Unternehmer-Interview
Im Einsatz gegen Müll im Abfluss

Wenn Abflüsse und Rohre als Mistkübel benutzt werden, kann nur noch Gerald Hirschler aus Gratwein-Straßengel helfen.
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  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Gerald Hirschler aus Gratwein-Straßengel macht dort sauber, wo andere unbedacht ihren Müll hinterlassen. Seit 2010 ist er als Kanalreiniger im Einsatz.

WOCHE: Wie wird man Kanalreiniger? Wie hat bei Ihnen alles angefangen?
Gerald Hirschler: Ich bin gelernter Installateur und habe als solcher auch lange gearbeitet. Dadurch bin ich mit der Materie schon irgendwie immer in Kontakt gewesen. Irgendwann hat es sich ergeben, diesen Zweig beziehungsweise diesen Beruf auszuüben. Seit 2010 bin ich als Kanalreiniger tätig.

Dreck, Gestank und unterirdisch durch die Kanäle kriechen: Sind das Berufsklischees?
Ja, das sind sie. Ich bin zwar auch für größere Kanäle im Einsatz, aber hauptsächlich im Haushalt, in Küchen, Bädern und bei Toiletten.

Was finden Sie in verstopften Rohren?
Leider noch immer die üblichen Verdächtigen wie Hygieneartikel, Feuchttücher, Wisch- und Staubtücher. Auch Katzenstreu wird einfach die Toilette runtergespült. In den Küchen ist es vor allem der Kampf gegen Essensreste und Speisefett.

Man könnte davon ausgehen, dass die Menschen längst aufgeklärt sind, was eigentlich in den Mistkübel gehört ...
Das stimmt. Aber viele Menschen sind einfach unbelehrbar. Es hat sich in all den Jahren, in denen ich als Kanalreiniger arbeite, kaum etwas geändert. Viele glauben, dass der Abfluss schon "schlucken" wird. Umweltschutz ist bei mir deshalb ein großes Thema. Aber es ist von Kunde zu Kunde und von Region zu Region unterschiedlich. Je ländlicher mein Einsatzort liegt, desto besser ist es.

Haben Sie eine Vermutung, warum Abflüsse und Rohre als Mistkübel benutzt werden?
Vielleicht ist es die Anonymität, vielleicht die Bequemlichkeit. Oft auch noch immer Unwissenheit.

Wer haftet dafür, wenn Sie gerufen werden?
Meist wird es von der Versicherung gedeckt. Aber wenn sich herausstellt, dass der Kunde schuld ist, dann ist man auch selbst verschuldet. Häufig können Kunden aber nichts dafür, denn es gibt genug Rohre und Abflüsse, die zu alt sind, deren Gefälle nicht passt. Da können schon Kleinigkeiten einfach "hängenbleiben".

Haben Sie als Profi einen Tipp für verstopfte Rohre?
Keine Chemie verwenden. Im schlimmsten Fall verschlechtert es die Situation, und es entsteht ein noch größerer Schaden. Hausmittel an sich helfen, aus meiner Erfahrung, nur im ersten Drittel der Verstopfung. Heißes Wasser runterzuspülen, ist aber ein guter Tipp, auch als Vorbeugung. Ansonsten rufen Sie mich.

Kontakt: 
Die Firma Hirschler ist auf Kanalreinigung mit mechanischer Rohrreinigungsmaschine für Rohrdurchmesser von 30 bis 200 Millimeter spezialisiert. Kontakt: Tallak 58c, 8103 Gratwein-Straßengel, 03124/52974; www.hirschler-kanal.at

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