Landarzt gesucht
Hausarztmangel erschwert Versorgung im ländlichen Raum

Der Mangel an Kassenärzten erschwert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Zukunft vieler ländlicher Gemeinden in Österreich. | Foto: freepik
4Bilder
  • Der Mangel an Kassenärzten erschwert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Zukunft vieler ländlicher Gemeinden in Österreich.
  • Foto: freepik
  • hochgeladen von Nathalie Polz

Ohne Hausarzt wenig Zuzug: Der Mangel an Kassenärzten erschwert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Zukunft ländlicher Gemeinden, wie eine aktuelle ÖAK-Umfrage zeigt.

ÖSTERREICH. Die ärztliche Versorgung ist für viele kleine Gemeinden ein großes Thema. Besonders, wenn langjährige Ärzte in Pension gehen und die Suche nach einer Nachbesetzung zur Herausforderung wird. Die Österreichische Ärztekammer (ÖAK) veranschaulicht in einer aktuellen Umfrage unter Gemeindevertretern die große Besorgtheit um die künftige kassenärztliche Versorgung.

Kassenärztemangel in Gemeinden

Fast 70 Prozent der Gemeindevertreterinnen und -vertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf Jahren gefährdet. Das zeigt die Umfrage des Kommunalverlags unter Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, deren Vize, Amtsleiterinnen und Amtsleitern, Gemeindemandataren und anderen Gemeindebediensteten. Die Mehrheit der insgesamt 619 Befragten stimmte dabei zu, dass ihnen die aktuelle Problematik bei der Besetzung von Kassenstellen bewusst ist. "Wenn es in einem Ort keinen Arzt mehr gibt, wird es nicht nur schwierig mit dem Zuzug neuer Gemeindebürger, sondern auch schwierig, Personen in den Gemeinden zu halten", so Edgar Wutscher, Vizepräsident der ÖAK bei der Präsentation der Umfrageergebnisse. Diese zeigen laut ÖAK, dass die Patientenversorgung am Land essenziell dafür ist, ob eine Region überlebt. 

Fast 70 Prozent der Gemeindevertreterinnen und -vertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf Jahren gefährdet. | Foto: pixabay/DarkoStojanovic
  • Fast 70 Prozent der Gemeindevertreterinnen und -vertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf Jahren gefährdet.
  • Foto: pixabay/DarkoStojanovic
  • hochgeladen von Hannah Maier

Kassenstelle nähe Hausapotheke

"Wir können keine Gesetze ändern und auch keinen Arzt herzaubern", schildert Maria Skazel, Bürgermeisterin in St. Peter in Sulmtal die Lage. Die steirische Gemeinde mit etwa 1.300 Einwohnerinnen und Einwohnern ist seit etwa zwei Jahren händeringend auf der Suche nach einem Hausarzt. Ein Faktor, der die Suche nach einem Arzt erschwert, sei eine fehlende Hausapotheke in der Umgebung. Sie wünscht sich eine Lockerung bei der Hausapotheken-Regelung. Das Gesetz sieht vor, dass im Umkreis von vier Kilometern einer öffentlichen Apotheke keine ärztlichen Hausapotheken bewilligt werden dürfen.

Derzeit müsse man laut der steirischen Bürgermeisterin eine längere Strecke auf sich nehmen, um an Medikamente zu kommen. "Die Hausapotheke könnte den Unterschied machen, damit ein Arzt dann leichter in eine 1.300-Einwohner-Gemeinde kommt", so Skazel. 

