Stattegger engagiert sich gegen den Tod durch Ertrinken

Der Stattegger Ernst Hamerl (46) arbeitet als Gemeindebediensteter. In seiner Freizeit widmet er sich ehrenamtlich der Feuerwehr und Wasserrettung, deren ÖWR-Regionsstellenleiter er für die Südweststeiermark, Einsatzstelle Graz, ist.
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  • Der Stattegger Ernst Hamerl (46) arbeitet als Gemeindebediensteter. In seiner Freizeit widmet er sich ehrenamtlich der Feuerwehr und Wasserrettung, deren ÖWR-Regionsstellenleiter er für die Südweststeiermark, Einsatzstelle Graz, ist.
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Es ist kein leichter Job, den Ernst Hamerl ehrenamtlich in seiner Freizeit ausübt. Der Stattegger ist Mitglied der Grazer Wasserrettung und geschult, im Wasser verunglückte Menschen zu retten. In vielen Fällen ist sein Einsatz nicht von Erfolg gekrönt, dann nämlich, wenn Vermisste nur mehr tot geborgen werden können. Auch das ist ein Dienst an der Gesellschaft, wo eine Rettung nicht mehr möglich ist, die Leiche zu suchen und an Land zu bringen.

„Ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr bei der Feuerwehr Stattegg und war 21 Jahre nebenbei im Rettungsdienst tätig“, sagt der 46jährige, der vor elf Jahren zur Wasserrettung kam. „Schon als Rettungsfahrer wurde ich oft mit dem Tod konfrontiert, wir von der Wasserrettung müssen das aushalten. Man darf diese Schicksalsschläge nicht zu nahe an sich herankommen lassen, wenn es aber ein ertrunkenes Kind ist, dann bleibt das lange im Gedächtnis hängen“. Vor allem jüngeren Kollegen steht Hamerl nach so schwierigen Einsätzen bei. „Da suche ich bewusst das Gespräch, aber einfach ist es nie“.

Viel Zeit wenden Hamerl und seine Kollegen für Übung und Schulung auf. „Im Ernstfall kennen wir das Gewässer und die Strömung nicht, wissen wir nicht, welche Hindernisse es im Wasser gibt, wir müssen auf alles vorbereitet sein“. Die eigene Sicherheit geht vor, ohne Schutzausrüstung, ohne Seilsicherung und ohne Abschätzung der Gefahr würde Hamerl keinen seiner Kollegen ins Wasser lassen.

Was tun, wenn beispielweise in der Mur jemand zu ertrinken droht? Soll man als Passant nachspringen, um womöglich ein Leben zu retten? Die Antwort macht sich Hamerl nicht leicht. Ist es das eigene Kind, der beste Freund, das Risiko für einen sehr guten Schwimmer einschätzbar, dann wird wohl das Bauchgefühl entscheiden. „Ich warne aber davor, nicht nur bei Hochwasser. Gerade im innerstädtischen Bereich hat die Mur eine starke Strömung. Was die Leute unterschätzen, auf mehr als 14 Grad Wassertemperatur kommt der Fluss da auch im Sommer nicht. Man muss als Rettungsschwimmer ausgebildet sein, dann kann man das vielleicht schaffen. Sonst sind es zwei Personen, die gerettet werden müssen. Ungesichert und ohne Neoprenanzug springen wir auch nicht hinein“, sagt der Experte. Was also tun? „Die Hilfskräfte alarmieren, Feuerwehr, Polizei, Wasserrettung. Ich würde empfehlen, an Land zu bleiben und am Ufer mitzulaufen“, so Hamerl.

Die Österreichische Wasserrettung hat sich die Prävention zum Ziel gesetzt. „Wir wollen den Ertrinkungstod bekämpfen. Es ist ganz wichtig, dass Kinder schwimmen lernen. Junge Erwachsene sollten die Ausbildung zum Rettungsschwimmen, Tauchen und Rettungstauchen machen und jeder sollte sein Ersthilfe-Wissen regelmäßig auffrischen“, empfiehlt Hamerl, der beruflich im Gemeindeamt Stattegg arbeitet. Die ÖWR bietet dazu Kurse für Früh-, Frei- und Allroundschwimmer, Junior Retter, Helfer und Lifesaver an. „In Zeiten, wo der Wildwassersport boomt, Canyoning und Rafting die Hitlisten anführt, wird das auch zur Herausforderung für Rettungskräfte. Wasser ist ein Segen, kann aber auch ein Fluch sein“, so der ÖWR-Regionsstellenleiter der Einsatzstelle Graz. www.owr-graz.at.

Autor:

Edith Ertl aus Graz-Umgebung

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