15.01.2018, 16:20 Uhr

Weizer Verkehrsbilanz 2017: Weniger Tote, mehr Verletzte

Kriminalitätsreferent Harald Eppich, Verkehrsreferent Klaus Strobl und Bezirkspolizeikommandant Johann Fellner (v.l.v.r.).

Eine gute Nachricht gleich vorweg: Es gab im Bezirk Weiz mit nur einem Verkehrstoten den niedrigsten Wert aller Zeiten.

Die schlechte Nachricht ist, dass dafür auf der anderen Seite die Anzahl der Verkehrsunfälle um 3,8 Prozent auf 2.363 Unfälle gestiegen ist. Jene mit verletzten Personen stiegen sogar um 15,7 Prozent auf insgesamt 339 Unfälle. Auch die Anzahl der Alkolenker stieg wieder leicht.

"Nur" ein Toter im Straßenverkehr?

"Jeder Toter ist einer zu viel", meint Bezirkspolizeikommandant Johann Fellner. "Aber wir hatten 2017 den niedrigsten Wert seit Beginn unserer Aufzeichnungen, also ist das trotzdem sehr positiv." Im Jahr 2002 seien es laut der eigenen Datenbank-Aufzeichnungen noch 14 gewesen. Der 2017 Verstorbene sei auch nicht im normalen Straßenverkehr, sondern im Zusammenhang mit dem Rechbergrennen auf einem Mini-Bike tödlich verunglückt.

Mehr Unfall-Anzeigen in der Bilanz 2017

Wie dieser niedrige Wert mit der insgesamt um 3,8 Prozent auf 2.363 gestiegenen Zahl an Unfällen zusammenpasst, erklärt sich der Bezirkspolizeikommandant mit verschiedenen Faktoren: "Es gibt regelmäßige Evaluierungen der besonders gefährlichen Straßenkreuzungen. In Gleisdorf an der B54 etwa ist, seitdem die neue Ampelanlage installiert wurde, kein einziger Unfall mehr passiert." Außerdem seien die Fahrzeuge sicherer geworden, und auch die Verkehrsüberwachung der Exekutive ist seiner Meinung nach ein wichtiger Teil: "Eine Geschwindigkeitsbegrenzung macht nur dann Sinn, wenn sie überwacht wird", erklärt er.
Verkehrsreferent Klaus Strobl fügt hinzu: "Es dürften heute mehr Menschen versichert sein als früher, darum werden einfach mehr Unfälle mit Sachschäden, wie Park- oder Wildschäden, angezeigt. Insgesamt passieren wahrscheinlich nicht mehr Unfälle als früher."
Die Zahl der Unfälle mit verletzten Personen ist ebenfalls gestiegen, von 293 auf 339 – etwa ein Drittel davon waren jedoch Unfälle mit ausschließlicher Eigenverletzung, bei denen sonst kein weiterer Verkehrsteilnehmer zu Schaden kam.

Zweitwenigste Alkolenker aller Zeiten

Die Anzahl der Alkolenker stieg wieder leicht an. Diese Aussage alleine trügt allerdings, denn die Tendenz ist eine ganz andere: die 210 Personen, denen im Bilanzjahr 2017 die Weiterfahrt untersagt wurde, und die 124 Personen, denen mit über 0,8 Promille der Führerschein abgenommen wurde, sind die zweitniedrigsten Werte in der Weizer Alkomat-Geschichte.

Maßnahmen wirken

Franz Weingartmann, Leiter des Strafreferats der Bezirkshauptmannschaft Weiz, pflichtet den Polizisten bei, dass einer der Gründe für die steigenden Unfallzahlen die steigende Zahl der Anzeigen sein könne: "Viele Menschen wollen mit der polizeilichen Erfassung einfach auf Nummer sicher gehen", erklärt er.
Die Bezirkshauptmannschaft als Institution wird aktiv, wenn die Polizei eine Anzeige macht, eine behördliche Wahrnehmung gemacht wird oder aber auch sogenannte "private Meldungsleger", also Leute aus der Bevölkerung, eine Meldung machen. "Wir sind in Kooperation mit der Polizei, vernetzen uns ständig, und wenn wo Unfallhäufungen geschehen, sind wir zuständig und ergreifen Maßnahmen." Diese würden allerdings nie gesetzt, ohne vorher die betreffende Gemeinde, die Polizei, Amtssachverständige und das Kuratorium für Verkehrssicherheit einzubinden.
"Wir vertreten unterschiedliche Interessen: Wir hören die Polizei, die Anrainer – aber auch die allgemeinen Verkehrsteilnehmer, die zügig von A nach B kommen wollen." Ein "Fleckerlteppich" von Maßnahmen sei darum nicht das Ziel: "Sobald Beschränkungen zu weit führen, können sie auch wieder aufgehoben werden."
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