Rainbows
So schützt man Kinder vor seelischer Überforderung

Klare Strukturen, nichtdramatisierende Erklärungen und Rituale helfen Kindern durch diese Zeit.
  • Klare Strukturen, nichtdramatisierende Erklärungen und Rituale helfen Kindern durch diese Zeit.
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  • hochgeladen von Anna-Maria Riemer

Auch das seelische Gleichgewicht der Jüngsten unserer Gesellschaft kann durch eine Krise zu wackeln beginnen. Rainbows-Steiermark gibt Tipps, was Eltern in dieser Zeit besonders beachten sollten.

Seit knapp 20 Jahren begleitet Rainbows-Steiermark Kinder und Jugendliche, deren innere Balance durch eine Trennung der Eltern oder durch den Tod eines nahestehenden Menschen ins Wackeln geraten ist. „Die momentane Lebenssituation, bedingt durch das Coronavirus, kann nun zusätzlich zu großer Verunsicherung führen und erneut das Gefühl des Ausgeliefertseins hervorrufen. Wieder gibt es etwas im Leben, das von ihnen nicht beeinflusst werden kann. Das kann alte, längst überwunden geglaubte Gefühle erneut hervorrufen“, beschreibt Rainbows-Leiterin Ursula Molitschnig.

Gemeinsame Rituale

Wichtig in diesem veränderten Alltag ist vor allem eine Tagesstruktur, denn durch die aktuellen Maßnahmen fallen auch die trauerfreien Räume weg. Zu diesen gehören unter anderem die Schule, Sport- und Freizeitaktivitäten und sie geben dem Nachwuchs normalerweise zusätzlich Rahmen und Sicherheit. Rainbows empfiehlt Eltern deshalb, gemeinsame Rituale, wie zusammen lesen, musizieren, spielen oder kreatives Schaffen, einzuführen. Und auch die Bewegung sollte keinesfalls zu kurz kommen, denn sie verbessert einerseits das Wohlbefinden und hilft andererseits beim Abreagieren. Familien-Fitness-Challenges können da hilfreich sein.

Persönlicher Freiraum

"Eltern sollten offen auf die Fragen, Ängste und Sorgen ihrer Kinder eingehen und sie mit altersgerechten Worten auf dem Laufenden halten, um sie an der derzeitigen gesellschaftlichen Lage teilhaben zu lassen", betont Molitschnig und erklärt, dass Kinder dadurch die Maßnahmen nicht nur besser verstehen und mittragen können, sondern dass das in weiterer Folge das Gefühl der Hilflosigkeit verringert. 
Da die derzeitige Lebenssituation Trauer- und Wutreaktionen, Verlustängste oder anderen diffuse Ängste hervorrufen kann und auch die Sorge um Familienmitglieder, die man nicht sehen darf, wächst, brauche es vor allem auch klare, nicht dramatisierende Erklärungen. Unterunterbrochen mit großer Besorgnis neue Nachrichten zu verfolgen und aufgeregt zu telefonieren sei laut Rainbows hier nicht die beste Vorgehensweise, denn Angst ist ansteckend. Neben Ablenkung, Gesprächen, besonderer Aufmerksamkeit und Verständnis seien für Kinder aber auch Rückzugsmöglichkeiten äußerst wichtig. Jeder braucht seinen ganz persönlichen Freiraum, sind sich die Rainbows-Experten sicher.

Kontaktregelung anpassen

„Auch sollten getrennte Paare unbedingt davon Gebrauch machen, dass auch jetzt Kontakte zu dem Elternteil, mit dem die Kinder nicht zusammen leben, ausdrücklich erlaubt sind – natürlich unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen“, betont Ursula Molitschnig. In Zeiten von Homeoffice und Co kann das eine Entlastung und Abwechslung sowohl für Kinder als auch Eltern und andere Familienmitglieder sein. Zudem mache es auch Sinn, die Kontaktregelungen für die nächsten Wochen so abzustimmen, dass sie für alle Beteiligten gut passen.

Unter dem Motto "gestärkte Eltern können ihren Kindern den Halt geben, den sie brauchen" bietet Rainbows-Steiermark besorgten Eltern telefonische Unterstützung unter 0316/678783 an.

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