Kulturjahr 2020
Graz zeigte Maribor, wie wir leben wollen

Begeistert vom Inklusionsprojekt: G. Riegler, S. Nagl
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Vom Inklusionsprojekt bis zum düsteren Graz: Eine Delegation aus Maribor auf den Spuren des Kulturjahrs 2020.

Graz und Maribor verbindet vieles: Da ist die geografische Nähe und die Lage an einem Fluss, dazu kommt eine schon lange existierende Städtepartnerschaft. Seit acht Jahren haben die Kommunen aber noch etwas gemeinsam. Während Graz bereits 2003 zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurde, zog die 112.000-Einwohner-Metropole 2012 nach. In der steirischen Landeshauptstadt wollte man nun einen weiteren Impuls setzen und rief für heuer ein eigenes Kulturjahr aus.

Graz, ganz düster

"Nach 17 Jahren wollten wir unsere Künstler fragen, wie wir in Zukunft leben wollen. Früher hatte immer der Künstler die Idee und der Bürgermeister sollte dafür zahlen, jetzt haben wir den Spieß umgedreht", erklärt Stadtchef Siegfried Nagl, während er gemeinsam mit Kulturstadtrat Günter Riegler einer Abordnung aus Maribor, angeführt von den Vizebürgermeistern Alenka Iskra und Samo Peter Medved, einige Kulturprojekte vorstellte.
Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt oder Gestaltung urbaner Lebensräume standen und stehen im Mittelpunkt. Einen eher düsteren Blick in die Zukunft präsentierte Künstler Georg Hartwig mit seinem Projekt "Dystoptimal": An 17 gekennzeichneten Plätzen in Graz, die sich auf alle Bezirke aufteilen, kann man mittels Smartphone-App betrachten, wie wir in Zukunft nicht leben wollen. Am Grazer Hauptplatz sind dann etwa in die Hände klatschende Roboter in kariertem Hemd und Lederhose zu sehen. Geht so Aufsteirern in 40, 50 Jahren?

Gleiche Chancen für alle

Die Schnittstelle Kultur und Soziales bedient indes die Akademie Graz, in der im Rahmen von "Kultur Inklusiv" das "Magazin des guten Lebens" entstand. "Dieses Magazin richtet den Blick in eine Zukunft, in der Menschen mit und ohne Behinderungen gleiche Chancen haben und selbstverständlich zusammen leben und arbeiten", erläutert Astrid Kury von der Akademie Graz.
Vorgestellt werden Persönlichkeiten aus verschiedensten Bereichen, fotografiert wurden die Lebenshilfe-Testimonials im Botanischen Garten und in der Oper. Dass sich in Zukunft vieles ändern wird, scheint klar, das trifft aber auch auf die Gegenwart zu. Bestes Beispiel: eine Fahrt mit der Schloßbergbahn.

Die Scheiben der Schloßbergbahn lassen Transparenz vermissen.
  • Die Scheiben der Schloßbergbahn lassen Transparenz vermissen.
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Mehr Transparenz

Dieses Touristen-Highlight wurde vom "studio Asynchrome" in eine utopische Zone transformiert. 600 Stunden haben Marleen Leitner und Michael Schitnig Strukturen und Netzwerke auf eine spezielle Folie gezeichnet, welche die Kabine je nach Wetter transparent und weniger transparent erscheinen lässt. Die Menschen sollen sich dadurch Gedanken über das Transparentwerden der eigenen Privatsphäre machen.
"Der großen Bedeutung von Kunst, Kultur und Wissenschaft für eine Stadtentwicklung, die sich an der Zukunft orientiert, wird durch die ausgewählten 94 Projekte Rechnung getragen", ist Kulturstadtrat Riegler zufrieden. Offen blieb zum Schluss nur noch die Frage, wie Maribor leben will.

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