Gewaltvorfälle
Mehr Polizei und Videotechnik zum Schutz von Zugbegleitern kommt
- Nicht nur auf den Bahnöfen, sondern auch in Zügen soll die Arbeit mit der Polizei ausgeweitet werden. (Archiv)
- Foto: APA-Images / Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger
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Die Attacken gegen Zugbegleiter häufen sich zuletzt. Dazu kamen Bahnbetreiber und Gewerkschaft bei einem Runden Tisch zusammen. Zukünftig sollen mehr Polizeistreifen in den Zügen unterwegs sein. Auch ein Ausbau der Videotechnologie wird forciert.
ÖSTERREICH. Ein Fall aus Deutschland und einer aus Österreich brachten den Zug ins Rollen: Zunächst verstarb ein Ticketkontrolleur im Nachbarland, nachdem er von einem Passagier attackiert wurde. Die Gewerkschaft vida forderte für Österreich umgehend mehr Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit des Personals. Wenige Tage später kam es zu Attacken in der Steiermark.
Jetzt traf sich die ÖBB zusammen mit dem Privatanbieter Westbahn, der Gewerkschaft sowie Vertretern des Innen- sowie Mobilitätsministeriums an einem "Round Table" – also einem runden Tisch. Dabei wurden zehn erste Maßnahmen zum Schutz der Zugmannschaften beschlossen. In einer gemeinsamen Aussendung präsentiert man zehn Punkte, die jetzt umgesetzt werden sollen.
"Die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen hat für uns oberste Priorität – jeder einzelne Übergriff ist einer zu viel", versicherte im Anschluss ÖBB CEO Andreas Matthä. Damit schlägt er in dieselbe Kerbe wie der Vida-Vorsitzende Roman Hebenstreit: "Entscheidend ist jetzt, dass in einem ersten Schritt durch organisatorische Maßnahmen, mehr Personal und sichtbare Polizeipräsenz in den Zügen eine spürbare Verbesserung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eintritt."
Polizei und Videotechnologie
Bei der Erarbeitung von zehn Punkten, die jetzt umgesetzt werden sollen, wurde auch die Schilderungen eines betroffenen Zugbegleiters Gehör geschenkt. "Gewalt und Übergriffe am Zug haben in keiner Form Platz. Sicherheit für alle im Bahnverkehr – Reisende und Mitarbeitende – hat höchste Priorität", so Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch.
An oberster Stelle solle die Zusammenarbeit mit der Polizei durch "gemeinsame, lagebildbasierte Streifen zur Erhöhung der sichtbaren Präsenz in Zügen und Bahnhöfen" vertieft werden, erklärt man. Man möchte ebenso evaluieren, wie man eine Art Bahnpolizei implementieren könnte.
- Die zehn Maßnahmen sollen mehr Sicherheit für das Zugpersonal bringen. (Archiv)
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Auch setzt man voll auf Videoaufzeichnungen: So soll der Einsatz von Body-Cams ausgebaut werden. Aber auch die bestehenden Videotechnologien sollen evaluiert, ausgebaut und modernisiert werden. Ebenso wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) angestrebt.
Mehr Bewusstsein bei Reisenden & Personal
Im 10-Punkte-Plan stehen außerdem weitere Awareness-Kampagnen für die Reisenden zusammen mit der Polizei. Das Personal wiederum soll ihre "Aus- und Weiterbildungen, insbesondere Deeskalations- und Situationstrainings" weiter intensivieren.
Zukünftig soll es eine Meldeverpflichtung geben – definierte Vorfälle sollen also konsequent den Behörden zur "konsequenten Strafverfolgung (Null-Toleranz-Politik)" weitergegeben werden. Eine Verbesserung der Alarmierungs- und Notfallintervention soll wiederum die Reaktionszeiten bei Vorfällen reduzieren.
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