Wie motiviert man Kinder nach Niederlagen?

Ermutigen: Das ist eine wichtige Aufgabe der Eltern, besonders wenn Kinder Misserfolge erleben. | Foto: PicsBeta
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  • Ermutigen: Das ist eine wichtige Aufgabe der Eltern, besonders wenn Kinder Misserfolge erleben.
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Ihre Tochter schreibt in Englisch schlechte Noten, obwohl sie sich bemüht? Ihr Sohn hat es nicht geschafft, beim Fußballverein in den U-16-Kader zu kommen? Wie können Eltern mit „Misserfolgen“ ihrer Kinder umgehen? Das ist eine wichtige Frage.
Denn: Keiner mag sie, aber jeder hat sie: große oder kleine Misserfolge. Nicht erfolgreich zu sein, ist in unserer von Erfolgsprinzipien geprägten Gesellschaft ein Unding. Misserfolg bedeutet Versagen, Schande und Unvermögen. Dabei geht ohne Scheitern gar nichts: Wie etwas funktioniert, wissen wir nur, wenn wir wissen, wie es nicht funktioniert. Der Wechsel zwischen Erfolg und Misserfolg ist ein Entwicklungsprinzip des Lebens.
Martin Seligman, der Begründer der Positiven Psychologie, sagt sogar, dass Misserfolg immer eine neue Tür zu persönlichem Wachstum öffnet. Wir Erwachsenen und unsere Kinder kennen grundsätzlich drei Wege mit Misserfolgen umzugehen:
1. Sich selbst die Schuld geben: Es liegt am eigenen Unvermögen, der Dummheit… Dieser Weg ist ein Tanz am Abgrund des Selbstwertes.
2. Anderen die Schuld geben: Sie haben die falschen Fragen gestellt oder zu wenig geholfen. Das ist nur scheinbar gut.
3. Mit dem Misserfolg adäquat umgehen. Man hat eine eher positive Einstellung und schaut, was gut gelungen ist, wo man zu wenig getan hat und was man an äußeren Bedingungen verbessern kann. Dieser positive Umgang mit Misserfolg ist die Basis für zukünftige Erfolge. Das Wichtige ist: Dieser Umgang ist einfach erlernbar. Dabei kommt es auf die Eltern an. Verzweifeln wir selbst, werten wir unserer Kind ab und sagen: „Es hat eh keinen Sinn“ oder vermitteln wir Verständnis und Zuversicht?

Das können Sie tun
1. Zeigen Sie Verständnis und schimpfen Sie nicht drauflos! Zeigen Sie Mitgefühl! Sagen Sie in etwa: „Ich kann gut verstehen, dass du dich jetzt schlecht fühlst.“
2. Verbreiten Sie Zuversicht! Bemerken Sie das, was gut gegangen ist, etwa ein Detail bei einer Aufgabe. Zeigen Sie auch, dass es immer einen Weg gibt, meist in kleinen Schritten hin zum Erfolg!
3. Geben Sie Rückhalt! Vergessen Sie nie, Ihrem Kind zu signalisieren, dass Sie immer für es da sind, egal, was passiert! Ersparen Sie ihm aber nicht die Auseinandersetzung mit Misserfolgen, die zum Beispiel auf zu wenig Übung zurückzuführen sind!
4. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, selbst Wege aus dem Misserfolg zu finden. Nehmen Sie ihm nicht die Arbeit ab!
5. Wenden Sie die Technik „eine Tür öffnet sich immer“ an! Wenn Ihr Kind wegen des Misserfolges sich selbst oder andere verurteilt, diskutieren Sie, warum solche Folgerungen nicht zutreffen. Besprechen Sie mit ihm dann die neuen Möglichkeiten, die durch die Erfahrung entstehen können.
6. Seien Sie ein Vorbild beim Umgang mit Misserfolg, etwa nach dem Motto: „Auch bei kleinen Erfolgen gehen wir ein Siegeseis essen, bei Misserfolg ein Trosteis.“ Zeigen Sie, wie man durch beharrliche Arbeit zum Erfolg kommt!
7. „Üben, üben, üben“: Die Entschlossenheit, etwas gut zu machen, ist der Hauptschlüssel zum Erfolg, nicht die überragende Genialität. Wichtig ist, alles konsequent Schritt für Schritt zu tun.
8. Bleiben Sie nie alleine, gerade nicht im Misserfolg! Lernen Sie auch Ihrem Kind, mit anderen zu reden, sich Hilfe zu holen und dafür nicht zu stolz zu sein.

DER EXPERTE
Dr. Philip Streit ist Psychologe, Psychotherapeut und Lebens- und Sozialberater.
Seit 20 Jahren leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz, das größte Familientherapiezentrum der Steiermark.
Jede Woche beantwortet er in der „WOCHE“ eine Frage rund um Erziehung und Beziehung.
Ihre Anregungen und Fragen können Sie per E-Mail an die Redaktion schicken:
elisabeth.poetler@woche.at

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