Gefragte Frauen mit Karoline Zobernig: Olympia und Stichsägen

Rund um die Welt im Einsatz: ORF-Sportjournalistin Karoline Zobernig berichtet von Beachvolleyball, Skispringen und Co. | Foto: Roman Zach-Kiesling
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  • Rund um die Welt im Einsatz: ORF-Sportjournalistin Karoline Zobernig berichtet von Beachvolleyball, Skispringen und Co.
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Für den ORF ist sie als Sportjournalistin regelmäßig auf tausenden Bildschirmen im ganzen Land zu sehen. Karoline Zobernig im Gespräch über ihre Liebe zum Sport, Frauen im Sportjournalismus und ihr Faible für Akkuschrauber.
WOCHE: Müssen Sportreporter selbst sportlich sein?
Karoline Zobernig: (lacht) Müssen nicht, aber es hilft definitiv.

Hat man als Sportreporterin eine Lieblingssportart, über die man besonders gerne berichtet?
Ich bin durch meine Haupttätigkeit als Redakteurin für Sport am Sonntag besonders nahe an allen nordischen Wintersportarten, aber auch die Leichtathletik ist mir ein großes Anliegen. Eigentlich gibt es da bei mir kein Ranking, aber vor allem Sportarten, bei denen Athletik und das Körperliche im Vordergrund stehen, gefallen mir besonders gut.

Sportjournalismus war lange eine männerdominierte Sparte – wie sind Sie zu ihrem Beruf gekommen?
Ich habe Germanistik studiert und wollte eigentlich Verlegerin werden. Ich habe allerdings auch jahrelang selbst ästhetische und rhythmische Gymnastik als Leistungssport betrieben und war als Kampfrichterin aktiv, deswegen war Sport für mich logisch, das Ungewöhnliche war der Journalismus. Außerdem hat mir ein Uniprofessor einmal gesagt, dass ich es kaum aushalten würde, den ganzen Tag nicht mit Menschen zu reden, damit hatte er sicherlich Recht.

Im ORF werden im Sport vermehrt Redakteurinnen und Moderatorinnen eingesetzt – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung?
Ich denke, dass die Zeiten, in denen Frauen in der Sportberichterstattung zur Bespaßung und Behübschung eingesetzt wurden – beispielsweise bei Footballübertragungen in den USA – längst vorbei sind. Außerdem wäre das österreichische Publikum dafür zu kritisch, wenn die Qualität der Berichterstattung nicht passen würde. Im ORF werden immer mehr Frauen im Sport eingesetzt, die ihren männlichen Kollegen fachlich um nichts nachstehen, und das ist auch notwendig und wichtig. Ich glaube sogar, dass Sport durch Frauen für Frauen attraktiver wird.

Gab es in Ihrer bisherigen Karriere ein Highlight, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Das Finale der Heim-WM im Beachvolleyball auf der Donauinsel 2017 war schon der Wahnsinn. Die Stimmung direkt am Feld zu erleben war unpackbar. Aber auch meine ersten olympischen Spiele in Rio waren ein absoluter Höhepunkt. Abseits der großen Events geben mir aber auch spezielle Beiträge für Sport am Sonntag, wie jener, den ich über sexualisierte Gewalt im Sport erarbeiten durfte, den gleichen Ansporn wie große Veranstaltungen.

Haben sie einen sportjournalistischen Traum – eine Veranstaltung oder ein Interview, das Sie gerne in Ihrer Vita stehen hätten?
Ich hatte das Glück schon lebende Legenden wie Marit Björgen, Usain Bolt oder Michael Phelps interviewen zu dürfen. Außerdem faszinieren mich Situationen wie bei den Olympischen Spielen im Februar, als Teresa Stadlober nach ihrer durch einen Umweg vergebenen Medaille trotzdem zum Interview gekommen ist und Größe bewiesen hat. Diese Emotionen und Energien teilen zu dürfen, das kann nur der Sport.

Sehen Sie sich Ihre eigenen Interviews danach an?
Immer! Nur so kann ich mich verbessern. Allerdings muss ich sie mir gleich danach ansehen, denn sonst ist es mir selbst unangenehm. Ich denke, ich bin selbst meine größte Kritikerin, auch durch meinen Background aus dem Leistungssport, aber das hilft mir definitiv in meinem Beruf.

Sie arbeiten in der Regel von Wien aus, wie oft schaffen Sie es noch nach Hause in Ihre Heimatstadt Graz?
Zu selten! Von April bis November circa einmal pro Monat, im Winter lebe ich aus dem Koffer und schaffe es oft nicht einmal nach Wien. Im Jänner habe ich genau drei Tage in meiner Wohnung verbracht. Wenn ich dann aber in Graz bin, liebe ich den Kaffee im Tribeka und gehe auch gerne zum Frankowitsch "Leute schauen".

Wie können Sie auch mal komplett abschalten?
Ich handwerke sehr gerne. Ich finde Stichsägen und Akkuschrauber extrem cool. 

Steckbrief:

Geboren am 28. 06. 1985 in Graz
Familienstand: Ledig, in einer Beziehung
Matura an der GIBS, Studium an der KFU Germanistik und Anglistik
Hobbys: Lesen, Kaffeetrinken inklusive guter Gespräche, Handwerken

Wordrap:

Graz ist.... Zuhause.
Sportjournalismus... ist eine herrliche Mischung aus Kreativität, Berichterstattung und Kommunikation.
Sport ist für mich.... Identitätsstiftend.

Rund um die Welt im Einsatz: ORF-Sportjournalistin Karoline Zobernig berichtet von Beachvolleyball, Skispringen und Co. | Foto: Roman Zach-Kiesling
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