Einer, der für seinen Job brennt

Der Stuntman ist feuriger Weltrekordhalter.
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  • Der Stuntman ist feuriger Weltrekordhalter.
  • Foto: J. Tödtling
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Explodierende Autos, wilde Schießereien und mittendrin Josef "Joe" Tödtling. Der Passailer hat sich als Stuntman längst einen Namen in der Hollywood-Landschaft gemacht und wurde für den besten Stunt in einem Kampfkunstfilm ausgezeichnet. Nun hat der 38-Jährige ein neues Ziel: Nach dem Weltrekord für die am längsten gelaufene Strecke im Vollkörperbrand will er sich anzünden – ohne Schutzkleidung, auf nackter Haut.

Sterben will gelernt sein

Wenn es für die großen Stars zu heikel wird, springt Tödtling ein. Ein Job wie jeder andere, auch wenn kein Tag dem anderen gleicht und jeder einzelne mit ein wenig derbem Humor genommen werden muss. "Ein Berliner Stunt-Koordinator sagt immer wieder auf die Frage, was denn zu tun sei: 'Na, was du am besten kannst, mein Ösifreund: sterben'", schmunzelt Tödtling. Und sterben will gelernt sein, denn jeder Stunt muss akribisch vorbereitet werden und durchläuft mehreren Proben, bis gedreht werden kann. Körperliche Grundfitness gehört da dazu. "Kampfchoreografien sind sehr anstrengend, und ich will nicht um die halbe Welt fliegen, damit mir nach fünf Minuten die Luft ausgeht", sagt er.

Arbeiten mit Clooney

Neben Training und Mut gehört für Tödtling die Erkenntnis, dass es als Stuntman auch Grenzen gibt und diese erkannt werden sollen, zur Arbeit. "Ich würde keinen Stunt machen, wo ich mir im Vorhinein nicht sicher bin, dass es gut ausgeht für mich." Mit einer 50/50-Chance geht er nicht auf das Filmset. Hier hat er schon mit George Clooney, John Goodman, Matt Damon oder Zachary Quinto gut und vor allem gerne zusammengearbeitet. Am liebsten spielt Tödtling aber in asiatischen Produktionen mit, weil viel Action für ihn eine Herausforderung ist.

Kraft bei der Familie

Amerika hin oder her: Inmitten der Film- und Fernsehstars denkt Tödtling immer an Zuhause. "Egal, wo du auf dieser Welt bist, das Schönste ist für mich, wenn ich über den Rechberg komme und in den Passailer Kessel schaue. Da kommen Gefühle hoch, da freut sich das Herz", sagt er sehnsüchtig. Die Heimat erdet ihn. Vor allem seine Familie, seine Frau und seine Kinder. Außerdem findet er Kraft im karitativen Bereich. "Weil es einfach Menschen gibt, denen es nicht so gut geht bzw. die wenig Glück im Leben haben. Und wenn es da für mich eine Möglichkeit gibt, etwas zu machen, dann tu ich das."

Auf der nackten Haut

Tödtlings neuestes Projekt geht über seinen bisherigen Weltrekord hinaus. Er will sich dem "Naked Skin Burn" stellen, sich also anzünden – ohne Schutzkleidung: Das Feuer brennt auf der nackten Haut. Ein solcher Stunt ist mit extremen Vorkehrungen verbunden. Dennoch: "Ich will es eigentlich machen, weil ich es kann. Und weil es mich besonders reizt." Einen Strich durch die Rechnung könnte ihm nur seine Frau machen, die vom Vorhaben noch überzeugt werden muss, verrät er. "Ich glaube, ich muss sie noch ein bisschen ärgern, damit sie mich anzündet."

Der Stuntman ist feuriger Weltrekordhalter.
"Joe" Tödtling (2.v.l.) ist längst in Hollywood angekommen.

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