Sanierung
Förderstopp der Regierung bremst Heizungsbranche aus
- Der Förderstopp für Heizungsmodernisierungen bedroht bis zu 5.000 Arbeitsplätze in der österreichischen Heizungsbranche.
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Der abrupte Stopp der Heizungsförderungen Ende 2024 bringt Österreichs Wärmewende ins Stocken und bedroht massiv Arbeitsplätze in der Heizungsbranche. Während die Regierung drastische Budgetkürzungen im Klimabereich durchsetzt, warnen Branchenvertreter und Unternehmen vor wirtschaftlichen Verwerfungen und dem Verlust wichtiger Klimaziele.
ÖSTERREICH. Kurz vor Silvester war die Überraschung groß, als das Klimaschutzministerium ankündigte, die Förderungsaktion „Sanierungsoffensive“ mit „Sanierungsbonus“ und „Raus aus Öl und Gas 2023/24“ sei mit großem Erfolg beendet worden und die zur Verfügung stehenden Fördermittel seien ausgeschöpft.
Wie geht die Heizungsbranche mit der neuen Situation um?
„Seit dem überraschenden Förderstopp Ende 2024 herrscht Stillstand – es fehlt an Planungssicherheit. Das verunsichert Haushalte, Unternehmen und Handwerksbetriebe und führt zu einem deutlichen Rückgang bei Heizungsmodernisierungen“, hält der SHL (Zusammenschluss von Österreichs Installateur*innen, der Vereinigung des Sanitär- und Heizungsgroßhandels sowie Unternehmen der Branche) auf MeinBezirk-Anfrage fest. Derzeit werden noch bestehende Förderanträge abgearbeitet, was voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein wird.
- Neue Förderungen für den Kesseltausch wird es erst ab 2026 geben, während die Branche auf Planungssicherheit wartet.
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Was bedeutet das Aus für die Bevölkerung? "Bereits zugesagte und registrierte Förderungen werden natürlich abgewickelt", versicherte das SHL. Heizungsmodernisierungen seien jedoch stark von Förderanreizen abhängig – der vorzeitige Förderstopp sei daher ein Rückschritt. Viele Haushalte verschieben geplante Maßnahmen, was die Wärmewende bremst.
Wie hoch die künftigen Förderungen für welche Teilbereiche ausfallen, soll eine Expertengruppe zwischen Klima- und Wirtschaftsministerium bis zum Sommer ausarbeiten. Klimaschutzminister Norbert Totschnig (ÖVP) peilt als Ziel an, dass bis Ende 2026 rund 30.000 Heizkessel getauscht werden. Was jetzt schon feststeht: Die Fördersummen werden deutlich geringer als bisher ausfallen und die Beantragung wird erst nächstes Jahr möglich sein.
Der SHL-Verband begrüßt grundsätzlich das Ziel, Heizsysteme weiterhin zu modernisieren. Gleichzeitig wird die fehlende Ausgestaltung der neuen Förderstruktur scharf kritisiert. „Für den Zeitraum nach dem Herbst liegen kaum neue Aufträge vor. Um rechtzeitig Kapazitäten und Personal einplanen zu können, braucht es noch heuer Klarheit“, betont der Verband. Gefordert werden einheitliche, bundesweit gültige Förderbedingungen – anstelle eines „Fleckerlteppichs“ aus Einzelregelungen.
- „Die Zeit der Gießkanne ist vorbei, die können wir uns nicht mehr leisten“, so Klimaschutzminister Totschnig.
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Ende der „Stop-and-Go“-Politik" gefordert
Dass die Bundesregierung Einsparungen vornehmen müsse, sei grundsätzlich nachvollziehbar, betont die Branche. „Das Zukunftsforum SHL hat wiederholt Maßnahmenpakete vorgelegt, um die Wärmewende effizienter und zugleich budgetschonend voranzutreiben. Entscheidend ist das Ende der kurzsichtigen ‚Stop-and-Go‘-Politik“, heißt es seitens des Verbands.
Reformbedarf sieht der SHL insbesondere im Mietrecht: Die aktuellen Regelungen erschwerten insbesondere im mehrgeschossigen Wohnbau den Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnologien. Neben rechtlichen Anpassungen seien auch verbindliche Ausstiegspläne für fossile Heizsysteme notwendig – ebenso wie konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.
Entscheidend sei nicht allein die Höhe der Fördermittel, sondern ein ausgewogener Maßnahmenmix. Dazu zählen zielgerichtete Anreize, strukturelle Reformen sowie klare, langfristig verlässliche Rahmenbedingungen. Nur so könnten Investitionen wieder attraktiv werden und die Wärmewende gelingen.
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