Demenz-Wegweiser
Viel Input beim Netzwerktreffen im Gesund-/Vitalzentrum Rassach
- Die Gemeinsamkeit manifestierte sich auch auf dem Gruppenfoto
- Foto: Gerhard Langmann
- hochgeladen von Gerhard Langmann
Das Vernetzungstreffen im Gesund-/Vitalzentrum Rassach diente der Ausgestaltung des Demenz-Wegweisers. Etliche involvierte Organisationen waren anwesend, seitens der Gemeinden waren die Bürgermeister Karl Bohnstingl und Franz Silly dabei.
RASSACH/STAINZ. Netzwerktreffen haben es an sich, Verbindungen herzustellen, Anregungen aufzunehmen und Ideen umzusetzen. Exakt diese Aufgabenstellung lag auch dem Treffen am vergangenen Donnerstag im Gesund-/Vitalzentrum Rassach, zu dem Leiterin Manuela Künstner eingeladen hatte, zugrunde. Konkret ging es um die Gestaltung und Überarbeitung eines Demenz-Wegweisers als Informationshilfe für die breite Bevölkerung. Als Grundlage diente der vom Netzwerk Demenz Steiermark in Graz ausgedruckte Wegweiser.
„Wir wollen aufklären, sensibilisieren und vernetzen“, präzisierten Peter Rosegger und Daniela Rosenberger-Hirt die Zielsetzung von Netzwerk Demenz Steiermark. „Es geht um ein gutes und möglichst selbstständiges Leben“, verrieten sie, auf der Suche nach selbstständigen Partnern in den Regionen zu sein, die sich in eine gemeinsame, schnelle und flexible Vorgangsweise einbinden. Das Ziel müsse, so der Geschäftsführer, ein starkes Wir-Gefühl sein, in das möglichst viele Player einspielen. Änderungen im Wegweiser seien tagaktuell im online-Bereich, im Print nach jeder Neuauflage möglich.
Ansprechstelle in Gemeinden
„Wir haben schon Vorarbeit geleistet“, begrüßte Manuela Künstner das Projekt. Sie unterstrich ihre Forderung, dass alle regionalen Demenzangebote eingebunden werden und dass laufend Austausch und Evaluierung erfolgen. „Es darf keine Doppelstrukturen geben“, beharrte sie auf einer klaren Informationsschiene mit hoher fachlicher Expertise, in welcher der gesamte Bezirk Deutschlandsberg erfasst sein müsse. „Geld ist ganz einfach wichtig“, brachte Bürgermeister Karl Bohnstingl die Forderung nach einer Beteiligung des Landes ein.
„Es kann auch jüngere Menschen betreffen“, war für ihn klar, dass Demenz ein Hemmnis für die Teilhabe an der Gemeinschaft darstellt. Seine Anregung: „Es sollte in allen Gemeinden eine kompetente Ansprechstelle zum Thema Demenz installieret werden.“ „Den Gemeinden geht es gerade nicht so gut“, appellierte Bürgermeister Franz Silly an die Lokalpolitiker, sich beim Land für die Sache einzusetzen. „Herzblut allein ist zu wenig“, fand er es als notwendig, den Menschen den Weg zu Information und Hilfe aufzuzeigen.
Pflegegeld für den betroffenen Menschen
Mit in der Runde war Susanne Ferk von den Mobilen Diensten in Groß St. Florian, der die Begleitung daheim und die speziellen Behandlungen für ein harmonisches Zusammenleben im Familienverband ein Anliegen waren. „Oft gibt es keine Angehörigen in der Nähe“, pochte sie auf eine Bewusstseinsstärkung in der Bevölkerung. Auch eine Tatsache: „Oft reicht das Pflegegeld nicht aus.“
Eine Anregung kam von Sonja Spangl (Seniorenring Deutschlandsberg): „Es wäre nicht schlecht, Informationsveranstaltungen in den Schulen abzuhalten.“ Als Senioren- und Seniorinnenvertreterin brachte Chlotilde Reinisch (Seniorenbund) die Eigenverantwortung im Familienkreis ins Spiel, während sich Gerhard Pöschl (Kriegsopferbehindertenverband) über die Aufnahme im Wegweiser erkundigte. Ein klarer Befund aller Teilnehmenden war: „Das Pflegegeld steht einzig dem betroffenen Menschen zu.“
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