Ärztliche Hausapotheken
Versorgungsanker oder Gefahr fürs System?
- Medikamentenabgabe: Aufgabe der Apotheker oder der Ärzte?
- Foto: pixabay / stevepb
- hochgeladen von Margit Koudelka
Über die Zukunft der Arzneimittelabgabe in Österreich scheiden sich die Geister zwischen Ärztekammer und Apothekerkammer.
ÖSTERREICH. Die Ärztekammer fordert den Ausbau ärztlicher Hausapotheken sowie die Streichung der gesetzlichen Vier-Kilometer-Grenze zu öffentlichen Apotheken. Aus Sicht der Mediziner sichert die Abgabe direkt in der Praxis die Grundversorgung, besonders im ländlichen Raum, wo hunderte Kassenstellen vor der Nachbesetzung stehen. Patienten profitierten durch kürzere Wege und Zeitersparnis im Sinne eines „One-Stop-Shops“. Zudem lassen sich laut Ärztekammer dadurch volkswirtschaftliche Kosten und Transportemissionen drastisch senken.
Die Apothekerkammer hält dagegen und warnt vor einer Schwächung des bewährten Versorgungsnetzes der rund 1.470 öffentlichen Apotheken. Ein Ausbau ärztlicher Abgabestellen entziehe den Apotheken die wirtschaftliche Basis und gefährde somit die flächendeckende Versorgungssicherheit rund um die Uhr. Apotheken böten mit im Schnitt 6.000 lagernden Arzneimitteln ein Vielfaches des ärztlichen Sortiments. Zudem sichere das bestehende System eine unabhängige Kontrolle zwischen Verschreibung und Abgabe. Während die Ärzteschaft die Liberalisierung als modernes Versorgungsmodell sieht, wertet die Apothekerkammer sie als gesundheitspolitisch fahrlässigen Schritt zur Verteilung von Zusatzeinnahmen.
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