06.07.2017, 12:12 Uhr

Sombrero trifft Steirerhut

Wirtschaftsdelegierte des Außenwirtschaftscenters Mexiko machten sich ein Bild von den Unternehmen im Bezirk. (Foto: WKO DL)

Im Zuge seines Besuches im Bezirk Deutschlandsberg machte sich der österreichische Wirtschaftsdelegierte des Außenwirtschaftscenters Mexiko, Friedrich Steinecker, ein Bild von der Innovationskraft und der Qualität regionaler Technologiefirmen.

Begleitet von WKO-Regionalstellenobmannstellvertreter Gernot Hiebler und Regionalstellenleiterin-Leiterin Maria Deix sowie von Marie Peinsith vom Internationalisierungscenter Steiermark war der Außenhandelsdelegierte aus Mexiko vor allem am automotiven Bereich interessiert - und das deshalb, weil Mexiko gerade auf dem Automobilsektor „Weltmeister“ in Lateinamerika ist. Audi baut seinen Q5 seit 2016 ausschließlich in Mexiko, ebenso VW den Beetle, um nur zwei Beispiele zu nennen. In den letzten zehn Jahren konnte Mexiko seine Exporte fast verdoppeln (80% davon in die USA), ein weiteres Indiz für den in Europa kaum wahrgenommenen Aufwärtstrend dieses Landes. Die Inflationsrate lag 2016 bei 2,8%, die Staatsverschuldung bei 58,1%, also besser wie bei uns.

„Mexiko hat aufgrund dieser Zahlen Grund zur Freude und ein Präsident Trump ist noch lange kein Grund zur Panik“, analysierte Steinecker die wirtschaftliche Situation im lateinamerikanischen Land.

Deshalb ist Mexiko auch für heimische Exporteure ein interessanter Markt, vor allem im Technologiebereich. „In Mexiko leben 122 Mio. Menschen, rund 60% sind arm, etwa 36% stellen den Mittelstand und etwa vier Prozent der Bevölkerung ist durchaus als gut bis sehr gut situiert zu bezeichnen. D.h. für den heimischen Incoming-Tourismus wäre das ein potenzieller Markt von 4-5 Mio. Gästen, die es immer öfter nach Europa und Asien zieht.


Beeindruckt von heimischen Unternehmen

Nach Besuchen bei den Firmen Fuchshofer(Hannes und Martina Fuchshofer), Kendrion (Martin Kollmann) und HMF (Christian Mandl) zeigte sich Steinecker sehr beeindruckt von diesen Unternehmen. Vor allem die Möglichkeiten, Werkstücke oder Prototypen in kleinen Stückzahlen auf höchstem technischen Niveau zu produzieren, seien Angebote, die auch in Mexiko gefragt sind. Auch im Bereich Tourismus sah Steinecker Entwicklungspotenzial in beide Richtungen.

Von allen lateinamerikanischen Ländern, in die Österreich exportiert, ist Mexiko schon jetzt die Nummer 1, klar vor Brasilien und Chile. So konnte Österreich 2016 Waren und Dienstleistungen im Wert von 940 Mio. Euro nach Mexiko exportieren und im Gegenzug Produkte um 391 Mio. Euro importieren - ein deutlicher Handelsbilanzüberschuss also und somit ein wichtiger Handelspartner.
Am Ende der Besuchstour wurde auch laut über eine mögliche Wirtschaftsdelegationsreise im Februar nach Mexiko nachgedacht, von der zahlreiche regionale Unternehmen profitieren könnten.
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