Umfrage belegt
Zustimmung der Bevölkerung zu Corona-Maßnahmen bröckelt

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verliert in der Gunst. Vize Werner Kogler (Grüne) ist ebenfalls gefallen.
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Die Zustimmung zu den Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Coronavirus ist in der österreichischen Bevölkerung seit März deutlich gesunken. Nur noch 53 Prozent sind der Meinung, dass die Regierung mit der Krise richtig umgeht. Das geht aus einer am Donnerstag präsentierten Studie hervor, die das Gallup-Institut in Kooperation mit dem Medienhaus Wien erstellt hat. Auch die Rolle der Medien wird kritischer als zu Beginn der Krise gesehen.

ÖSTERREICH. Das Institut erhebt seit Mitte März regelmäßig die Stimmungslage sowie die Mediennutzung in der Coronakrise.  Es gebe eine Verunsicherung, Müdigkeit, Ratlosigkeit", so Andrea Fronaschütz, Leiterin des Gallup-Instituts, am Donnerstag. Bei einer Befragung Ende März waren noch 91 Prozent der Meinung, dass die Regierung mit der Krise richtig umgeht. 

Anschober fällt am positivsten auf

Die Arbeit der politischen Parteien wird weniger positiv bewertet als im März. Dieses Bild zeigt sich auch bei den einzelnen Politikern: Am positivsten fällt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit 46 Prozent der Nennungen auf. Er wird besser beurteilt als Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der auf 41 Prozent zurückgefallen ist (gegenüber 80 Prozent im März). Leicht zulegen konnten im Gegensatz zum Kanzler die SPÖ-PolitikerInnen Pamela Rendi-Wagner (von 14 auf 19 Prozent), Michael Ludwig (von 6 auf 13 Prozent) und Peter Hacker (von 6 auf 10 Prozent) sowie NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger (von 7 auf 10 Prozent). 

Die Hälfte glaubt nicht an Veränderung

Die Zukunft wird insgesamt pessimistischer eingeschätzt als noch im Sommer. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) glaubt, dass das Schlimmste noch bevorsteht und nur acht Prozent denken, dass das Schlimmste vorbei ist. 52 Prozent sind der Meinung, dass die Situation weitgehend so bleiben wird, wie sie jetzt ist. Im Juni sah das noch anders aus, damals glaubten nur 11 Prozent, dass das Schlimmste noch bevorsteht, im September stieg dieser Anteil auf 38 Prozent. Angst vor einer zweiten Welle haben 56 Prozent, 45 Prozent haben keine Angst davor. 

Nur noch 18 Prozent glauben, dass Regierung Pandemie unter Kontrolle hat

War im Juni noch mehr als die Hälfte der Österreicher (53 Prozent) der Meinung, dass die Pandemie unter Kontrolle sei, glaubt das derzeit weniger als ein Fünftel (18 Prozent). Feststellbar sei insgesamt eine abnehmende Zuversicht, die durch die persönliche Betroffenheit nicht erklärt werden könne, so Fronaschütz. Nur etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) glaubt aktuell, dass das Gesundheitssystem gut für den Herbst gerüstet ist.

Nur 17 Prozent finden Corona Ampel schafft Klarheit

Die Corona-Ampel finden viele zwar grundsätzlich sinnvoll, aber verwirrend (47 Prozent), 31 Prozent sind der Meinung, sie bringe gar nichts, 17 Prozent sagen, sie schaffe Klarheit. Die Bereitschaft, Freiheitsrechte vorübergehend aufzugeben, ist auf 70 Prozent gesunken (von 95 Prozent Ende März).
 

Angst vor finanziellen Einbußen

Denn seit Juni sei der Anteil jener, die durch den Ausbruch der Krise keineEinkommenseinbußen erlitten hat, mit rund 60 Prozent stabil geblieben. Trotzdem steigt das Unbehagen, was die Zukunft betrifft. Mittlerweile nehme über die Hälfte (53%) an, dass sie durch die Corona-Krise über viele Jahre wirtschaftliche Nachteile erfahren werde. Es glauben auch weniger Befragte, dass die Welt nach Ende der Krise zu ihrem Zustand davor zurückkehren wird 49 Prozent (vs. 58 % im April), am deutlichsten wächst bei dieser Frage die Gruppe der Unsicheren auf 17 Prozent von 10 Prozent. 

Für die aktuelle Umfrage wurden 1.000 Personen zwischen 2. und 5. Oktober online befragt. Sie ist repräsentativ für die webaktive Bevölkerung ab 16 Jahren.

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