Apfelanbau
Ernteprognose nach Maß und ein lauter Ruf nach Entlastung

LK-Vizepräsidentin Maria Pein, Obstbauverband-Obmann Manfred Kohlfürst, Obstprinzessin Andrea I., Thomas Reiter, Adam Reiter und Ursula Reiter (v. l.)  | Foto: MeinBezirk/Markus Kopcsandi
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Nach harten Jahren für die steirischen Apfelbäuerinnen und Apfelbauern dürfte die heurige Ernte für vieles entschädigen. Aber ein gutes Jahr mache noch längst nicht die Sorgen der Branche wett – Klimawandel, hohe Lohnnebenkosten und weitere Faktoren belasten die Psyche und das Budget der Produzentinnen und Produzenten in der Steiermark. 

STEIERMARK/GLEISDORF. In den Obstgärten der Grünen Mark herrscht derzeit wieder Hochbetrieb. Seit einigen Tagen läuft die Haupternte der Sorten Gala und "SweeTango". Eine Ernteprognose gaben nun Steiermarks Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein und Manfred Kohlfürst, Obmann des steirischen und österreichischen Obstbauverbands, am Betrieb von Ursula und Thomas Reiter in Gleisdorf ab.

Und da gibt es durchaus gute Nachrichten: Man erwartet eine Erntemenge von 142.000 Tonnen. Im Vorjahr war es nur die Hälfte. Zudem spricht man heuer von einer "Apfelqualität auf Spitzenniveau".

Enormer Druck lastet auf den Schultern 

Aber – es ist in der Branche längst nicht alles eitel Wonne. Warum? Wie Maria Pein betont, seien die Apfelbäuerinnen und Apfelbauern, unter anderem durch den Klimawandel und Extremwetterlagen, einem massiven wirtschaftlichen und psychischen Druck ausgesetzt. 

Thomas, Ursula und Adam Reiter bauen auf ein vielfältiges Angebot und tätigen Investitionen, die es braucht, um bestmöglich für die Folgen des Klimwandels gerüstet zu sein.  | Foto: MeinBezirk/Markus Kopcsandi
  • Thomas, Ursula und Adam Reiter bauen auf ein vielfältiges Angebot und tätigen Investitionen, die es braucht, um bestmöglich für die Folgen des Klimwandels gerüstet zu sein.
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Eine Dekade enormer Verluste 

Lediglich drei "Normalernten" hätte die letzte Dekade eingebracht. Stark gestiegene Betriebskosten, höhere Lohnkosten und neue Schädlinge hätten die Situation ebenfalls erschwert. Viele Apfelbäuerinnen und Apfelbauern hätten als Folge von der Substanz gelebt, Investitionen seien teils kaum möglich gewesen. Das traurige Resultat: Innerhalb von zehn Jahren ist die steirische Anbaufläche um 1.500 Hektar geschrumpft. 

Pein stellt deshalb vier zentrale Forderungen: die Fortführung der Investitionsförderungen für Frostschutz-Beregnung, Speicherbecken und Kühlung, ein besseres Pflanzenschutzmittelangebot in Österreich, eine Senkung der Lohnnebenkosten – ähnlich dem System in Deutschland – und eine leistbare Frostversicherung. 

Mehr Tempo beim Pflanzenschutz muss her 

In Sachen Pflanzenschutz betont Obstbauverband-Obmann Manfred Kohlfürst: "Einerseits müssen neue EU-Zulassungen schneller erfolgen, andererseits sollte es selbstverständlich sein, dass Pflanzenschutzmittel, die in anderen EU-Ländern erlaubt sind, auch hier einsetzbar sind."

Obstprinzessin Andrea I. aus Oberfeistritz bei Anger war auch zugegen.  | Foto: MeinBezirk/Markus Kopcsandi
  • Obstprinzessin Andrea I. aus Oberfeistritz bei Anger war auch zugegen.
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Stets mit Optimismus gehen jedenfalls Ursula und Thomas Reiter an die Sache, auch der 15-jährige Sohn Adam packt gerne im Betrieb mit an. Laut Reiter, dies bestätigt Manfred Kohlfürst, profitiere man in der Oststeiermark von der Hanglage und einem optimalen Mikroklima. Aber: Man müsse natürlich stets mit der Zeit gehen. So hat man sich – man bietet auch Birnen, Pfirsiche und Holunder – breit aufgestellt und baut mit der Direktvermarktung und dem Hofladen auf ein zweites Standbein. Schon seit vielen Jahren verfügt man über eine Tropfbewässerung, heuer hat man die erhöhte Investitionsförderung für die Installation einer Frostberegnungsanlage genutzt. 

"Wir haben nie gejammert, sondern immer nach vorne geschaut."
Ursula Reiter von Obstbau Reiter in Gleisdorf

Zugegen war auch Obstprinzessin Andrea I. aus Oberfeistritz bei Anger. Sie unterstrich, wie wichtig es sei, dass die Obstbäuerinnen und Obstbauern, etwa benachbarte Betriebe, zusammenhalten und sich gegenseitig aushelfen. 

Der Obstgarten Österreichs 

Noch ein paar interessante Zahlen und Fakten: Rund 900 Apfelproduzentinnen und Apfelproduzenten kultivieren auf 4.750 Hektar Fläche steirische Äpfel. Die Steiermark ist übrigens der Obstgarten Österreichs – so liegen 75 Prozent der österreichischen Apfelanbaufläche in der Steiermark.

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