Liebe auf den ersten Blick – ein perfekter Tag mit Michael Hell
- Stammcafé: Gleich ums Eck von der Kunstuniversität liegt das Pastis, wo Michael Hell gerne zu Mittag isst.
- Foto: Victory
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Der Leiter der Hofkapelle erzählt, wie sein Traumtag in Graz abläuft.
Michael Hell ist eigentlich nur nach Graz gekommen, um eine Freundin zu einem Vorstellungsgespräch zu begleiten. Hier angekommen, war für ihn aber schnell klar, dass es nicht bei einem Besuch bleiben würde: "Ich habe die Stadt gesehen und gedacht: Boah, ist das schön hier!" Der Blick in die strahlenden Augen des Musikers lässt fast schon so etwas wie Liebe auf den ersten Blick vermuten, während er von seiner ersten Begegnung mit Graz erzählt.
Als kurz darauf eine Stelle an der Grazer Kunstuniversität offen war, musste der studierte Cembalo-Spieler dann auch nicht mehr lange überlegen und eines führte zum anderen: "Seit 2006 lebe ich hier und unterrichte an der Kunstuni." Neben seiner Lehrtätigkeit lebt der Deutsche seine Musikleidenschaft außerdem noch als Leiter der "Neuen Hofkapelle Graz" aus. Eine Leidenschaft, die Hell auch an seinem perfekten Tag in der steirischen Landeshauptstadt nicht verleugnen kann.
Arbeitsplatz mit Stil
Wie bei vielen anderen beginnt der Tag auch für Michael Hell zuhause und mit einem Frühstück – Milchkaffee und ein Joghurt mit Früchten. "Ich esse meistens etwa um sieben, dann habe ich noch Zeit, mich in Ruhe auf meinen Unterrichtstag vorzubereiten." Die erste Vorlesung findet dann um neun Uhr im Palais Meran statt – und damit an einem der schönsten Arbeitsplätze der Stadt. Der Uni-Professor leitet dort den ganzen Vormittag Vorlesungen oder gibt Einzelunterricht am Instrument. "Es ist etwas ganz Besonderes, nicht vor 200 Studenten vortragen zu müssen. So kommt es zu einem intensiven Lernen."
Mittagessen auf Französisch
Nach einem anstrengenden Vormittag im Hörsaal gibt es ein Mittagessen im französischen Café-Bistro "Pastis" in der Leonhardstraße, gleich gegenüber des Kunstuni-Campus. "Das Mittagsmenü ist immer gut gekocht und abwechslungsreich. Und es gibt einen sehr guten Kaffee", freut sich Hell. Bis 16 Uhr wird dann weiter unterrichtet. "Danach schlendere ich durch die Stadt oder ich trinke einen Kaffee im Tribeka."
Das perfekte Konzert
Im Anschluss widmet sich Michael Hell seiner zweiten musikalischen Aufgabe: gemeinsam mit dem Ensemble der Hofkapelle wird geprobt. "Für mich ist das Arbeit und Vergnügen zugleich. Einerseits ist die Stimmung bei uns toll, andererseits reicht es nicht, nur eine gute Zeit zu haben, wenn man seinem Publikum auch eine gewisse Qualität bieten will." Und das passiert regelmäßig bei gut besuchten Konzerten im "Museum im Palais" oder im Minoritensaal: "Wir versuchen, unseren Besuchern eine Geschichte zu erzählen und ihnen einen super Abend zu liefern. Langeweile kommt keine Sekunde auf. Das einzige, was dazu noch fehlt, ist dann ein Glas Wein", lacht Michael Hell.
Steckbrief
Michael Hell
Geboren am 22. September 1976 in Bad Oeynhausen, Nordrhein-Westfalen
Hat in Basel Cembalo studiert
Lebt seit 2006 in Graz
Unterrichtet am Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis an der Kunstuniversität Graz
Leitet gemeinsam mit Lucia Froihofer die "Neue Hofkapelle Graz"
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