Heidi Schmitt, Obfrau der Argus Radlobby, fordert: Graz braucht ein Gesamtkonzept für den Radverkehr

Immer mehr Fahrräder gibt es in Graz.

Radhighways, Konzepte, Modelle – der Radverkehr in Graz ist zu jeder Jahreszeit Thema. Heidi Schmitt, Obfrau der Interessensvereinigung "Argus Radlobby Steiermark", meint, dass in puncto Verbesserung und Ausbau des Radnetzes in Graz nach wie vor viel Handlungsbedarf besteht.


Das Fahrrad: Laut Heidi Schmitt ein ideales Verkehrsmittel. (Foto: KK)

Radhighways keine Lösung

"Die sogenannten Radschnellwege sind wenig realistisch, obwohl ich es mir wünschen würde", meint Heidi Schmitt. Die Qualitätskriterien, die es da zu erfüllen gilt, wären in der Stadt realpolitisch nicht möglich. So findet sich in der Definition der Radschnellwege oder Radhighways, wie es auf Neudeutsch heißt, eine Mindestbreite von vier Metern. Zwei Meter zusätzlich braucht man, wenn dieser Weg für den Mischverkehr, also auch für Fußgänger, genutzt werden sollte. "Es müssten massive Flächen für den Radverkehr umgewidmet werden, doch hier fehlt der Mut", so Schmitt.

Hauptradrouten erweitern

Qualitätssteigerung und Ausweitung der Radwege sei laut Heidi Schmitt aber umsetzbar. "Man muss nur das bestehende System der Hauptradrouten intelligent weiterdenken", meint sie. Die Hauptradrouten (siehe unten) wurden bereits vor einigen Jahren unter Stadträtin Lisa Rücker und Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder festgelegt, realisiert – diese "grüne" Politik wurde in weiterer Folge von Stadtrat Mario Eustacchio fortgeführt. Hier handelt es sich um Routen, die mit Straßenschildern und Bodenmarkierungen für Radfahrer optimal ausgelegt sind. "Den Menschen muss es möglich sein, schnell und sicher von A nach B zu kommen", erklärt Schmitt ihr Anliegen und schlägt vor, entlang der Hauptradrouten Abzweigungen und Querverbindungen zu schaffen. So bräuchte es etwa eine Überfahrtmöglichkeit über die Mur von Liebenau nach Puntigam. Auch eine West-Ost-Verbindung von der Peter-Tunner-Gasse bis zum Kalvarienberggürtel fehlt. Ein wichtiger Punkt ist auch der Vorrang: "Es kann nicht sein, dass Radfahrern auf einer Fahrradstraße der Vorrang genommen wird. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, auf einer Magistrale Autos den Vorrang zu nehmen", so Schmitt, die für den Radverkehr Rahmenbedingen fordert, die funktionieren.

Lösung für Joanneumring

Der plötzlich endende Radweg am Joanneumring wird immer wieder diskutiert. Laut Argus Radlobby Steiermark bräuchte es hier dringend einen Radweg, der bis zum Griesplatz führt. "Das Radnetz der Stadt muss als Gesamtkonzept gedacht werden", meint Schmitt, die nicht gegen Autos ist. Ihr geht es vielmehr darum, dass sich Menschen vor Wegantritt über das intelligenteste Verkehrsmittel Gedanken machen sollen.

WOCHE WISSEN
Der Radverkehr ist im Vormarsch und die Motorisierung in Graz geht bereits zurück. 29 Prozent der mit dem Auto zurückgelegten Wege sind maximal drei Kilometer lang, was einer durchschnittlichen Fahrt mit dem Fahrrad in Graz entspricht. Aus diesem Grund möchte die Stadt Graz den Anteil des motorisierten Individualverkehrs von derzeit 47 Prozent bis zum Jahr 2021 auf 37 Prozent reduzieren.


Das Grazer Radnetz: Die wichtigsten Strecken in der Landeshauptstadt. (Foto: graz.at)

Auf 13 Hauptradrouten mit dem Fahrrad durch Graz

Graz verfügt über ein Radwegenetz mit insgesamt rund 128 Kilometern Radwege. Die Radkarte umfasst 13 Hauptradrouten, die mit einem Leitsystem versehen sind. Das Grazer Radnetz besteht aus Radwegen, Geh- und Radwegen, Radfahrstreifen, Radrouten im 30er und 50er Tempo sowie Sonderlösungen wie Schiebestrecken, zeitlich beschränkten Abschnitten, Radrouten in Fußgängerzonen und für Radfahrer benutzbare Busfahrstreifen.
Die wichtigsten Routen starten vom Innenring in folgende Richtungen: Gratwein, Gratkorn, Mariatrost, Ragnitz, Raaba, Gössendorf und Eggenberg. Weitere Strecken führen von der Ortweingasse nach Stattegg, vom Rootmoosweg bis zum Niederschöckl, vom Hauptbahnhof bis zum Thalerhof, von Puntigam bis Pirka, von der Bertha-von-Suttner-Friedensbrücke bis zum Straßganger Bad sowie von Gösting bis zum Thalersee.
Die Radrouten sind mit GPS-Tracks ausgestattet und in Mobil Zentral, Graz Tourismus, Fahrradstation am Grazer Hauptbahnhof, in der Abteilung für Verkehrsplanung der Stadt Graz sowie in allen Bezirksämtern gratis erhältlich.
Mehr Informationen gibt es unter www.graz.at.

Autor:

Martina Maros-Goller aus Graz

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