Seit 100 Jahren im Familienbesitz

Peter Gruber zeigt stolz die Genehmigung des Großvaters.
  • Peter Gruber zeigt stolz die Genehmigung des Großvaters.
  • Foto: WOCHE
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Der Stempel auf Peter Grubers Geschäftsgenehmigung ist ein Stück Geschichte. Mit Erlaubnis der kaiserlich-königlichen Bezirkshauptmannschaft eröffnete der Großvater des heutigen Inhabers 1917, um als Kriegsversehrter seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, eine Trafik.

Meilensteine der Geschichte

100 Jahre später wird das Geschäft in Gratkorn nach wie vor im Familienbesitz geführt. Das liegt auch daran, dass Trafiken weit mehr als Verkaufsstellen für den heiß umstrittenen Glimmstängel sind. Zwischen Fachzeitschriften, Lottoscheinen und Geburtstagsbilletts plaudert die Kundschaft mit den Angestellten gerne über das Tagesgeschehen. "Das war auch immer schon so", verrät Peter Gruber, Enkel des Gründers, "denn mit den sogenannten Nebenartikeln galten Trafiken als Nahversorger".
Gruber hat nach Abschluss seiner Lehre stets in der Trafik mitgearbeitet. Seit 1990 führt er mit seiner Frau Anita den Betrieb. Das Familienunternehmen erinnert sich gern an die Meilensteine seiner Geschichte: etwa die Anschaffung des ersten Zigarettenautomaten 1960, den Um- und Ausbau des Geschäfts (damals Brucker Straße 85), die Einrichtung der Annahmestelle für Toto oder die erste Registrierkasse 1987. "Es ist für mich ein beeindruckendes Gefühl, auf 100 Jahre zurückblicken zu können. Meine Hochachtung gilt den Generationen, die trotz schwieriger Zeit das alles aufgebaut haben", sagt Gruber und bedankt sich zugleich bei den Kunden, die auf den Einkauf vor Ort setzen. Einfach hat es die Branche heutzutage trotzdem nicht. Für Gruber sind die Gesetzesänderungen, Glücksspiel- oder Rauchverbotsdebatten aber kein Hindernis, sondern ein Teil des Geschäfts, den er mit großer Verantwortung trägt. "Auch Tabak-Trafiken gehen mit der Zeit", sagt er.

Online vs. ums Eck

Ob Tabak-Trafiken irgendwann vom Onlinehandel geschlagen werden, kann aus heutiger Sicht nicht beantwortet werden. Kontrollen und Vorschriften machen es dem Nikotin aber unmöglich, mit der Post zu kommen. Denn der virtuelle Handel mit Tabakwaren ist verboten. Für Kunden von Trafiken hat das Geschäft ums Eck den Vorteil, in für unterschiedliche Interessensgruppen erhältlichen Zeitungen ausreichend zu schmöckern und sich Gedanken über die sechs richtigen Zahlen für den großen Traum vom Gewinn zu machen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen