Weizerin bei Olympia mit dabei

Simone Prutsch mit den Maskottchen der Olympischen Spiele Wenlock und Mandeville. | Foto: GEPA
  • Simone Prutsch mit den Maskottchen der Olympischen Spiele Wenlock und Mandeville.
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Es ist ein Traum vieler Sportler, einmal im Leben an einem Großereignis teilzunehmen. Diesen Traum hat sich nun die Badmintonspielerin Simone Prutsch erfüllt – sie nimmt an den Olympischen Spielen (27. Juli bis 12. August) in London teil.
Während der intensiven Wettkampfvorbereitung nahm sie sich Zeit, um die Fragen der WOCHE zu beantworten. Dabei sprach sie über ihre Anfänge, Erfolge und Niederlagen, das intensive Training sowie über Gedanken ans Aufhören.

WOCHE: Wie sind Sie zum Badmintonsport gekommen?
Prutsch: Wir waren auf der Suche nach einer neuen Sportart und sind zufällig durch einen Schulkameraden auf Badminton gekommen. Begonnen habe ich mit 10 Jahren.

Was war der erste Gedanke, nachdem Sie erfahren haben, dass Sie an den Olympischen Spielen teilnehmen werden?
Ich konnte es nicht sofort realisieren. Es hat so viele Jahre gedauert, bis ich es erreicht habe, da kommt die Freude erst langsam durch.

Was erwarten Sie von den Olympischen Spielen?
Ich freue mich sehr auf die Eröffnung! Denn das ist etwas Einzigartiges! Danach wird es mit Sicherheit eine große Herausforderung, den Wettkampf nicht überzubewerten, sondern wie an jeden anderen heranzugehen.

Wie qualifiziert man sich für so ein Großereignis?
Jede Sportart hat ihre
eigenen internationalen Qualifikationsrichtlinien. Im Badminton geht es über die Weltrangliste. Es treten 48 Damen im Einzel an.

Wie bereiten Sie sich auf die bevorstehenden Olympischen Spiele vor?
Nach sehr anstrengenden vier Wochen Training habe ich zwei Turniere in Amerika und Kanada gespielt. Am 28. beginnt der Wettkampf in London.

Wie lange trainieren Sie täglich?
Drei bis sechs Stunden am Tag – mit 100% Einsatz.

Was machen Sie unmittelbar vor einem Wettkampf?
Gut aufwärmen, damit ich vom ersten Punkt weg bereit bin.

Wie bekämpfen Sie Nervosität?
Ich bin selten richtig nervös. Aber wenn, versuche ich es nicht zu verdrängen, sondern die Nervosität als Energie zu nutzen.

Was ist Ihre größte Motivation?
Mein Potenzial eines Tages voll ausschöpfen zu können.

Wie wird ein gewonnenes Match gefeiert?
Die größte Freude und Emotion kommt direkt, wenn ich den Matchball verwandele.

Wollten Sie schon einmal alles hinschmeißen, um ein ruhigeres Leben zu führen?
Hab ich schon gemacht. Nach der Nichtnominierung, trotz internationaler Qualifikation, durch das Österreichische Olympische Comité für Olympia 2008 habe ich fast acht Monate ein „ruhiges“ Leben ohne Sport und Wettkämpfe geführt. Aber es kam der Punkt, an dem ich die Emotionen eines Wettkampfes vermisst habe.

Was ist Ihre größte Stärke, was Ihre größte Schwäche?
Mein Wille ist meine Stärke! Die Schwächen werden immer schwächer.

Haben Sie einen Glücksbringer? Wenn ja, welchen und warum?
Im Herbst 2011 habe ich zufällig eine griechische 2-Euro-Münze mit einem Diskuswerfer und dem Athen-2004-Olympia-Logo in die Hand bekommen. Den hatte ich ab diesem Zeitpunkt immer in der Schlägertasche. Und er hat geholfen :)

Wie sehen Sie den Badmintonsport im Gegensatz zu anderen Sportarten?
Ich finde, es hat sich sehr viel getan in den letzten Jahren. Badminton ist eine sehr professionell aufgezogene Sportart geworden. Zum Beispiel gibt es bei fast allen Wettkämpfen Live score und Live stream. Zu den Traditionssportarten, wie Tennis, Formel 1, Fußball aufzuschließen, wird aber sehr schwierig.

Zu Turnieren zu reisen, ist eine kostspielige Sache. Erhalten Sie finanzielle Unterstützung?
Hier möchte ich mich recht herzlich für die jahrelange Unterstützung durch die Stadtgemeinde Weiz bedanken! Das ist immer ein sehr wichtiger Teil! Weiters bekomme ich Förderungen vom Land Steiermark und verschiedensten Bundesprojekten. Aber um alles abdecken zu können, bin ich auch immer auf der Suche nach Sponsoren ... die sich gerne bei mir melden können :)
Ich möchte mich gerne bei meinen Eltern, der Familie Knoll, dem Weizer Badmintonverein, dem ATUS Weiz und allen Leuten und Institutionen, die daran beteiligt waren, mir Trainingsmöglichkeiten und finanzielle Unterstützung zu bieten, danken!

Was war bis jetzt Ihr größter Erfolg bzw. was eventuell die größte Niederlage?
Schwer zu sagen ... Jeder Sieg ist ein Erfolg und jede Niederlage schmerzt. Aber Olympia 2012 gehört sicher zu den größeren Erfolgen und Olympia 2008 zu den bittersten Niederlagen.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade Badminton spielen?
Eigentlich ist es mit Training, Analysen, Regenerationsmaßnahmen usw. ein Fulltime-job. Wenn ich doch mal Freizeit habe, dann such ich ein gemütliches Café, mit Freunden oder einem guten Buch.

Was war Ihre schwerste Verletzung?
Ich hatte nicht viele und auch nur kleine.

Was war die größte Hürde, die es zu überwinden galt?
Wie schon erwähnt, Olympia 2008 hat mich damals tief getroffen! Das hat mich in dieser Qualifikationsperiode immer wieder stark zurückgeworfen. Trotzdem weiterzumachen ware eine große Herausforderung. Daher freue ich mich jetzt sehr und bin stolz, es geschafft zu haben.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Olympia und dann geht’s ab Mitte September mit Wettkämpfen weiter.

Steckbrief
Name: Simone Prutsch
Geburtstag: 17.10.1978
Wohnort: Wien/ Naas
Lieblingsessen: Fisch, Äpfel
Bevorzugter Musikstil:
Rock und Pop
Hobbys: gute Bücher lesen
Verein: ATUS Weiz

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