Tradition und Brauchtum
Darum feiern wir Pfingsten

Pfingsten ist als ein streng christliches Fest, das am fünfzigsten Tag nach Ostern begangen wird. Im kirchlichen Sinne ist es auch der Geburtstag der Kirche. Zugleich wird an Pfingsten das Ende der Osterzeit eingeläutet.
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  • Pfingsten ist als ein streng christliches Fest, das am fünfzigsten Tag nach Ostern begangen wird. Im kirchlichen Sinne ist es auch der Geburtstag der Kirche. Zugleich wird an Pfingsten das Ende der Osterzeit eingeläutet.
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Pfingsten, ein verlängertes Wochenende, das zahlreiche Österreicher für einen Kurzurlaub nutzen; Für viele ist es die erste Erholungspause nach der langen Phase der Corona-Lockdowns in Österreich. Doch Pfingsten ist tatsächlich eines der wichtigsten kirchlichen Feste, an dem Christen dem Pfingstwunder gedenken, genau 50 Tage nach der Auferstehung Jesu zu Ostern...

ÖSTERREICH. Pfingsten kommt aus dem Griechischen: “Pentekoste" bedeutet soviel wie "der 50. Tag nach Ostern". Die Kirche feiert dann diesem Tag das Fest der „Ausgießung“ des Hl. Geistes. Laut Apostelgeschichte (Apg. 2,1-41) kam an jenem Tag der Heilige Geist über Jesus' Jünger, die nach dessen Kreuzigung und Auferstehung orientierungslos waren. Der Heilige Geist sprach ihnen Mut zu und ermunterte sie, die Lehre Christi zu verbreiten. Noch vorhandene Quellen besagen, dass 130 Jahre nach Christus zum ersten Mal Pfingsten gefeiert wurde. Der Geist befähigte die Jünger, wie es in Apg 2,4 heißt, "in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab."

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

Heiliger Geist kommt herab

Pfingsten ist als ein streng christliches Fest, das am fünfzigsten Tag nach Ostern begangen wird. Im kirchlichen Sinne ist es auch der Geburtstag der Kirche. Zugleich wird an Pfingsten das Ende der Osterzeit eingeläutet. Sowohl am Sonntag als auch am Pfingstmontag werden Gottesdienste abgehalten, mancherorts auch in der freien Natur.

Pfingstwunder und Firmung

In zahlreichen Bildern wurde dieses „Pfingstwunder“ szenisch dargestellt: Man kennt es, das Bild der Taube, die als Symbol des Heiligen Geistes dient. Sie fliegt aus einer Öffnung in der Kirchendecke herab und „erleuchtet“ die versammelte Schar der Jünger. Traditionell werden daher zu Pfingsten auch die Firmungen in Österreich abgehalten. Das Sakramente der Firmung wird von der Sendung des Heiligen Geistes abgeleitet. Die Firmung wird als großes Familienfest gefeiert mit festlichem Essen und Ausflügen.

Das Pfingstevangelium

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. (Joh 20, 19-23)

Vom Pfingsschnalzen und Kranzlreiten

Traditionell begrüßt man zu Pfingsten den Sommer: Während in Oberösterreich das Pfingsschnalzen in der Unruhenacht auf den Pfingstmontag als Brauch weit verbreitet ist, hat sich in Kärnten das Kranzelreiten oder Kufenstechen durchgesetzt.

Pfingstbrezelen und Pfingstkönig

Neben dem Pfingstschnalzen gibt es in Oberösterreich noch weitere Bräuche, die vor allem in den ländlichen Gegenden ein fixer Bestandteil des Jahreskreises sind: Pfingsttänze und Spiele unter freiem Himmel sollen den Sommer begrüßen, Pfingstbäume werden aufgestellt und Pfingstmaien verteilt. Auch sogenannte Pfingstbrezeln werden gebacken. In Niederösterreich wird der Umzug des Pfingstkönigs traditionell am Pfingstsonntag gefeiert. In der Steiermark existieren ganz unterschiedliche Bräuche, die sich bis heute gehalten haben und noch am Pfingstsonntag gelebt werden: Der „Heilige-Geist-Krapfen“ , das Augenwaschen, aber auch die Pfingstlucke, das Pfingststehlen und die Pfingstlotter.

Pfingstritt am Pfingstmontag

Noch häufig üblich sind die Pfingstritte: Der Pfingstritt gilt der Fruchtbarkeit der Felder. Es gilt als segensreich, wen man ein Gebiet umreitet. Der Pfingstritt am Pfingstmontag soll den Saaten gutes Gedeihen bringen. Traditionell werden zu Pfingsten auch gerne von Jugendgruppen Zeltlager veranstaltet.

Pfingstlotter und Pfingststehlen

Die Pfingstlotter ist eine Art Puppe, die aus Stroh, Holz und Kleidungsstücken gefertigt wird. Junge Burschen stellen diese vor die Tür einer jungen Dame, um ihr damit etwas unliebsam zu signalisieren, dass sie bald unter die Haube kommen solle. Mädels drehen den Spieß um und tragen das Bett eines abwesenden Burschen auf die Straße. Beim Pfingststehlen (auch "Zamtragn"), das in der Bosheits- beziehungsweise Unfugnacht von Sonntag auf Pfingstmontag stattfindet, stehlen junge Leute Gegenstände aus den Vorgärten. Am Sonntag werden diese auf dem Markplatz ausgestellt und können von den Eigentümern zurückgeholt werden.

Pfingstmilch

Die Pfingstmilch ist eine Milchsuppe aus Eiern und Mandeln: Früher schenkten die Bauern die Pfingstmilch den Armen in der Hoffnung auf eine reiche Ernte.

Gesetzlicher Feiertag

Der Pfingstmontag ist ein Feiertag im Sinne des Bundesgesetzes und somit ein arbeitsfreier Tag für gesamt Österreich (Siehe: § 7 Arbeitsruhegesetz). Der Pfingstsonntag ist kein eigentlicher gesetzlicher Feiertag, jedoch arbeitsfrei.

Gesang bei öffentlichen Gottesdiensten

Gottesdienste können stattfinde, wenn bestehenden Schutzmaßnahmen (verpflichtendes Tragen von FFP2-Masken, Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Gläubigen und ausreichend Desinfektionsmittel) eingehalten werden. Mit 19. Mai ist auch der im Rahmen der Ausübung von Gottesdiensten wichtige liturgische Gesang unter Einhaltung von entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und in reduzierter Form so wie vor dem Lockdown möglich. Mit 19. Mai ist auch der Gemeindegesang wieder möglich. Allerdings ist dieser "in Hinblick auf dessen Dauer und Umfang zu reduzieren". Das Chorsingen im Gottesdienst ist nur möglich, wenn der Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr erbracht wird. Demnach ist zu belegen, ob jemand geimpft, getestet oder genesen ist. Beim Singen ist ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten, wobei die FFP2-Maskenpflicht entfällt.

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