02.01.2018, 00:00 Uhr

Mit Königen ein Zeichen setzen

Jetzt sind die Sternsinger wieder unterwegs, um als Caspar, Melchior und Balthasar Geld für Hilfsprojekte in Entwicklungsländern zu erbitten.

Ein König war Günther Geieregger schon als Kind. Später war er mit seinen gekrönten Töchtern 15 Jahre für die Dreikönigsaktion unterwegs. Jetzt als Pensionist begleitet er junge Hoheiten wieder, wenn sie als Sternsinger in ihren Weihnachtsferien von Tür zu Tür gehen, um ein Zeichen der Solidarität mit notleidenden Menschen in Entwicklungsländern zu setzen.

„Ich bin gleich alt, wie die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar“, schmunzelt der Gössendorfer. Was 1954 in einigen Pfarren begann, sprang rasch als Funke der Begeisterung auf ganz Österreich über. 85.000 Kinder und Jugendliche stellen sich seither bundesweit jährlich in den Dienst der guten Sache und singen für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Als Bittsteller treppauf-treppab zu gehen, ist nicht jedermanns Sache. „Mir macht das nichts aus, ich gehe ja nicht betteln, es sind für mich soziale Begegnungen“, betont Geieregger. „Auch wenn nicht jeder die Tür aufmacht, das macht mich nicht mutlos“. Für andere zu bitten, ist für den pensionierten Bankangestellten kein Problem. „Mir sind die Sternsinger-Projekte wichtig. Es gibt auf der Welt ein Ungleichgewicht zum Zugang auf sauberes Wasser, Bildung, medizinische Versorgung und Rechtsbeistand. In der Dritten Welt sind vor allem Kinder und Frauen davon stark betroffen“.

Die Könige heute heißen Anna, Julia, Zaira, Tobias oder Malek, die vielerorts den Haussegen an die Eingangstüren schreiben. 20+C+M+B+18 ist nicht der vermeintliche Name der Heiligen Caspar, Melchior und Balthasar, es ist der Segensspruch „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“.

In dem zur Pfarre Fernitz zählenden Teil von Gössendorf gibt es mehr als ein Dutzend Sternsinger-Routen. Welche ihm die Pfarre auch immer zuteilt, sie wird willkommen sein. „Es ist natürlich schön, wenn ich mit den Kindern in meinem oder deren Wohngebiet unterwegs bin, da haben wir einen Heimvorteil. Ich gehe aber auch gern zu den neuen Siedlungen, wo Zuzügler wohnen, da kann ich mich gleich als Mitglied des Pfarrgemeinderates vorstellen“, sagt Geieregger, der sich in der Pfarre Fernitz ehrenamtlich im Wirtschaftsrat engagiert. Auch hier wartet auf den Gössendorfer ein großer Brocken Arbeit. „Wir wollen ab nächstem Jahr die Außenrenovierung der Fernitzer Kirche angehen und überlegen jetzt schon, wie wir die finanziellen Mittel aufbringen können. Gut möglich, dass Geieregger auch dafür seine Stimme erhebt. Nicht nur beim Finanzierungsplan, der Gössendorfer ist Erster Bass beim Männergesangverein Liebenau, dem er als tragende Säule und als Schriftführer angehört.
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