Preding
Zwei Glocken tönen bald wieder über Schloss Hornegg

Im Jahr 1230 wurde die Familie der Hornecker erstmals urkundlich erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurde es als sog. Mustergut ausgebaut.
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  • Im Jahr 1230 wurde die Familie der Hornecker erstmals urkundlich erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurde es als sog. Mustergut ausgebaut.
  • Foto: Gut Hornegg
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Nach dem Guss einer zweiten Glocke verbinden auf Schloss Hornegg bald wieder die Taktgeber vergangener Zeiten Klänge aus dem Gestern mit dem Rhythmus von heute.

PREDING. Einen Blick in die Geschichte und Kultur der Region gewährt das Mustergut Hornegg in Preding. "Die Idee, nach der Gut Hornegg im 19. Jahrhundert von Daniel von Lapp als sogenannter Musterhof ausgebaut wurde, ist nach wie vor ein Leitgedanke für mich", erzählt Gutsherrin Marie-Theres Holler, die mit ihren Geschwistern Heinrich Holler, Christiane Kada und Meinhard Holler dem historisch bedeutenden Gut neues Leben einhaucht.
Sei es damals um das Engagement für den Fortschritt in der landwirtschaftlichen Bearbeitung gegangen, stehe heute das Bewahren von regionaler Tradition, das Reparieren statt des Wegwerfens sowie das Engagement für Umwelt und ein Miteinander in der Gesellschaft im Mittelpunkt.

Erinnerung an Kindertage

Ein besonderes historisches Schmuckstück von Schloss Hornegg stellt dabei ein Uhrwerk, das im Laufe seiner Geschichte drei Mal umgebaut wurde, dar. "Zu diesem Uhrwerk haben immer auch schon zwei Glocken gehört. Als die gesamte Landwirtschaft sich geändert hat, und die vielen Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt wurden, gab es plötzlich auch niemanden mehr, der die Glocken geläutet hätte", berichtet Holler über die Folgen der Industrialisierung. Dies führte dazu, dass eine der beiden Glocken an den Ort Tobis für die Ausstattung der dortigen Kapelle gestiftet worden sei.
"Vor einem Jahr ist unser Vater an uns herangetreten und meinte, er möchte noch einmal das Geräusch vom Aufziehen der Turmuhr und die Glocken wieder hören, die ihn als Kind so oft begleitet haben", legt Holler die Beweggründe dar, die zum Entschluss geführt haben, die Turmuhr instandzusetzen und eine zweite Glocke gießen zu lassen. In Innsbruck - in der letzten Glockengießerei Österreichs - wurde die Glocke für Schloss Hornegg schließlich gegossen.

In der letzten Glockengießerei Österreichs wurde die zweite Glocke für das Schloss Hornegg gegossen.
  • In der letzten Glockengießerei Österreichs wurde die zweite Glocke für das Schloss Hornegg gegossen.
  • Foto: Gut Hornegg
  • hochgeladen von Martina Schweiggl

Zwar dauert der Guss selbst, so Holler, nur wenige Minuten, allerdings handle es sich dabei um eine komplexe Angelegenheit, bei der mit Hilfe spezieller Computerprogramme der Ton der Bestandsglocke von 1761 genau analysiert wurde.

Der Guss selbst dauert nur wenige Minuten und ist ein heiliges Erlebnis!
Marie-Theres Holler

"Nach dem Guss wurde unsere Glocke mit einem Glockenjoch ausgestattet und mit einem Läutarm versehen", erzählt Holler. Vor wenigen Wochen ist sie dann in der Steiermark eingelangt und wurde mit einem Seilkran bis in die Turmlaterne hinaufgebracht.
"Nun hängt sie dort und wartet mit ihrer Schwesternglocke auf die Fertigstellung des Uhrwerks", sagt Marie-Theres Holler und richtet dabei bereits den Blick auf das nächste Projekt der Hornegger Gutsherren.

In der Turmlaterne von Schloss Hornegg warten nun die beiden Schwesternglocken auf die Fertigstellung des Uhrwerkes.
  • In der Turmlaterne von Schloss Hornegg warten nun die beiden Schwesternglocken auf die Fertigstellung des Uhrwerkes.
  • Foto: Gut Hornegg
  • hochgeladen von Martina Schweiggl

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