Kreative Köpfe am Werk

Vorhang auf für Kreativität: Als neue Präsidentin vom IdeenTriebwerk Graz schafft Denise Vorraber Starthilfe für Grazer Startups.
  • Vorhang auf für Kreativität: Als neue Präsidentin vom IdeenTriebwerk Graz schafft Denise Vorraber Starthilfe für Grazer Startups.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Barbara Schechtner

Denise Vorraber, neue Präsidentin des IdeenTriebwerk Graz, über Gründergeist und die boomende Startup-Szene der Stadt.

Denise Vorraber ist das neue Gesicht an der Spitze des IdeenTriebwerk Graz, der ersten Anlaufstelle für Startups in Graz. Der Verein hat sich die Vernetzung der Startup-Szene zum Ziel gemacht und gerade erst sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Mit der WOCHE sprach die 23-Jährige über ihren neuen Berufsalltag.

WOCHE: Sie sind seit einer Woche Präsidentin des IdeenTriebwerk Graz. Inwiefern hat sich Ihr Leben verändert?
Denise Vorraber: In dieser kurzen Zeit mehr als ich erwartet habe. Mein Terminkalender ist komplett voll, ich habe viel mehr Arbeit und bekomme plötzlich Interviewanfragen. Sagen wir so, ich lerne jeden Tag viel dazu. Vor allem Time-Management.

Wie fühlen Sie sich als so junge Frau in einer führenden Position?
Ich mach das total gern. Ich bin generell dieser Mama-Typ, der schaut, das alles am rechten Platz ist und gut umgesetzt wird. Ich habe damals in der Schule auch das Maturaballkomitee geleitet, hier im Ideentriebwerk sehr schnell einmal das Eventmanagement übernommen und bin jetzt auf der Uni in der ÖH im Vorsitz der Studienvertretung. Ich geh in dieser Rolle richtig auf und finde es wichtig, dass wir Frauen in der doch sehr männerdominierten Startup-Szene mitmischen. Bei uns im ITG liegt der Frauenanteil bei ganzen 70 Prozent.

Wie erklären Sie Ihrer Großmutter ein "Startup"?
Als Unternehmen, das ein bekanntes Problem aufgreift und dafür eine innovative kreative Lösung sucht. Die Idee ist neu und einzigartig und muss selbst erfunden sein. Was dazu kommt ist der rasante Aufstieg, den ein Startup hinlegen möchte, anstatt wie ein normales Unternehmen ganz moderat so dahinzulaufen. Für ein Startup muss von Anfang an 100 Prozent gegeben werden, damit es am Markt einschlägt.

Ab wann ist eine Idee ausgereift und kann umgesetzt werden?
Eine Idee ist eigentlich nie ganz ausgereift, man kann immer weiter an ihr arbeiten. Es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt, um sie der Welt zu präsentieren. Wir sagen immer: Warte nicht zu lange damit, mit deiner Idee auf den Markt zu gehen. Warte nicht, bis dein Produkt perfekt ist, geh raus und zeig es her! Deine Kunden geben dir so viel Feedback, du wirst schnell merken, was du verändern musst, um gut anzukommen.

Wie steht es um Österreichs Startup-Szene?
Sehr gut. Es gibt ununterbrochen neue Startups, die Ideen wuchern regelrecht. Es ist jedes Mal bewundernswert, was sich die Leute alles ausdenken. Und konkret Graz ist als Startup-Standort sehr beliebt. Die Gründer-Community wächst und wächst und kommt nie zum Stillstand.

Wie geht man mit Krisen um?
Das ist ein wichtiger Punkt. Man wird auf seinem Weg immer irgendwo ein Nein hören. Dem darf man nicht nachgeben, sondern muss dranbleiben und sich und sein Produkt weiterentwickeln. Das Paradebeispiel hierfür ist – zwar kein Startup – das Harry Potter-Buch. Da hieß es auch, es werde niemandem gefallen. Und schau dir an, was damit passiert ist.

Was nehmen Sie für sich persönlich bei der Arbeit mit so motivierten und innovativen Menschen mit?
Dass man seinen Träumen folgen und seine Leidenschaft leben soll. Wenn man gefunden hat, was man liebt, dann muss man das unbedingt weiterhin machen. Die Hingabe, mit der diese Menschen ihre Projekte umsetzen, wirkt beinahe ansteckend. Und, das klingt jetzt vielleicht etwas klischeehaft, viele von ihnen haben den Drang, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Das inspiriert mich.

WOCHE-Wordrap

In meiner Freizeit ... bin ich gern auf Reisen.
Zur Ruhe komme ich ... mit meinem Hund bei einem Abendspaziergang.
In 10 Jahren sehe ich mich ... in England.


Lebenslauf

Geboren am 09.08.1994 in Bruck an der Mur
Seit 2014 Doppel-Studium der Umweltsystemwissenschaften und Anglistik an der Uni Graz
Seit 2016 beim IdeenTriebwerk tätig
DessenPräsidentin seit letzter Woche

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