Landarzt gesucht
Hausarztmangel erschwert Versorgung im ländlichen Raum
- Der Mangel an Kassenärzten erschwert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Zukunft vieler ländlicher Gemeinden in Österreich.
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Ohne Hausarzt wenig Zuzug: Der Mangel an Kassenärzten erschwert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Zukunft ländlicher Gemeinden, wie eine aktuelle ÖAK-Umfrage zeigt.
ÖSTERREICH. Die ärztliche Versorgung ist für viele kleine Gemeinden ein großes Thema. Besonders, wenn langjährige Ärzte in Pension gehen und die Suche nach einer Nachbesetzung zur Herausforderung wird. Die Österreichische Ärztekammer (ÖAK) veranschaulicht in einer aktuellen Umfrage unter Gemeindevertretern die große Besorgtheit um die künftige kassenärztliche Versorgung.
Kassenärztemangel in Gemeinden
Fast 70 Prozent der Gemeindevertreterinnen und -vertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf Jahren gefährdet. Das zeigt die Umfrage des Kommunalverlags unter Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, deren Vize, Amtsleiterinnen und Amtsleitern, Gemeindemandataren und anderen Gemeindebediensteten. Die Mehrheit der insgesamt 619 Befragten stimmte dabei zu, dass ihnen die aktuelle Problematik bei der Besetzung von Kassenstellen bewusst ist. "Wenn es in einem Ort keinen Arzt mehr gibt, wird es nicht nur schwierig mit dem Zuzug neuer Gemeindebürger, sondern auch schwierig, Personen in den Gemeinden zu halten", so Edgar Wutscher, Vizepräsident der ÖAK bei der Präsentation der Umfrageergebnisse. Diese zeigen laut ÖAK, dass die Patientenversorgung am Land essenziell dafür ist, ob eine Region überlebt.
- Fast 70 Prozent der Gemeindevertreterinnen und -vertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf Jahren gefährdet.
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Kassenstelle nähe Hausapotheke
"Wir können keine Gesetze ändern und auch keinen Arzt herzaubern", schildert Maria Skazel, Bürgermeisterin in St. Peter in Sulmtal die Lage. Die steirische Gemeinde mit etwa 1.300 Einwohnerinnen und Einwohnern ist seit etwa zwei Jahren händeringend auf der Suche nach einem Hausarzt. Ein Faktor, der die Suche nach einem Arzt erschwert, sei eine fehlende Hausapotheke in der Umgebung. Sie wünscht sich eine Lockerung bei der Hausapotheken-Regelung. Das Gesetz sieht vor, dass im Umkreis von vier Kilometern einer öffentlichen Apotheke keine ärztlichen Hausapotheken bewilligt werden dürfen.
Derzeit müsse man laut der steirischen Bürgermeisterin eine längere Strecke auf sich nehmen, um an Medikamente zu kommen. "Die Hausapotheke könnte den Unterschied machen, damit ein Arzt dann leichter in eine 1.300-Einwohner-Gemeinde kommt", so Skazel.
- Die Hausapotheken-Regelung sieht vor, dass im Umkreis von vier Kilometern einer öffentlichen Apotheke keine ärztlichen Hausapotheken bewilligt werden dürfen.
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Work-Life-Balance für Ärzte
Als Reaktion möchte die ÖAK eine Flexibilisierung des Kassensystems anstreben. Diese sei auf mehreren Ebenen zu verstehen: Es sollte möglich sein, als Kassenarzt auch in Teilzeit zu arbeiten, denn jede besetzbare Kassenstelle sei ein Gewinn für das solidarische Gesundheitssystem, so Wutscher. Zudem müssten bürokratische Hürden bei modernen Arbeitsmodellen, wie Jobsharing und Gruppenpraxen, überwunden werden. Hintergrund sei der, dass eine andere Generation nachkommt, für die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf priorisiert wird. Früher hieß Landarzt zu sein, allseits für seine Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stehen, erklärt der ÖAK Vizepräsident. Dieses Modell hätte sich geändert und wirke auf Jungärztinnen und Jungärzte eher abschreckend.
- Vor allem bei MRT- und CT-Untersuchungen sowie bei Blutbildern soll gespart werden: Ärzte sollen bei Überweisungen strenger sein.
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Gesundheitskasse plant Einsparungen
Einhergehend mit dem Hausarztmangel in den Gemeinden kämpft derzeit die Gesundheitskasse mit einem massiven Minus. Dazu wurde am Dienstag von Verwaltungsrat und Hauptversammlung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ein Sparpaket beschlossen. Konkret umfasst dieses neben internen Maßnahmen wie der Nicht-Nachbesetzung von Stellen auch Einsparungen bei Patienten-Dienstleistungen. MRT- und CT-Untersuchungen sowie Physiotherapie werden wieder genehmigungspflichtig. Zudem müssen Patientinnen und Patienten für Transporte künftig selbst bezahlen. Mit dem vereinbarten Paket soll das Minus von prognostizierten 900 Millionen Euro auf etwa 250 Millionen Euro gesenkt werden.
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