Ein geplanter Urnenwaldfriedhof in Hart bei Graz schlägt hohe Wellen
- Ist die Nähe eines geplanten Urnenwaldfriedhofs zur Stationskaplanei Autal eine unüberwindbare Grenze?
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HART bei GRAZ. In Hart bei Graz besteht bei der Bevölkerung Interesse an einer alternativen Bestattungsmöglichkeit in Form eines Urnenwaldfriedhofs. Auch in der Gemeindestube finden die politischen Vertreter aller Fraktionen (ÖVP, SPÖ, FPÖ, NEOS, GRÜNE und Bürgerliste) die Errichtung eines Urnenwaldfriedhofes gut. Hier wird die Urne mit der Asche unter einem Baum beigesetzt. Zur Naturverbundenheit des Verstorbenen fällt für Angehörige die Grabpflege weg. Und dennoch erreichte der Entwurf zur ÖEK-Änderung (Planungsinstrument der Raumordnung als Grundlage für den Flächenwidmungsplan) in der Gemeinderatsitzung nicht die erforderliche 2/3-Mehrheit, die Bürgerliste verweigerte letztendlich mit Berufung auf die Pfarre ihre Zustimmung.
- Die Bestattungskultur ist im Wandel. Galt früher die Erdbestattung als Standard, setzt sich die Feuerbestattung zunehmend durch. Aktuelle Zahlen belegen einen klaren Trend zur Einäscherung, in der Steiermark sind es bereits 70 Prozent, Tendenz steigend. Vielfach steigt der Wunsch nach einer Naturbestattung. Bei einem Urnenwaldfriedhof fällt zudem eine Grabpflege weg. Dem Wunsch zur Abgrenzung des Friedhofs Autal mit dem geplanten Urnenwaldfriedhof würde dieses Waldstück auch nicht den Namen Autal tragen, sondern "Fuchs und Hase"
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Die Autal Naturbestattung KG, ein regionales Familienunternehmen, plant einen Urnenwaldfriedhof neben dem bestehenden Friedhof in Autal. Bis zu 3.000 Baumbestattungen sollten über Jahrzehnte hinweg hier ohne größere Eingriffe in die Landschaft ermöglicht werden. Dazu erforderlich wäre die Umwidmung für ein rund 25.000 m2 großes Grundstück, das im Besitz des Betreibers ist.
Die Bestattungskultur ist im Wandel. Galt früher die Erdbestattung als Standard, setzt sich die Feuerbestattung zunehmend durch. „Die Bevölkerung von Hart bei Graz wünscht sich seit geraumer Zeit alternative Bestattungsformen. Der Wald neben dem katholischen Friedhof Autal bietet sich dafür an. Nachvollziehbare Bedenken wurden vom Betreiber ausgeräumt und sogar Vorteile für die Pfarre wurden ausgeschlagen“, zeigt sich SP-Vzbgm. Andrea Ohersthaller über das Abstimmungsergebnis enttäuscht. Zudem wäre die Auflage für den Flächenwidmungsplan nur ein erster Schritt, auf den Einwände behandelt werden müssen, bevor Land und Bezirkshauptmannschaft das Projekt prüfen und genehmigen können.
- Vzbgm. Andrea Ohersthaller: „Die Bevölkerung von Hart bei Graz wünscht sich seit geraumer Zeit alternative Bestattungsformen. Leider mussten wir scheitern, nachdem die Pfarre informiert wurde, dass die Zweidrittelmehrheit für dieses Leuchtturmprojekt der ARGE Hart durch die Bürgerliste verhindert werden kann.“
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„Wir haben es nicht abgelehnt, wir sind der Meinung, dass es eine super Idee wäre. Nachdem der Urnenwaldfriedhof aber unmittelbar neben dem Pfarrfriedhof geplant ist, muss Rücksicht auf die Bedenken der Pfarre genommen werden“, sagen Vzbgm. Jakob Binder und der frühere Bürgermeister GR Jakob Frey von der Bürgerliste. Diese Bedenken wurden von der Stationskaplanei Autal in persönlichen Gesprächen und in einer schriftlichen Stellungnahme dem Gemeinderat vorgelegt.
„Als Pfarrgemeinde Autal haben wir keine Entscheidungsbefugnis in dieser Angelegenheit. Allerdings haben wir darauf hingewiesen, dass aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zu Pfarrfriedhof und Kirche Autal eine zusätzliche Belastung auf Ehrenamtliche zukommt. Anlagen wie Gebäude, WCs, Müllsammelstellen etc. werden von Ehrenamtlichen in Stand gehalten. Besucher des geplanten Urnenwaldfriedhofes werden diese mitnutzen, so realistisch muss man sein“, sagt der Leiter des Seelsorgeraums Graz-Südost Stefan Ulz.
„Ich bin als Pfarrer sehr dankbar, dass die Ehrenamtlichen vor Ort viel Zeit und Energie investieren, um das pfarrliche Leben samt der dafür nötigen Infrastruktur auf Trab zu halten und ich teile deren Sorge, dass durch einen direkt angrenzenden Urnenwaldfriedhof zusätzliche Arbeit für sie entsteht“. Zudem mache es für Ulz einen Unterschied, dass der geplante Urnenwaldfriedhof ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen sei, der Pfarrfriedhof aber eine sich selbst tragende, vorwiegend ehrenamtlich betreute Erinnerungsstätte.
Mit großem Bedauern nimmt Geschäftsführer Gerhard Hierz von der Autal Naturbestattung das Abstimmungsergebnis zur Kenntnis. „Ich war und bin stets bereit, mich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen, Sorgen und Einwände ernsthaft zu besprechen und gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Dass solche Lösungen nicht immer sofort gefunden werden können und mitunter mehrere Gespräche notwendig sind, versteht sich von selbst“.
Ob es nach einem über viele Monate erstreckten Prozess mit dem Bemühen, auf die Bedenken der Pfarre einzugehen, noch zu einem klärenden Gespräch kommen wird, steht in den Sternen.
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