Sportwetten in Graz
Wetten, dass es süchtig macht?
- Sportwetten sind oft harmlos, jeder vierte, der anfängt kann laut Studien jedoch süchtig werden und gerät in eine tiefe Abwärtsspirale.
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- hochgeladen von Anna-Maria Riemer
Sportwettlokale gibt es in Graz vor allem am rechten Murufer. Expertin Monika Lierzer klärt auf.
Sportwetten gewinnen zunehmend an Beliebtheit, auch in Graz gibt es allein von den großen Anbietern Admiral, Tipico, Tipwin und Europlay bereits 16 Lokale.
Rechtes Murufer
Ein Blick auf die Karte verrät, die 11 von 16 der bekannten Filialen wurden auf der rechten Murseite eröffnet, vor allem konzentriert auf den Bezirken Eggenberg, Lend und Gries. Zwei weitere Sportsbars der großen Anbieter gibt es am Jakominiplatz, zwei in der Andritzer Reichsstraße und in der Plüddemanngasse in St. Peter. Es ist kein Zufall, dass diese Plätze von den Anbietern gewählt wurden: "Es sind Hotspots, an denen viele Leute zusammen kommen. Für manche Gesellschaftsgruppen sind es auch richtige soziale Treffpunkte. Zudem spielt die Erreichbarkeit eine große Rolle", erklärt Monika Lierzer von der Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark. Auch werden unter anderem gezielt Gegenden gewählt, in denen es viele Arbeitslose gibt, da dieses tagsüber meist mehr Zeit haben.
Zerplatzter Traum
"Sportwetten fallen in Österreich nicht unter das Glücksspielgesetz, weshalb wesentliche Spielerschutzmaßnahmen wie Angebotsbeschränkungen fehlen und die Anzahl der Sportwettenlokale zunimmt. Seit Jahren fordern Experten, dass Sportwetten unter das Glücksspielgesetz fallen, denn sie sind gleich gefährlich. Laut Studien liegt das Suchtpotential für Sportwetten bei 25 Prozent. Das bedeutet jeder Vierte kann süchtig werden", erklärt die Expertin und führt aus: "Oft sind es keine spektakulären Einstiege. Beispielsweise junge Männer, die selbst sportlich aktiv waren und deren Karriere durch irgendeinen Umstand nicht fortgeführt werden kann. Ein Lebenstraum ist zwar zerplatzt, aber mit den Wetten fühlt man sich dem Sport so nahe und sucht den Erfolg darin. Zudem spielt der vermeintliche Eigenkompetenzanteil eine große Rolle, denn man hat das Gefühl, aufgrund seines Wissens zu gewinnen."
Hohe Ereignisfrequenz
Auch kann es sein, dass man anfangs einfach aus Spaß und weil es in seinem Umfeld dazugehört zu wetten beginnt und dann, aufgrund unterschiedlichsten Möglichkeiten, hängen bleibt. "Das Problem ist hier auch, dass Spielsucht selten mit einer Krankheit, sondern eher mit falscher Strategie oder Pech assoziiert wird. Darum hat der Betroffene das Gefühl, erst recht weiter machen zu müssen, um den Schaden wieder zu beheben, was aber nicht gelingt." Auch sei es problematisch, dass das Angebot auch online und damit unbegrenzt verfügbar ist. Zudem kann man quasi jede Minute auf etwas anderes setzen, wodurch die Ereignisfrequenz sehr hoch ist. "Dadurch hat man das Gefühl, eingebunden zu sein", erklärt Lierzer, die auf darauf aufmerksam macht, dass Sportwetten – anders als Spielautomaten – oft verharmlost werden. Mehr Infos für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen: www.fachstelle-gluecksspielsucht.at
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