Führungswechsel
Emma Delaney ist die erste Frau an der Spitze der OMV
- An der Spitze der OMV beginnt eine neue Ära.
- Foto: APA-Images / Willfried Gredler-Oxenbauer
- hochgeladen von Kevin Chi
Emma Delaney führt seit Dienstag den teilstaatlichen Energiekonzern OMV. Die langjährige BP-Managerin folgt auf Alfred Stern und übernimmt das Unternehmen in einer Phase strategischer Neuorientierung und geopolitischer Unsicherheit.
ÖSTERREICH. An der Spitze der OMV beginnt eine neue Ära: Emma Delaney hat mit Dienstag, 1. September, den Vorstandsvorsitz des Öl-, Gas- und Chemiekonzerns übernommen. Die 53-jährige Irin ist die erste Frau in dieser Position und derzeit zugleich die einzige weibliche Vorstandsvorsitzende eines im ATX gelisteten Unternehmens.
Delaney war zuvor mehr als 30 Jahre für den britischen Energiekonzern BP tätig. Dort verantwortete sie zuletzt einen Geschäftsbereich mit mehr als 50.000 Beschäftigten in rund 50 Ländern. Dazu gehörten unter anderem das Tankstellennetz, Schmierstoffe und die Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Darüber hinaus verfügt sie über Erfahrung im Förder-, Raffinerie- und Flüssiggasgeschäft. Delaney spricht mehrere Sprachen, darunter fließend Deutsch.
Ihr Vertrag bei der OMV läuft zunächst drei Jahre und kann im gegenseitigen Einvernehmen um weitere zwei Jahre verlängert werden. Finanzvorstand Reinhard Florey bleibt im Unternehmen, was Analysten als Signal für Kontinuität bewerten.
Suche nach neuen Wachstumsfeldern
Zu Delaneys zentralen Aufgaben gehört die weitere strategische Ausrichtung des Konzerns. Unter ihrem Vorgänger Alfred Stern hatte die OMV den Umbau vom klassischen Öl- und Gasgeschäft hin zur Chemie- und Kreislaufwirtschaft vorangetrieben. Ein wesentlicher Schritt war die Zusammenführung der OMV-Tochter Borealis mit Borouge aus Abu Dhabi sowie die Übernahme von Nova Chemicals.
- Alfred Stern hatte die OMV fünf Jahre lang geführt.
- Foto: OMV AG
- hochgeladen von Birgit Bachhofner
Gleichzeitig dürfte die Gasförderung wieder stärker in den Fokus rücken. Fachleute sehen die OMV bei der Suche nach langfristig tragfähigen Geschäftsfeldern unter Zugzwang. Auch geopolitische Risiken im Nahen Osten könnten Delaneys erste Amtszeit prägen.
Stern hatte die OMV fünf Jahre lang geführt. Während seiner Amtszeit profitierte der Konzern von hohen Energiepreisen und schüttete umfangreiche Dividenden aus. Über ihren Anteil von knapp einem Drittel erhielt die Republik Österreich mehr als zwei Milliarden Euro. Delaney übernimmt damit einen finanziell starken Konzern, dessen künftiger Kurs zwischen Öl, Gas und Chemie neu austariert werden muss.
Weitere Themen:
Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.