Der Zusammenhalt steht nun im Fokus
Gemeinsam durch das schwere Unwetter

Durch die starken Regenschauer kam es schlussendlich zu einem Erdrutsch. | Foto: FF Friesach-Wörth
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"Verschwindet, Deutschfeistritz säuft ab", ein Satz, der bereits beim Lesen Gänsehaut verursacht. Was am Wochenende in den vielen Nord-Gemeinden passiert ist, ist für viele immer noch kaum zu begreifen. Wetterbedingungen, die man nur in Filmen oder Nachrichten am anderen Ende der Welt sieht, wurden im Herzen der Steiermark zur Realität.

GRAZ-UMGEBUNG. "Es ist schwer zu verstehen, was seit gestern Abend bei uns im gesamten Ortsgebiet abgegangen ist" – das sind die Worte der Freiwilligen Feuerwehr Deutschfeistritz nach den verheerenden Unwettern mit massiven Überschwemmungen. Der Übelbach ging aufgrund der Regenmassen binnen kürzester Zeit über, das gesamte Gemeindegebiet befand sich im Ausnahmezustand. Aber auch die Gemeinden im gesamten Umkreis blieben nicht verschont. Feuerwehr, Polizei, das Rote Kreuz und ebenso die Einwohnerinnen und Einwohner waren im Dauereinsatz.

Es passierte alles so schnell, es gibt unzählige Augenzeugenberichte. | Foto: FF Friesach-Wörth
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Der Ablauf

Die Bürger aus dem Norden von Graz-Umgebung wurden am Samstag am späten Nachmittag zu Augenzeugen eines der schlimmsten Unwetter der letzten Jahre. Nach der Reihe überschlugen sich die Ereignisse: Überschwemmungen, Hangrutsche, umgestürzte Bäume, Straßen wurden weggerissen und Häuser vermurt. Es herrschte absolute Lebensgefahr. Der Zivilschutzalarm musste ausgelöst werden. Die Gemeinden Übelbach, Deutschfeistritz, Peggau, Semriach, Stattegg, St. Radegund, Kumberg und Weinitzen befanden sich in einem katastrophalen Zustand. Stromausfälle und überflutete Keller waren noch das kleinste Übel.

Das Ortszentrum Deutschfeistritz, ein Symbolbild der Verwüstung. | Foto: FF Friesach-Wörth
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"Wir standen in Übelbach und Deutschfeistritz im Einsatz, in der Zwischenzeit trat zu Hause der Rötschbach über die Ufer und wir mussten die Einsätze abbrechen und in Friesach in den Einsatz gehen, auch in unser Feuerwehrhaus trat das Hochwasser ein, wir mussten unser Feuerwehrhaus auspumpen und reinigen. Nachdem dies erledigt war und keine Gefahr mehr für das Feuerwehrhaus und weitere Gebäude in Friesach bestand, wurden wir wieder nach Übelbach alarmiert", so die Freiwillige Feuerwehr Friesach-Wörth.

Die Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz. | Foto: FF Friesach-Wörth
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Menschen in Not

Es ist "ein Wunder, dass es keine Toten oder Verletzten gibt", schildert eine Anrainerin. Die Bilder und Videos, die im Internet und auf den sozialen Netzwerken auftauchen, häufen sich und geben einen Blick auf einen Bruchteil des Geschehens. Auch noch am Tag nach dem verheerenden Wetter waren die Freiwilligen Feuerwehren im Dauereinsatz. Über 300 Mitglieder von 25 Feuerwehren, dem Roten Kreuz, der Polizei und Behörden waren im Dauereinsatz: 50 Personen mussten aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet werden. Durch die schwere Verwüstung mussten die Straßen in weiten Teilen des Bezirkes geräumt werden. Auch schwere Fahrbahnschäden wurden gemeldet.

Bilder aus Semriach machten ebenso die Runde. Hier standen die Straßen ebenso unter Wasser. | Foto: FF Friesach-Wörth
  • Bilder aus Semriach machten ebenso die Runde. Hier standen die Straßen ebenso unter Wasser.
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Infrastruktur zerstört

Durch die starken Niederschläge verlegte eine Mure die A9 bei Übelbach, beide Fahrtrichtungen mussten mit sofortiger Wirkung gesperrt werden. Auch für Zugreisende war der Weg zwischen Peggau-Deutschfeistritz und Frohnleiten Bahnhof nicht passierbar. Um 20.33 wurde bereits mit einer Verzögerung von bis zu einer Stunde gerechnet. In Übelbach selbst wurde die Ortswasserversorgung stark beschädigt, mehr als 200 Haushalte hatten kein Wasser, teilte der Bürgermeister via Facebook mit. Vor allem im Bereich Kleintal und Bockstallstraße wurden Straßensperren errichtet, da das Wasser nicht mehr versickern konnte. Das Wasser des Übelbachs floss in weiterer Folge in die Mur ab, sodass auch in Graz der Zivilschutzalarm ausgerufen wurde. Besonders die Bezirke Mariatrost und Andritz waren durch den Andritz- und Leonhardbach betroffen.

Eine Unterführung in Deutschfeistritz. | Foto: FF Friesach-Wörth
  • Eine Unterführung in Deutschfeistritz.
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Zusammenhalt ist nun gefragt

Neben den vielen Einsatzkräften waren auch dutzende Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinden im Einsatz. "Der Zusammenhalt zwischen der Feuerwehr und den Betroffenen ist weiterhin spürbar, sie greifen selbst mit an und zeigen sich dankbar, es ist auch eine emotionale Sache", schildert Bereichsfeuerwehrkommandant Gernot Rieger. "Die gefährliche Arbeit ist unsere Sache, dafür haben wir die Ausrüstung und Ausbildung, aber mit den anderen Tätigkeiten, wie Aufräumarbeiten, wird uns unter die Arme gegriffen, die Motivation ist spürbar", setzte er fort. Am Tag nach dem Unwetter schlossen sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinden wieder zusammen und füllten neben den ganzen Aufräumarbeiten auch noch Sandsäcke ab.

Der nächste Schritt: Sandsäcke befüllen. | Foto: Pixabay
  • Der nächste Schritt: Sandsäcke befüllen.
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Wie geht es weiter?

Nun stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Ist bereits Licht am Ende des Tunnels? Folgt die Ruhe nach dem Sturm? Die Frage lässt sich leider mit einem klaren "Nein" beantworten. Die Nacht auf Montag verlief laut dem Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Thomas Meier, zwar ruhig – seit den frühen Morgenstunden ziehen aber wieder Gewitterlinien über die betroffenen Bereiche, teils auch mit Starkregen. "Jeder Tropfen, der im Moment vom Himmel fällt, vor allem in den Bezirken Graz-Umgebung und Hartberg-Fürstenfeld und in allen anderen betroffenen Bereichen, ist einer zu viel. Entsprechend hoffen wir, dass sich nichts Gravierendes an der Lage ändert." Es bleibt also abzuwarten, was die kommenden Tage bringen.

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