In allen Höhenlagen
Klimawandel gefährdet traditionelle Obstanbaugebiete
- Der Obst-Anbau in Österreich wird durch die Klimakrise zunehmend schwieriger.
- Foto: angieconscious_pixelio
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Der österreichische Obstanbau steht vor dramatischen Veränderungen. Eine neue Studie zeigt: Die traditionellen Anbaugebiete wie in der Steiermark und im Mostviertel geraten durch den Klimawandel zunehmend unter Druck. Gleichzeitig könnten sich neue Chancen in höheren Lagen des Alpenraums eröffnen.
ÖSTERREICH. "In bisher günstigen Lagen wie der steirischen Apfel-Region oder dem niederösterreichischen Mostviertel wird sich die Situation für den Obstbau weiter verschärfen", warnt Bernd Kajtna, Obstexperte von ARCHE NOAH in einer Aussendung. Die Organisation hat gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur, der ARGE Streuobst und dem Ingenieurbüro Holler die Zukunft des österreichischen Streuobstbaus analysiert.
Traditionelle Anbaugebiete stark betroffen
Die Studie untersucht drei Modellregionen in Amstetten Süd im Mostviertel, den Naturpark Pöllauer Tal an der oststeirischen Grenze sowie den Salzburger Lungau als inneralpines Hochtal.
Besonders das Mostviertel, wo derzeit rund 140.000 Obstbäume jährlich etwa 14.000 Tonnen Obst liefern, steht vor großen Herausforderungen. In der Steiermark, mit 6.000 Hektar Tafelobst und weiteren 8.000 Hektar Streuobstwiesen, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.
- In bisher günstigen Lagen wie der steirischen Apfel-Region oder dem niederösterreichischen Mostviertel wird sich die Situation für den Obstbau weiter verschärfen.
- Foto: Blühendes Österreich
- hochgeladen von Marion Pertschy
"Die Anzahl der Spätfröste im Frühling wird zwar abnehmen, aber durch den früheren Vegetationsbeginn könnte die Frostgefahr trotzdem steigen", erklärt Kajtna. "Im Sommer wird vor allem die Wasserknappheit zum Problem." Besonders betroffen sind tiefere Lagen und Gebiete mit Schotter-Untergrund, wo Hitze- und Trockenstress zunehmen werden.
Dramatischer Rückgang der Streuobstwiesen
Der Rückgang ist alarmierend: Von etwa 35 Millionen Obstbäumen im Jahr 1930 sind heute nur noch 4,2 Millionen übrig. Dabei sind Streuobstwiesen wahre Biodiversitäts-Hotspots - über 5.000 verschiedene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten finden hier ihren Lebensraum. Der ökologische und wirtschaftliche Wert wird auf über 16.000 Euro pro Hektar und Jahr geschätzt.
- Laut einer deutschen Studie leben auf Streuobstwiesen über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten.
- Foto: Naturpark Obst-Hügel-Land
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Hoffnung durch Anpassung und Klimaschutz
Die Studie zeigt aber auch Perspektiven auf: Höher gelegene Regionen könnten vom Klimawandel profitieren - vorausgesetzt, die globale Erwärmung bleibt unter zwei Grad Celsius. "Für die Zukunft unseres Obstanbaus muss der Fokus auf aktivem Klimaschutz liegen", betont Kajtna. "Wenn dieses Ziel erreicht wird, gibt es auch eine Zukunft für den Obstbau in Österreich."
Experten empfehlen, das vorhandene Potenzial an Obstarten, -unterlagen und -sorten zu sichten und an die neuen Bedingungen anzupassen. Nur so kann der Obstbau auch künftig ein wichtiger Bestandteil der regionalen Landwirtschaft und Träger der ökologischen Vielfalt bleiben.
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