Computer-Hacker am Werk Lösegeldzahlung
Gössendorf wurde lahmgelegt

Computer-Hacker legten Gössendorf lahm. Der Gemeindeserver wurde geknackt und war nicht mehr zugänglich. Lösegeld wurde erpresst.
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  • hochgeladen von Hannes Machinger

Internet-Erpresser legten Computer der Gemeinde lahm. Die Entschlüsselung gab es gegen “Lösegeld“.
Sonntag, 25. April. Gerald Wonner, Bürgermeister der Marktgemeinde Gössendorf, will, wie so oft an Wochenenden, von daheim aus in den Server der Gemeinde einsteigen. Nichts geht, die Software ist mit einem Mal verschlüsselt. Schnell stellt sich heraus, dass Hacker auf verbrecherische Weise den Server der Kommune geknackt und den Zugang verschlüsselt haben. Weshalb die Gemeindeverantwortlichen den Server schnell vom Netz nehmen.
Freilich bricht gleich am Montag das große Chaos aus. Keine Mails, keine Buchhaltung, keine Lohnverrechnung – nichts geht mehr, die komplette Verwaltung ist blockiert, das Gemeindeamt steht Kopf. Der erste Weg führt den Bürgermeister zur Polizei. “Ich habe sofort Anzeige erstattet, Experten des Landeskriminalamtes, der Datenschutzbehörde und weitere IT-Spezialisten wurden eingeschaltet. Wir konnten aber keinen Zugang zu unseren Daten herstellen, alles war verschlüsselt“, berichtet der Ortschef.

Schreiben der Erpresser
Selbst jener Server, der alle Daten in der Nacht spiegelt, also kopiert, war nicht mehr zugänglich. Die Ursache war bald klar. Nämlich, als ein Schreiben aus dem osteuropäischen Raum eintraf, in dem es hieß, dass der Server gehackt wurde – und dass gegen die Bezahlung einer vierstelligen Euro-Summe umgehend eine Entschlüsselungs-Software zur Verfügung gestellt werde, mit der die Computer wieder hochgefahren werden können. “Darauf haben wir uns mit den Experten besprochen, um abzuwägen, wie wir den Schaden am geringsten halten können. Immerhin war zu befürchten, dass große Datenmengen verloren wären und dazu die komplette Verwaltung unserer Gemeinde mit mehr als 4.000 Einwohnern über einen längeren Zeitraum blockiert sein würde, was einen enormen finanziellen Schaden verursacht hätte“, erklärt Gerald Wonner.

“Lösegeld“ gezahlt
So haben die Verantwortlichen in Gössendorf das kleinere Übel gewählt und die geforderte Summe an die Internet-Betrüger überwiesen. Die erwiesen sich wenigstens als “ehrliche Gauner“ und lieferten umgehend die in Aussicht gestellte Software. Wonner: “Niemand lässt sich gerne erpressen, aber das war der schnellste und günstigste Weg, den Normalbetrieb wieder herzustellen. Und natürlich haben wir der Polizei dann die Entschlüsselungs-Software zur Verfügung gestellt, damit sie anderen betroffenen Betrieben oder Gemeinden damit künftig helfen können.“ Das Landeskriminalamt bestätigt die Anzeige aus Gössendorf. Die Ermittlungen dauern an.

Computer-Hacker legten Gössendorf lahm. Der Gemeindeserver wurde geknackt und war nicht mehr zugänglich. Lösegeld wurde erpresst.
Bürgermeister Gerald Wonner traf eine mutige Entscheidung. Er wählte mit der Lösegeldzahlung das kleinere Übel. Jede Alternative hätte weit mehr Kosten verursacht.


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