Die Hausapotheken-Regelung sieht vor, dass im Umkreis von vier Kilometern einer öffentlichen Apotheke keine ärztlichen Hausapotheken bewilligt werden dürfen. | Foto: BreizhAtao/panthermedia
  • Die Hausapotheken-Regelung sieht vor, dass im Umkreis von vier Kilometern einer öffentlichen Apotheke keine ärztlichen Hausapotheken bewilligt werden dürfen.
  • Foto: BreizhAtao/panthermedia
  • hochgeladen von MeinBezirk Linz-Land

Work-Life-Balance für Ärzte

Als Reaktion möchte die ÖAK eine Flexibilisierung des Kassensystems anstreben. Diese sei auf mehreren Ebenen zu verstehen: Es sollte möglich sein, als Kassenarzt auch in Teilzeit zu arbeiten, denn jede besetzbare Kassenstelle sei ein Gewinn für das solidarische Gesundheitssystem, so Wutscher. Zudem müssten bürokratische Hürden bei modernen Arbeitsmodellen, wie Jobsharing und Gruppenpraxen, überwunden werden. Hintergrund sei der, dass eine andere Generation nachkommt, für die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf priorisiert wird. Früher hieß Landarzt zu sein, allseits für seine Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stehen, erklärt der ÖAK Vizepräsident. Dieses Modell hätte sich geändert und wirke auf Jungärztinnen und Jungärzte eher abschreckend. 

Vor allem bei MRT- und CT-Untersuchungen sowie bei Blutbildern soll gespart werden: Ärzte sollen bei Überweisungen strenger sein.  | Foto: Symbolfoto jarmaluk/PIxabay
  • Vor allem bei MRT- und CT-Untersuchungen sowie bei Blutbildern soll gespart werden: Ärzte sollen bei Überweisungen strenger sein.
  • Foto: Symbolfoto jarmaluk/PIxabay
  • hochgeladen von Markus Kopcsandi

Gesundheitskasse plant Einsparungen 

Einhergehend mit dem Hausarztmangel in den Gemeinden kämpft derzeit die Gesundheitskasse mit einem massiven Minus. Dazu wurde am Dienstag von Verwaltungsrat und Hauptversammlung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ein Sparpaket beschlossen. Konkret umfasst dieses neben internen Maßnahmen wie der Nicht-Nachbesetzung von Stellen auch Einsparungen bei Patienten-Dienstleistungen. MRT- und CT-Untersuchungen sowie Physiotherapie werden wieder genehmigungspflichtig. Zudem müssen Patientinnen und Patienten für Transporte künftig selbst bezahlen. Mit dem vereinbarten Paket soll das Minus von prognostizierten 900 Millionen Euro auf etwa 250 Millionen Euro gesenkt werden.

Patienten müssen für Transporte Selbstbehalt zahlen

Das könnte dich auch interessieren:

Überweisung auch als Zugang zu Spitalsambulanzen notwendig
Zugang zu Fachärzten nur noch mit Überweisung
Ärzte sollen bei Überweisungen strenger sein
Der Mangel an Kassenärzten erschwert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Zukunft vieler ländlicher Gemeinden in Österreich. | Foto: freepik
Fast 70 Prozent der Gemeindevertreterinnen und -vertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf Jahren gefährdet. | Foto: pixabay/DarkoStojanovic
Vor allem bei MRT- und CT-Untersuchungen sowie bei Blutbildern soll gespart werden: Ärzte sollen bei Überweisungen strenger sein.  | Foto: Symbolfoto jarmaluk/PIxabay
Die Hausapotheken-Regelung sieht vor, dass im Umkreis von vier Kilometern einer öffentlichen Apotheke keine ärztlichen Hausapotheken bewilligt werden dürfen. | Foto: BreizhAtao/panthermedia

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

In unseren Gesundheits-Videos erklären österreichische Expert:innen
das Wichtigste über Krankheiten, Diagnose, Therapie & Vorbeugung
und beantworten die häufigsten Fragen.

MeinMed.at

Gesund, weil richtig informiert.

W S T St K V B

UP TO DATE BLEIBEN


Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf MeinBezirk.at

Neuigkeiten aus deinem Bezirk als Push-Nachricht direkt aufs Handy

MeinBezirk auf Facebook: MeinBezirk.at/Österrreichweite Nachrichten

MeinBezirk auf Instagram: @meinbezirk.at


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.