"Gemeindebau in der NS-Zeit"
Mehr Termine bei Stadtrundgängen in Wien
- Mehrere Spaziergänge erzählen die Geschichten von Gemeindebauten wie jenem in der Brandmayergasse 27 in Margarethen. (Aufnahme um 1940)
- Foto: Stadt Wien/Martin Votava
- hochgeladen von Michael Marbacher
23 weitere Termine für Rundgänge zum Thema "Der Gemeindebau in der NS-Zeit" finden bis November in mehreren Wiener Bezirken statt. Eine Anmeldung zu den Touren ist bis eine Woche vor den jeweiligen Terminen möglich.
WIEN. Das ganze Jahr über fanden in Wien gleich mehrere Stadtrundgänge von Wiener Wohnen und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) über die Geschichte der Gemeindebauten zur NS-Zeit statt. Der Hintergrund: Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg.
Nach dem "Anschluss" 1938 wurden unzählige jüdische Opfer aus ihren Wohnorten in Gemeindebauten vertrieben. Nur wenigen gelang die Flucht ins Ausland. Ihre Geschichten werden während der Rundgänge aufgerollt, welche auch ab Ende August wieder 23 neue Termine bis November anbieten.
Nicht vergessen
Das Erinnerungsprojekt „Der Gemeindebau in der NS-Zeit“ ist für Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos. In den geführten Touren geht es jeweils um die Geschichten von unterschiedlichen Familien in den Bezirken 1, 2, 5, 7, 8, 10, 11, 16, 19, 20 und 22. Zwischen Anfang April und Ende Juni haben bereits 400 Wienerinnen und Wiener an den insgesamt 27 Rundgängen teilgenommen.
- In elf Bezirken finden ab Ende August wieder mehrere gratis Rundgänge statt. Wohnbaustadträtin Gaál (l., SPÖ) und Rundgang-Leiterin Steinthaler.
- Foto: Stadt Wien/Martin Votava
- hochgeladen von Michael Marbacher
Die Touren beleuchten die Lebensläufe von unterschiedlichen jüdischen Wienerinnen und Wienern aus Gemeindebauten. Ziel der Rundgänge ist es, historische Verantwortung zu übernehmen und Wissen für kommende Generationen zu bewahren. Nebenbei entsteht auch eine wissenschaftliche Publikation zu dem Thema.
Anmeldung eine Woche zuvor
Konzipiert wurden die Rundgänge von der Journalistin und Buchautorin Evelyn Steinthaler: „Mit den Rundgängen holen wir die Schicksale aus der Anonymität – dort, wo Menschen 1938 ihre Wohnungen verloren oder Widerstand leisteten. Geschichte wird so nicht nur erzählt, sondern erlebbar."
Die ersten Termine sind am Samstag, 30. August, in Margareten, Neubau und Josefstadt. Ab 10 Uhr wird durch den 7. und 8. Bezirk geführt. Treffpunkt ist beim Therese-Schlesinger-Hof vor dem Eingang Schlösselgasse 14. Ab 14 Uhr findet ein Rundgang bei der Wohnhausanlage Brandmayergasse 27 in Margareten.
Wer bei einem der Rundgänge dabei sein möchte, muss sich bei der Service-Nummer von Wiener Wohnen unter 05 75 75 75 spätestens eine Woche vor dem Wunschtermin melden. Eine Auflistung aller Termine und wo es hingeht, lässt sich online nachlesen. Pro Termin können 20 Interessierte teilnehmen.
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