Arsim Gjergji vom Café Eleven meint: In der Innenstadt braucht es eine Ruhezone!

Dem Grazer schwebt eine Spaziermeile vor, in der Jung und Alt ohne Konsumzwang entspannen können.

"Mir ist durchaus bewusst, dass es in Graz an Parkraum fehlt. Diesem allerdings die schönste Gasse der Stadt zu widmen, finde ich schade", meint Arsim Gjergji, der seit drei Jahren das Café Eleven in der Kaiserfeldgasse betreibt. Dass diese seiner Meinung nach eine autofreie Ruheoase werden sollte, habe allerdings nichts damit zu tun. "Die Allee ist einzigartig und wäre ein toller Standort für Sitzbänke. Hier könnten die Menschen auch abseits des Konsumzwangs ihre Stadt genießen", ist der Wirt überzeugt.
Im Kontrast zur geschäftigen Herrengasse sieht Gjergji die Kaiserfeldgasse als möglichen Rückzugsort. "Vor allem ältere Menschen und Familien würden davon profitieren. Auch ein Spielplatz wäre toll – davon gibt es in der Innenstadt derzeit leider ohnehin viel zu wenige."

Verbindung zur Mur
Für eine Fußgängerzone in der Kaiserfeldgasse sprechen würden laut Gjergji auch die Investitionen an der Mur sowie die geplante Straßenbahnlinie durch die Neutorgasse. "Damit wird eine für Fußgänger, Läufer und Radfahrer attraktive Verbindung zwischen der Innenstadt und der Promenade geschaffen", ist er überzeugt. Immerhin sei die Fußgängerfrequenz in der Kaiserfeldgasse schon jetzt sehr hoch: "Ich denke, fast ein jeder hatte schon einmal in dieser Gasse zu tun – immerhin befinden sich hier nicht nur sehr viele Unternehmen, sondern auch wichtige Ämter."

Viele Büros, kaum Anwohner
Anrainer gebe es in der Kaiserfeldgasse hingegen kaum. "Teilweise befinden sich hier Häuser, in denen kein einziger Anrainer wohnt. Und für die wenigen vor Ort wohnhaften Grazer könnte man einige Parkplätze reservieren", schlägt Gjergji vor.
Die nach Graz pendelnden Unternehmer und Angestellten sollten sich allerdings eine andere Lösung überlegen: "Die Stadt bietet da bereits einige attraktive Möglichkeiten, wie zum Beispiel Park-and-Ride-Anlagen."

Positive Resonanz
Bei den meisten Unternehmern in der Kaiserfeldgasse finde die Idee bereits sehr guten Anklang: "Ich habe schon mit einigen darüber gesprochen, die meisten sind begeistert. Manche stoßen sich nur daran, dass mit einer Fußgängerzone auch viele Parkplätze wegfallen würden. Aber die Parkplatzproblematik hat Graz ohnehin – ob jetzt mit oder ohne Fußgängerzone in der Kaiserfeldgasse. Da gehört sowieso eine eigene Lösung her."

WOCHE-Wissen

Wurde die Erzherzog-Johann-Brücke 1965 noch für den Kfz-Verkehr verbreitert, wurde dieser am 15. November 1972 aus der Innenstadt verbannt. Zahlreiche Gassen, insbesondere aber der Hauptplatz, die Herrengasse, die Sporgasse, die Färbergasse, das Eiserne Tor und der Jakominiplatz, wurden zur Fußgängerzone deklariert. Erst 2017 kamen auch die nördliche Schmiedgasse sowie die östliche Landhausgasse hinzu.

Schreiben Sie uns

Was halten Sie von der Idee, die Kaiserfeldgasse autofrei zu machen? Sollen Parkplätze zugunsten von mehr Lebensraum aufgegeben werden? Haben Sie eine Lösung für das Parkplatzproblem? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an leserbrief@woche.at, per Post an die "WOCHE Graz", Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz, posten Sie online auf www.meinbezirk.at/graz oder auf www.facebook.com/wochegraz.

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