Statistik zum Saisonabschluss
Der SK Sturm hatte eher Glück, der GAK nicht
- Für Stefan Hierländer wurde es nach Spielende noch sehr emotional. Mit den Statistiken seines Vereins dürfte das nicht in Verbindung gestanden sein.
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Glaubt man der Statistik, hatte der SK Sturm in der Vorsaison mehr Glück als der GAK. Welche Zahlen das belegen und warum es am Ende egal ist.
GRAZ. "Die haben ja nur Glück." Dieses Zitat hört man auf Sportplätzen seit Ewigkeiten. Messbar ist dieses Glück aber schwer. Es gibt aber zumindest eine Statistik, die darüber Aufschluss gibt, nämlich die sogenannten "xG-Werte". Damit werden zu erwartende Tore und Gegentore gemessen. Das bedeutet, bei jeder Torchance wird errechnet, wie oft bei 100 Versuchen aus dieser Gelegenheit ein Tor fallen würde. Ein Elfmeter bringt rund 0,77 xG, ein Schuss aus 35 Metern recht wenig, soweit die Theorie.
- Albert Vallci und Co. stellten die beste Defensive der Liga.
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Spannend wird der Vergleich der beiden Grazer Vereine. Der SK Sturm stellte auf dem Papier klar die beste Defensive der Liga und musste nur 35 Gegentreffer hinnehmen, dahinter folgte Altach mit 39 und Hartberg mit 40. Der GAK kassierte ganze zehn Gegentreffer mehr als der Stadtrivale und das, obwohl man eigentlich weniger zugelassen hat.
- Donavan Pines und Co. waren in der GAK Defensive in der abgelaufenen Saison nicht vom Glück verfolgt.
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GAK mit Abwehrpech
Unglückliche Abwehraktionen, man denke an das "Traum-Eigentor" von Michael Lang in der Vorsaison, sind für den GAK nichts Neues, auch heuer hatten die Roten in der Defensive wenig Glück. Schaut man sich nämlich die Statistik der zu erwartenden Gegentore (xGA) an, so hat der GAK in der gesamten Liga die wenigsten Torchancen zugelassen. Demnach hätte man in einer durchschnittlichen Saison daraus auch nur 39 Gegentreffer kassiert. In Realität waren es dann eben 45.
- Das Wochenende brachte für den GAK den Befreiungsschlag. Vor dem Tor hatten die Athletiker etwas Glück.
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Ganz anders der SK Sturm, der an zweiter Stelle in dieser Statistik folgt. In einer durchschnittlichen Saison hätten die Blackies 42 Gegentreffer bekommen, tatsächlich waren es sieben weniger.
Sturm unglücklich vor dem Tor
Mit Blick auf die Leistung vor dem gegnerischen Tor wendet sich das Blatt. All das "Glück" in der Defensive wurde im Angriffsdrittel vermisst. Der Meister der Vorjahre erspielte sich Chancen für mehr als 53 Treffer, im Tor landete der Ball aber nur 51 Mal.
- Nicht für alle lief es vor dem Tor so rund, wie für Stefan Hierländer bei seinem Abschiedsspiel.
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Der GAK bildete hier wieder das natürliche Gegenstück und war überdurchschnittlich effizient – oder glücklich. Aus einem Wert von 38,5 erwarteten Toren (xG) entstanden 42 Treffer.
Hartberger "Glücksmeister"
Zählt man die oben genannten Zahlen zusammen, so hatte der SK Sturm heuer unterm Strich eher Glück. Die Differenz zwischen erwarteten Toren und Gegentoren betrug nämlich 11,7, in Realität endete man die Saison mit einer Tordifferenz von plus 16, deutlich besser also.
- Der TSV Hartberg war der "Overperformer" der Liga.
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Anders der GAK: Trotz vermeintlich vieler Tore aus wenigen guten Torchancen konnte man das "Pech" in der Abwehrreihe nicht ausgleichen. Zu erwarten war eine Tordifferenz von rund minus eins, in Realität wurde es dann minus drei. Damit ist der GAK im Ligavergleich noch im Mittelfeld. Mit am meisten Glück hatte übrigens der dritte steirische Verein, der TSV Hartberg. Statt einer zu erwartenden Tordifferenz von -14, gab es in Realität eine Tordifferenz von null. Die Hartberger waren bei den erwarteten erzielten Toren Ligaschlusslicht, bei den Gegentoren Vorletzter. Auch wenn hier erwähnt werden muss, dass die Statistik hier sicher durch Meistergruppe und Abstiegsrunde verzerrt wird.
Versöhnlicher Saisonabschluss
Genug der Zahlen, der Saisonabschluss war für beide Grazer Vereine versöhnlich. Der SK Sturm verpasste zwar den Titelhattrick, darf mit Platz zwei und einem Platz in der Champions League Qualifikation aber zufrieden sein. Vor allem Stefan Hierländers hollywoodreifer Abschied traf mitten ins schwarz-weiße Fanherz. Beim GAK herrschte Ekstase, nachdem man dem Abstieg zum zweiten Mal in letzter Minute getrotzt hatte.
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