei Alkopops, Aperolspritzer, Sturm und Most. Unsicherheit herrschte auch bei manchen Lokalitäten. So war 45 Prozent der Jugendlichen und 42 Prozent der Erwachsenen nicht klar, dass der Besuch von "Flat-Rate-Partys" mit alkoholischen Lockangeboten bis 18 Jahren Tabu sind.
15 Prozent trinken keinen Alk
Und das, obwohl das Thema Alkohol von den Eltern, nach den Ausgehzeiten (89 Prozent) mit 87 Prozent am zweithäufigsten besprochen wird. Erst an dritter Stelle folgt das Rauchen (71 Prozent). Für 51 Prozent der Eltern stellt das Jugendgesetz dabei auch eine Orientierungshilfe dar. Immerhin gaben 56 Prozent der Jugendlichen an, dass Alkohol zu einer Party dazugehört, 54 Prozent sehen Alkohol überhaupt als fixen Bestandteil beim Ausgehen. Interessantes Detail: je älter die Jugendlichen werden, desto eher gaben sie an, dass ihnen Alkohol schmeckt und zur Party/Fortgehen dazugehört. Nur 15 Prozent der Jugendlichen sagten, dass sie keinen Alkohol trinken. Wer in Sachen Alkohol gegen das Gesetz verstößt, muss mit einer Verwarnung und Schulungen, Wiederholungstäter mit Sozialstunden und in weiterer Folge mit Strafen bis zu 300 Euro rechnen.
Regionaler Umgang
Ein bewusster Umgang mit Alkohol muss von den Jugendlichen gelernt werden. Im Bezirk gibt es dazu im "Jugend(kultur)lokal Times" in Gleisdorf ein gutes Beispiel. Dort findet offene Jugendarbeit mit sozialpädagogischer Betreuung statt. "Wir schenken Bier, Wein und Weinmixgetränke an die Jugendlichen aus und schauen dabei, dass sie ihre Grenze nicht überschreiten. Sollte es vorkommen, dann wird es beim nächsten Treffen ein Gespräch mit der Person geben. Dadurch können sie unter Aufsicht lernen, mit Alkohol umzugehen", sagt Andrea Krammer vom Team "Auszeit", das für die Jugendsozialarbeit in Gleisdorf zuständig ist.
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