Zukunftskonzept für das Grazer Girardihaus steht fest

Lange wird das Girardihaus nicht mehr so aussehen: Es soll attraktiviert und neu bespielt werden. | Foto: KK
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Der bekannte Schauspieler und Operettensänger Alexander Girardi hat sich wohl schon öfter im Grab umgedreht, nachdem es um sein Geburtshaus in der Leonhardstraße jahrelange Diskussionen und Rettungsversuche - allesamt ohne Ergebnis - gab. Sogar der Abriss stand schon im Raum, ehe knapp vor Weihnachten 2020 das Wunder geschah. Da konnte sich die Stadt Graz nämlich mit dem Eigentümer einigen. Im Koalitionsausschuss hat man sich darauf geeinigt, das historisch wertvolle Haus zu erhalten. Jetzt liegt auch ein Zukunftskonzept für das Gebäude vor. 

Theaterbühne und neue Gastro

Sehr früh trat mit Georg Schulz der Rektor der Kunstuniversität an Bürgermeister Siegfried Nagl heran und bekundete großes Interesse an der Nutzung und Bespielung des Hauses. Auf Basis eines ersten Nutzungskonzeptes der Kunstuniversität wurde nun eine bauliche Machbarkeitsstudie in mehreren Varianten erstellt. Abhängig vom Ausbaugrad sind ca. 350 bis 400 Quadratmeter Nettonutzfläche möglich. Die Planung im Detail: 

  • Das "Stöckl": Im Nebengebäude, das sich im Innenhof der Liegenschaft befindet, soll die intimste Bühne von Graz entstehen, für maximal 30 Personen im Publikum und drei bis fünf Personen auf der Bühne. Das Motto soll lauten: Kunst für alle"
  • Die "digitale Schlosserei": Das Girardihaus soll als Ausbildungsort für angewandtes Kulturmanagement etabliert werden. Die Kunstuniversität legt die Bespielung deshalb in die Hand der Studierenden. Sie kuratieren eigenverantwortlich, mit größtmöglicher Freiheit, aber mit begleitender Beratung, wie man ein Haus künstlerisch und geschäftlich erfolgreich führt. Digitale Kunstformen sollen dabei berücksichtigt werden.
  • Das "Wirtshaus": Auch eine professionell geführte Gastronomie soll Einzug halten. Diese soll Gastraum für Veranstaltungsbesucher der KUG und gleichzeitig Wohlfühlort sein. 
Stellten das neue Konzept vor: Manfred Grössler, Siegfried Nagl und Co. | Foto: Stadt Graz/Fischer
  • Stellten das neue Konzept vor: Manfred Grössler, Siegfried Nagl und Co.
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Fertigstellung 2023

Bürgermeister Siegfried Nagl freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität: "In naher Zukunft werden die Grazerinnen und Grazer wieder bei der Familie Girardi zu Gast sein. Sie werden sich wohlfühlen und künstlerische Höhepunkte erleben. Gleichzeitig schafft die Kunstuniversität ein Vorzeigeprojekt im Ausbildungsbereich und haucht diesem besonderen Gebäude im Weltkulturerbe wieder Leben ein." 
Wie geht es nun konkret weiter? Aus der vorliegenden Machbarkeitsstudie wird die KUG ein Raum- und Funktionsprogramm entwickeln. Aufbauend darauf wird in Abstimmung mit der Stadt eine architektonische Entwurfsplanung vergeben. Danach wird der Entwurf mit der Altstadtsachverständigenkommission, dem Bundesdenkmalamt, dem Stadtplanungsamt und der Bau- und Anlagenbehörde abgestimmt. Die Fertigstellung ist im Idealfall für 2023 geplant.

Lange wird das Girardihaus nicht mehr so aussehen: Es soll attraktiviert und neu bespielt werden. | Foto: KK
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